„Mutter haben sein“ im Dachtheater
Ein Spiegel der Generationen

Warendorf -

Eine ganz besondere Form des Theaterstückes brachten die fünf Schauspielerinnen aus Münster ins Dachtheater des Theaters am Wall (TaW). Im sogenannten „Bistro-Setting“ findet das Geschehen an den Tischen der Zuschauer statt, ohne das diese direkt in die Handlung eingebunden werden.

Mittwoch, 13.03.2019, 16:24 Uhr
Sie organisierten bzw. präsentierten ein gelungenes Programm im TaW-Dachtheater: (v.l.n.r.) Katharina Schildheuer (Frauenberatungsstelle) sowie das „FreiFrau“-Team mit Carolin Wirth, Ulrike Rehbein,Christiane Hagedorn, Cornelia Kupferschmidt, Johanna Kollet und Ingeborg Pelster (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Warendorf).
Sie organisierten bzw. präsentierten ein gelungenes Programm im TaW-Dachtheater: (v.l.n.r.) Katharina Schildheuer (Frauenberatungsstelle) sowie das „FreiFrau“-Team mit Carolin Wirth, Ulrike Rehbein,Christiane Hagedorn, Cornelia Kupferschmidt, Johanna Kollet und Ingeborg Pelster (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Warendorf). Foto: Rebecca Lek

Mitten im Publikum und doch nicht interaktiv. Eine ganz besondere Form des Theaterstückes brachten die fünf Schauspielerinnen aus Münster ins Dachtheater des Theater am Wall (TaW). Im sogenannten „Bistro-Setting“ findet das Geschehen an den Tischen der Zuschauer statt, ohne das diese direkt in die Handlung eingebunden werden. Statt dem gewohnt gedämmten Licht mit kleinen Lampen auf den Tischen, stehen dort, wo die Schauspielerinnen agieren kleine CD-Player und weitere Requisiten.

Carolin Wirth , Johanna Kollet, Ulrike Rehbein, Cornelia Kupferschmidt und Christiane Hagedorn stehen unter dem Label „FreiFrau“ seit mehr als drei Jahren für das Stück „Mutter haben sein“ auf der Bühne. Gründerin des Labels und gleichzeitig Regisseurin ist Carola von Seckendorff. Das Werk gilt als autobiografisches Vexierspiel, denn die Schauspielerinnen spielen sich selbst. Sie nehmen die Positionen ein „Mutter sein“ und „Mutter haben“. Hierfür haben die fünf Münsteranerinnen ihre eigenen Mütter und Kinder interviewt, dessen Stimmen während der Vorstellung immer wieder über die CD-Player eingespielt werden. Sie selber wurden von der Regisseurin interviewt. Somit spiegelt das Stück das Leben mehrerer Generationen wieder, wobei der Fokus immer auf der Rolle der Frau liegt.

Die Vorstellung im TaW wurde von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Warendorf, Ingeborg Pelster , in Kooperation mit der Frauenberatungsstelle Warendorf anlässlich des Weltfrauentages veranstaltet. „Ich hatte das Stück in Münster gesehen und es hatte mich sehr berührt. Alleine konnten wir das für Warendorf nicht auf die Beine stellen, also habe ich Ingeborg davon erzählt“, verriet Katharina Schildheuer, Psychologin bei der Frauenberatung, den Zuschauern bei der Begrüßung.

Auch wenn während der Vorstellung der eine oder andere Lacher durch den Saal ging, handelte es sich meistens um ernste Themen die verarbeitet wurden. Vormundschaft durch den Vater zu Hause oder in der Ehe von durch den Ehemann, Krieg und Fehlgeburten sind hierbei nur einige Themen, die beleuchtet wurden. Durch die Einspielung der Originalinterviews fühlten sich die Zuschauer als wären sie selber dabei gewesen. Gleichzeitig spielten die fünf Frauen überzeugend und mitreißend und zeigten dabei vollen Körpereinsatz.

Gefühlvoll und teilweise mit Humor vermittelten die Schauspielerinnen, wie die jeweiligen Generationen mit den Problemen des Alltags und der Gesellschaft umgehen mussten. Während früher das Motto lautete: „Eine gute Ehefrau weiß, wo ihr Platz ist“, so haben die Frauen des 21. Jahrhunderts mit den teilweise antiquierten Vorstellungen der eigenen Mütter und Schwiegermütter zu kämpfen. Die gleichzeitige Überforderung mit den vielfältigen Möglichkeiten der heutigen Zeit wurde dabei genau so kritisch hinterfragt wie die Einschränkungen der vorangegangenen Generationen.

Das Dachtheater war mit 60 Stühlen bestückt, die alle besetzt waren. Nur drei mutige Männer trauten sich gemeinsam mit ihren Frauen ins Theater und schauten sich die „Collage der gesammelten Erinnerungen“ an.

Das Stück feiert aktuell regional große Erfolge, so dass ein zweiter Teil geplant ist. Der Mittelpunkt soll dabei auf den Schauspielerinnen liegen, die sich mit der Tatsache abfinden müssen, dass die Kinder älter werden und ausziehen, während die eigenen Eltern ihren Weg aus dem Leben gehen.

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