Müllaufkommen: Jeder Warendorfer produziert fast eine halbe Tonne
„Bewusstsein muss jeder selbst schärfen“

Warendorf -

Sibille Schneider (Grüne) beim Blick auf die Müllstatistik: „Ich bin entsetzt über das gestiegene Müllaufkommen.“ Die Grünen-Politikerin hatte einmal nachgerechnet und kam auf eine Steigerung von 75 Prozent in den Jahren 1977 bis 2018: „Das ist entsetzlich viel.“ Die Stadt stehe da in der Verantwortung – gerade den Jugendlichen gegenüber, die zu recht fragten: „Was macht ihr eigentlich, dass es weniger Müll gibt?“

Mittwoch, 20.03.2019, 14:20 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 17:10 Uhr
Jeder Warendorfer produziert jährlich zwischen 456 und 490 Kilo Abfall. Das geht aus der Statistik zur Entwicklung der Abfallmengen hervor, die Udo Bierbaum, Sachgebietsleiter Umwelt- und Geoinformation, im Betriebsausschuss am Dienstagabend veröffentlichte.
Jeder Warendorfer produziert jährlich zwischen 456 und 490 Kilo Abfall. Das geht aus der Statistik zur Entwicklung der Abfallmengen hervor, die Udo Bierbaum, Sachgebietsleiter Umwelt- und Geoinformation, im Betriebsausschuss am Dienstagabend veröffentlichte. Foto: Oliver Werner

Jeder Warendorfer produziert jährlich zwischen 456 und 490 Kilo Abfall. Das geht aus der Statistik zur Entwicklung der Abfallmengen hervor, die Udo Bierbaum , Sachgebietsleiter Umwelt- und Geoinformation, im Betriebsausschuss am Dienstagabend veröffentlichte. Dabei muss die braune Bio-Tonne den meisten Müll schlucken.

Während die Abfallmengen beim Hausmüll in den Jahren zwischen 2011 und 2017 in etwa konstant geblieben sind, gibt es beim Biomüll Abweichungen nach oben. Seit 2007 bis 2017 schwanken die Werte für Bioabfall im Stadtgebiet zwischen 165 und 181 Kilo je Einwohner und Jahr. Diese Schwankungen, so Bierbaum, seien zum überwiegenden Teil auf den Einfluss des Wetters während der Vegetationsperiode zurückzuführen. Das werde besonders im Jahr 2018 deutlich. Durch die vorherrschende Trockenheit sei das gesammelte Biomüllaufkommen auf 158 Kilo je Einwohner und Jahr zurückgegangen.

Im Vergleich zu den Abfallmengen der anderen Städte und Gemeinden liegt Warendorf deutlich über dem Kreisdurchschnitt und reiht sich damit neben die Städte Sassenberg und Dreinsteinfurt. Insgesamt sei das Abfallaufkommen in Warendorf aber im üblichen Rahmen gewesen, so Bierbaum.

Dem vermochte Sibille Schneider (Grüne) ganz und gar nicht folgen. „Ich bin entsetzt über das gestiegene Müllaufkommen.“ Sie hatte einmal nachgerechnet und kam auf eine Steigerung von 75 Prozent in den Jahren 1977 bis 2018: „Das ist entsetzlich viel.“ Die Stadt stehe da in der Verantwortung – gerade den Jugendlichen gegenüber, die zu recht fragten: „Was macht ihr eigentlich, dass es weniger Müll gibt?“

Die Grünen-Politikerin regte an, seitens der Stadt noch intensiver Abfallberatung zu betreiben. Udo Bierbaum konterte erst einmal: „Die absoluten Zahlen muss man relativieren. Denn 1977 wurde mit dem Abfall noch anders umgegangen als in den 80er Jahre. Da verschwand noch viel in Kohleöfen und Osterfeuer gab es fast auf jeder Wiese.“

Und Hermann Temme (CDU) auf den Vorschlag der Grünen, gerade die Jugendlichen für das Thema Müllvermeidung zu sensibilisieren: „Kommen Sie mal zu mir nach Hause, ich wohne in der Nähe des Münsterweges, am Baggerloch, da kann ich jeden Tag achtlos weggeworfenen Müll einsammeln.“

Das Fazit kam vom Ausschussvorsitzenden Hubert Grobecker (Grüne): „Das Bewusstsein für Müllvermeidung muss jeder bei sich selbst schärfen.“

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