Arbeitskreis Neue Emsinsel: Viel Grün statt Wohnbebauung
„Eine Jahrhundertchance“

Warendorf -

„Eine Emsinsel für alle, nicht zubetoniert von einem Investor, der hier ein Kaufschnäppchen gemacht hat“, so Alfred Kiel: „42 000 Quadratmeter für 2,9 Millionen Euro, umgerechnet 69 Euro pro Quadratmeter.“ Der Arbeitskreis Neue Emsinsel meldet sich zurück – vehement mahnend: „Die Emsinsel eignet sich nicht für Wohnbebauung.“

Mittwoch, 06.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 16:38 Uhr
Der Arbeitskreis Neue Emsinsel meldet sich zurück – vehement mahnend: „Die Emsinsel eignet sich nicht für Wohnbebauung“, hält der Arbeitskreis, maßgeblich von Heimat- und Altstadtfreunden initiiert, weder Konzepte für eine kleinteilige Wohnbebauung auf dem ehemaligen Brinkhausgelände für tragfähig noch als Alternative eine investive Privatisierung mit einem Großprojekt. Im Bild die Sprecher des Arbeitskreises (v.l.): Mechtild Wolff, Alfred Kiel und Sigfrid Krebs.
Der Arbeitskreis Neue Emsinsel meldet sich zurück – vehement mahnend: „Die Emsinsel eignet sich nicht für Wohnbebauung“, hält der Arbeitskreis, maßgeblich von Heimat- und Altstadtfreunden initiiert, weder Konzepte für eine kleinteilige Wohnbebauung auf dem ehemaligen Brinkhausgelände für tragfähig noch als Alternative eine investive Privatisierung mit einem Großprojekt. Im Bild die Sprecher des Arbeitskreises (v.l.): Mechtild Wolff, Alfred Kiel und Sigfrid Krebs. Foto: Joachim Edler

Der Arbeitskreis Neue Emsinsel meldet sich zurück – vehement mahnend: „Die Emsinsel eignet sich nicht für Wohnbebauung“, hält der Arbeitskreis, maßgeblich von Heimat- und Altstadtfreunden initiiert, weder Konzepte für eine kleinteilige Wohnbebauung auf dem ehemaligen Brinkhausgelände für tragfähig noch als Alternative eine investive Privatisierung mit einem Großprojekt. Dass sich die Sprecher ausgerechnet jetzt zu Wort melden, hat mit dem gestarteten Moderationsverfahren für die Entwicklung der Industriebrache Brinkhaus zu tun (die WN berichteten). Der Arbeitskreis hat in dem Werkstattverfahren seinen Standpunkt bereits mitgeteilt.

„Wenn schon Wohnen, dann in einer der industrie-historischen Shetdach-Hallen“, betont Mechtild Wolff , Vorsitzende des Heimatvereins und eine Sprecherin des Arbeitskreises. „Unsere Sorge ist, dass die Stadt Warendorf eine Jahrhundertchance verpasst und hinter anderen Städten hinterherhinken wird“, unterstreichen auch Sigfrid Krebs und Alfred Kiel , ebenfalls Sprecher des Arbeitskreises, ihre Forderung nach Grün statt Beton. Dass die Sprecher mit ihrer Forderung nicht allein dastehen, untermauern sie mit einer Unterschriftenliste von sechs Vereinen und Institutionen: Heimatverein, Altstadtfreunde, Kneipp-Verein, NABU, BUND und die Brinkhäuser-Interessengemeinschaft.

„Die Gestaltung der Emsinsel ist eine Jahrhundertchance für die Stadt. Alle Ideen und Möglichkeiten müssen ausgelotet werden – und das unter Beteiligung einer breiten Bürgerschaft.“ Für den Arbeitskreis hängt die Entwicklung der ehemaligen Industriebrache eng mit dem neuen Flussverlauf der Ems durch den Emsseepark und mit der gesamten Emsaue zusammen. Nur auf das Brinkhausgelände zu schauen, ist dem Arbeitskreis zu kurz gegriffen. Bei einem informativen Spaziergang am kommenden Sonntag (10.30 Uhr ab Teufelsbrücke) will der Arbeitskreis mit Hilfe eines Absperrbands auf der „grünen Wiese“ die Planungsdimensionen der „Neuen Ems“ auf dem Lohwall und auf der Emsinsel (östlich des Privatgeländes) vor Augen führen. Der Arbeitskreis befürchtet, dass die Uferpromenade für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich sein wird, wenn das Flussbett durch den Emsseepark umgeleitet und der damit verbundene Hochwasserschutz gebaut ist. „Durch den Durchstich verliert die Stadt viele alte Bäume, der Park wird kleiner“, deutet Mechtild Wolff auf eine Zeichnung, auf der neben dem Verlauf der neuen Ems auch ein Zaun und ein Tor eingezeichnet sind. „Der Hochwasserschutz, den die Stadt Warendorf gar nicht benötigte, lockt die Immobilienvertreter an“, prophezeit Mechtild Wolff. „Der Emsseepark mit der Brinkhausfläche ist kein Bauland, sondern ein sensibler Bereich – ein hoher Stellenwert für die Attraktivität dieser Stadt. Ein Stück Natur. Niemand käme auf den Gedanken hier bauen zu wollen, wenn es die Brinkhausfläche nicht geben würde.“ Möglichst viel von der Historie der ehemaligen Textilfabrik möchte der Arbeitskreis dann auch erhalten wissen.

Während der Arbeitskreis einer Wohnbebauung auf der Emsinsel die rote Karte zeigt, schlagen die Sprecher stattdessen Veranstaltungsflächen, Parkerweiterung, Hotel, Jugendherberge, Ausstellungsflächen für die Textilgeschichte, Gastronomie, Spiel und Sport, Barfußpark, essbarer Stadtpark, grünes Klassenzimmer, Wassertretbecken, Bildung und Kunst – und noch mehr Grün vor. Und dann könnte es aber doch etwas Wohnen sein, und zwar in den bestehenden Gebäuden.

„Eine Emsinsel für alle, nicht zubetoniert von einem Investor, der hier ein Kaufschnäppchen gemacht hat“, so Kiel: „42 000 Quadratmeter für 2,9 Millionen Euro, umgerechnet 69 Euro pro Quadratmeter.“ Und er findet: „Dieses Filetstück hätte sich die Stadt nie durch die Lappen gehen lassen.“

Die drei Sprecher des Arbeitskreises stellen abschließend im WN-Gespräch klar: „Wir sind gut 40 Leute im Arbeitskreis, die keine spinnerten Ideen haben, sondern Lobbyisten ohne Eigeninteresse sind – zum Wohle der Stadt.“  

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