Sozialwohnungen langfristig bedarfsgerecht entwickeln
Zielvereinbarung statt Blick in die Glaskugel

Warendorf -

Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann warnte im Sozialausschuss davor, eine gewisse Anzahl an Sozialwohnungen festzuschreiben, ohne zu wissen, wohin die Wohnflächenentwicklung in den nächsten zehn Jahren in Warendorf geht. „Ich kann im Moment nicht sagen, in welchem Umfang die Stadt wachsen wird – alles andere wäre ein Blick in die Glaskugel.“ Und er stellte in Frage, ob eine nennenswerte Ausweitung auf 762 Sozialwohnungen – wie von der SPD gefordert – überhaupt realistisch ist.

Mittwoch, 13.02.2019, 16:24 Uhr

Den Sozialdemokraten ging der Vorschlag der Verwaltung, den Bestand der Sozialwohnungen aus dem Jahr 2018 (506) zu halten, nicht weit genug. Die SPD wollte den Bestand von 2004 (762) als Zielvereinbarung festgeschrieben wissen. Darüber gingen im Sozialausschuss am Dienstagabend die Meinungen auseinander. Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann warnte davor, eine gewisse Anzahl an Sozialwohnungen festzuschreiben, ohne zu wissen, wohin die Wohnflächenentwicklung in den nächsten zehn Jahren in Warendorf geht. „Ich kann im Moment nicht sagen, in welchem Umfang die Stadt wachsen wird – alles andere wäre ein Blick in die Glaskugel.“ Und er stellte in Frage, ob eine nennenswerte Ausweitung auf 762 Sozialwohnungen – wie von der SPD gefordert – überhaupt realistisch ist. Ausschussvorsitzender Alfons Havelt (CDU) : „Das sind ja durchaus hehre Absichtserklärungen – aber wir haben den Zuwachs von Sozialwohnungen nicht in der Hand. Und wenn wir heute schon wissen, dass wir 762 Sozialwohnungen nicht erreichen werden, ist eine solche Zielvereinbarung höchst unseriös.“

Klaus Aßhoff (Grüne) hakt da ein: Auch wenn die Zahl Wunschdenken wäre, sei die politische Entschlossenheit, dieses Ziel zu erreichen doch größer, wenn in der Zielvereinbarung auch eine höhere statt eine niedrigere Zahl stehen würde. Dass in Warendorf Sozialwohnungen fehlen – darüber waren sich die Kommunalpolitiker alle Couleur einig. Thormann sprach von 200 Sozialwohnungen, die statistisch bis 2027 in Warendorf fehlen würden. Die Zahl werde um 120 nach unten reduziert, wenn im neuen Baugebiet In de Brinke Sozialwohnungen gebaut werden.

Stephan Ohlmeier (CDU) warnte davor, hier mit der Brechstange eine bestimmte Anzahl an Wohnungen festzuschreiben. Als Politiker wünsche er sich, auch in Zukunft immer wieder frei entscheiden zu können, wo und wie viele Sozialwohnungen in zukünftigen Baugebiet entstehen.

Thormann fand am Schluss einen Kompromiss, mit dem alle Fraktionen leben konnten: Ziel der Verwaltung ist es, mittelfristig den Bestand an Sozialwohnungen zu halten und langfristig bedarfsgerecht weiter zu entwickeln. Der Beschlussvorschlag muss noch vom Rat abgesegnet werden.

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