Auftakt für die Berufsinformationstage
Gestütschefin mal ganz privat

Warendorf -

Traditionell bestreitet den Auftakt für die Berufsinformationstage eine ortsbekannte Persönlichkeit. Die Wahl fiel dieses Jahr auf die Landgestütsleiterin Kristina Ankerhold. Als Volljuristin und begeisterte Reiterin hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und wusste viel zu erzählen.

Montag, 11.03.2019, 16:42 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 17:12 Uhr
Die Leiterin des NRW-Landgestüts, Kristina Ankerhold (l.), sprach bei der Auftaktveranstaltung der BIT im Mariengymnasium. Mit im Bild die stellvertretende Schulleiterin des Mariengymnasiums, Dr. Sabine Schöneich, Dr. Thomas Dorsel und Norbert Nottebaum (v.r.)
Die Leiterin des NRW-Landgestüts, Kristina Ankerhold (l.), sprach bei der Auftaktveranstaltung der BIT im Mariengymnasium. Mit im Bild die stellvertretende Schulleiterin des Mariengymnasiums, Dr. Sabine Schöneich, Dr. Thomas Dorsel und Norbert Nottebaum (v.r.) Foto: Rebecca Lek

Zum 15. Mal finden die Berufsinformationstage (BIT), die vom “ Rotary Club “ Warendorf, „ Lions Club “ Warendorf und der Agentur für Arbeit, veranstaltet werden.

Traditionell wird der Montag mit einer Autaktveranstaltung begonnen, bei der eine ortsbekannte Persönlichkeit vom eigenen beruflichen Werdegang berichtet. Die Wahl fiel dieses Jahr auf die Landgestütsleiterin Kristina Ankerhold. „Als Volljuristin und begeisterte Reiterin hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht“, begrüßte Dr. Thomas Dorsel vom „Lions Club“ die Referentin.

Von den vier Schulen, Laurentianum, August-Wibbelt-Gymnasium, Mariengymnasium und zum ersten Mal auch der Gesamtschule, waren rund 40 Schüler der Einladung zur Auftaktveranstaltung gefolgt.

Unter der Überschrift „Über viele Hürden zum Ziel“ beschrieb Ankerhold ihre Ausbildungen zur Pferdewirtin in den Bereiche „Zucht und Haltung“ und „Pferd und Reiten“.

Nach einjähriger Berufserfahrung stand der Universitätsbesuch an, den sie als Volljuristin beendete. „Mit Jura hat man nur mit guten Examen eine Chance. Die oft verschwiegene Wahrheit über Jura ist einfach: Nur dann verdient man auch wirklich Geld“, wischte die Landgestütsleiterin falsche Vorstellungen vom Jurastudium vom Tisch.

Um den Schülern bewusst zu machen, welchen Umfang ihre Arbeit hat, ließ Ankerhold einen kurzen Imagefilm einspielen und gab Informationen zum Landgestüt. Ihren Job bezeichnete sie dabei als ihren Traumberuf, räumte jedoch auch ein, dass sie es sich einfacher vorgestellt hätte. „Wenn ich gewusst hätte, wie schwer das alles wird, weiß ich im Nachhinein nicht, ob ich es gemacht hätte.“

Besonders hob sie hervor, dass nicht für jeden Menschen das Studium genau das Richtige sei – beziehungsweise dass ihr persönlich gut getan habe, erst eine Ausbildung zu machen. Sie hielt damit ein Plädoyer dafür, nicht immer sofort zu studieren, aber gleichzeitig die Möglichkeit dazu auch nicht leichtfertig auszuschlagen. „In unserer Gesellschaft wird körperliche Arbeit im Regelfall schlechter bezahlt als geistige. Das muss man im Hinterkopf haben“, merkte die Volljuristin an.

Die Schüler sollten sich dabei eine zentrale Frage stellen: Wie stelle ich mir mein Leben vor? Die Faktoren Familienplanung, Work-Life-Balance, finanzielle Sicherheit, Arbeitszeit, Karriere und Privatleben sollten hier von jedem individuell beleuchtet werden. Oberstes Ziel sollte dabei der persönliche Erfolg sein, den jeder für sich zu definieren habe, denn „persönlicher Erfolg ist, wenn ich zufrieden bin“.

Insbesondere den Mädchen gab sie eine persönliche Botschaft mit. „Wir Frauen müssen unabhängig sein. Für mich war immer klar: Ich für mich kann alleine stehen“. Gleichzeitig beschrieb sie ihren Weg weder als „leicht“ noch als „einfach“.

Mit ihrem Vortrag vermittelte Ankerhold den Schülern damit eine wichtige Botschaft: Nur jeder Einzelne kann für sich entscheiden, was der richtige Bildungsweg ist. „Ich bin beeindruckt von ihrer Ehrlichkeit. Ihr Vortrag war nicht nur sachlich, sondern sie konnten den Schülern viele hilfreiche Tipps geben“, bedankte sich Norbert Nottebaum vom Lions Club“ für Ankerholds Ausführungen.

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