Face-Lifting für den Prinzenwagen der KG Silber-Blau
Grünes Paradies für Pielepoggen

Freckenhorst -

Allround-Künstler Stefan Henne hat dem Wagen, den er 2013 schon einmal bemalt hatte und auf dem diesmal das Freckenhorster Dreigestirn im Warendorfer Rosenmontagszug mitfahren wird, ein „Face Lifting“ verpasst. Während in seiner Heimatstadt Düsseldorf Tillys neuester Entwurf, der Toleranzwagen, ein Karnevalswagen für Juden, Christen und Muslime, eifrig diskutiert wurde, schwang Stefan Henne in der Scheune der Familie Nergert den Pinsel. Binnen 14 Tagen verwandelte der 43-Jährige die Außenhaut des Wagens – etwa 40 Quadratmeter – mit Abtönfarben und Klarlack in ein grünes Paradies für Pielepoggen.

Dienstag, 19.02.2019, 18:00 Uhr
Stefan Henne hat dem Prinzenwagen der KG Silber-Blau ein „Face Lifting“ verpasst. Gebaut haben den Wagen, dessen Turm bei Bedarf zusammengeklappt werden kann, vor allem Christian Grunau (auf dem runden Foto in der Mitte) und Franz Stemmler.
Stefan Henne hat dem Prinzenwagen der KG Silber-Blau ein „Face Lifting“ verpasst. Gebaut haben den Wagen, dessen Turm bei Bedarf zusammengeklappt werden kann, vor allem Christian Grunau (auf dem runden Foto in der Mitte) und Franz Stemmler. Foto: Joke Brocker (1), privat (1)

Verstärkung aus Düsseldorf, einer der Hochburgen des Karnevals , haben Christian Grunau , Franz Stemmler, Jörg Wickinghoff, Ecky Nergert und Leo Buller in dieser Session. Es handelt sich zwar nicht um Jacques Tilly, den Bildhauer, Karnevalswagenbau-Künstler und Schöpfer der politisch-satirischen Wagen, aber um einen nicht minder kreativen Kopf, der die Wagenbauer der KG Silber-Blau unterstützt.

„Natur ist doch das größte Motto überhaupt“, findet Henne und erzählt, während er mit dem Pinsel geschickt letzte Hand an ein Pielepoggen-Kullerauge legt, dass er ein sehr naturverbundener Mensch sei. Da ist es kaum verwunderlich, dass der Wagen der KG Silber-Blau neben Kreuzgang und einer klappbaren Stiftskirche vor allem Bäume, moosbewachsene Steine und knatschgrüne Frösche zeigt.

Da Prinzessinnen bekanntermaßen viele Frösche küssen müssen, ehe sie einen Prinzen finden, steht gleich eine ganze Reihe von Pielepoggen-Kandidaten parat, um sich von einer Prinzessin küssen zu lassen, die hoch oben auf dem Wagen steht, ganz grün im Gesicht. Höhenangst? Oder ist es vielleicht der Ärger darüber, dass sich unter den Kuss-Kandidaten kein Prinz befindet?

Mensch Mädchen, möchte man der Frau im blauen Reifrock zurufen, der Prinz ist doch längst gebucht. Und begleitet wird er noch dazu von einem Bauern und – für die Pielepoggen-Prinzessin möglicherweise weniger interessant – einer Jungfrau.

Beim Malen, vorzugsweise in den ruhigen Abendstunden, kann Stefan Henne perfekt abschalten. „Malen“, sagt er, „ist mein Ventil.“ Schon als Kind habe er gerne Comics gezeichnet und später Schulbänke bemalt, bis er vor acht Jahren für eine Bekannte aus Freckenhorst ein Kinderbuch illustrierte. Über die gemeinsame Bekannte kam auch der Kontakt zu Ecky Nergert zustande, bei dem sich der gelernte

Restaurator, Maler und Lackierer für mehrere Mal-Wochenenden einquartierte. Schon als Kind habe er sich vorstellen können, einmal Schauspieler zu werden, berichtet Henne, der in seiner Heimatstadt auch Musik macht. Sein schauspielerisches Talent hat der Düsseldorfer in „Gunima I – Die gierigen 7“,

einem im Raum Winterberg gedrehten No-Budget-Kurzfilm, bereits unter Beweis gestellt. Mit der Fertigstellung des Freckenhorster Pielepoggen-Prinzenwagens, für den er vom offenbar hochzufriedenen Dreigestirn bereits mit dem Prinzenorden ausgezeichnet worden ist, hat sich für den Tausendsassa aus Düsseldorf das Thema Karneval allerdings erledigt.

Denn: Einerseits hat er für den seiner Ansicht nach zu kommerziellen Karneval in seiner Heimatstadt wenig übrig. Andererseits wartet schon das nächste kreative Projekt: Gunima II. Sogar die Macher von „Der Schuh des Manitu“, erzählt Henne, hätten sich bereits dafür interessiert.

Darüber hinaus, versichert er, sei er für Aufträge, bei denen es ums Malen und Gestalten gehe, immer zu haben.

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