Details zum Projekt Neue Ems
Ein Kilometer neues Flussbett

Warendorf -

Die Renaturierung der Ems ist für viele ein wichtiges Thema. Insbesondere Teilaspekte werden kritisch beäugt. Was aber ist richtig? Wir beleuchten hier die wichtigsten Fakten zum Thema Neue Ems.

Freitag, 22.03.2019, 23:00 Uhr
Ungefähr in der Mitte des hinteren Bildbereichs wird die Ems an den jetzigen See angeschlossen und dann am linken Bildrand entlang unter der Straße Wiesengrund hindurch Richtung André-Marie-Brücke geführt, von der aus dieses Bild entstand.
Ungefähr in der Mitte des hinteren Bildbereichs wird die Ems an den jetzigen See angeschlossen und dann am linken Bildrand entlang unter der Straße Wiesengrund hindurch Richtung André-Marie-Brücke geführt, von der aus dieses Bild entstand. Foto: Jörg Pastoor

Beim Sonntagsspaziergang des Arbeitskreises Emsinsel vor zwei Wochen entstand eine Dimension der Neuen Ems. Es gab zu diesem Thema unter anderem Leserbriefe in den WN , die Teilaspekte wie die Wanderungsmöglichkeit für Fische stromaufwärts so für unnötig und überdimensioniert halten – weil etwa eine Fischtreppe am HoT gereicht hätte.

Zudem stellen Neue Ems und die künftige Nutzung der Emsinsel für viele Menschen eine zusammenhängende Maßnahme dar.

Was ist richtig? Die WN beleuchten die wesentlichen bekannten Fakten zum Thema Neue Ems einmal in Stichworten konzentriert, um den aktuellen Stand darzustellen und faktisch zu bündeln, was Sache ist.

Stichwort Fischtreppe:

Zu einer der vor Jahren überprüften Varianten zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (die die Aufstiegsmöglichkeit für Fische regelt) gehörte eine vergleichsweise einfach zu bauende Fischtreppe am HoT. Der Rat hatte sich 2016 dagegen entschieden. Grund: Das führt nicht zum Schutz der Innenstadt vor Hochwasser. Da passt das

Stichwort Deiche:

Baudirektor Peter Pesch hat auf Anfrage der WN alle für den effektiven Hochwasserschutz geplanten Verwallungen (er spricht von „Geländewellen“) abmessen lassen. Ergebnis: „Im Durchschnitt sind es 43 Zentimeter, am Breuelweg 24 Zentimeter, an der höchsten Stelle 92.“ Im Übrigen werden diese Verwallungen nur dann an der Basis vergleichsweise breit, wenn man einen Fuß- und Radweg darauf plant. „Aber den muss man ja nicht anbieten“, meint Peter Pesch, was Bürgermeister Axel Linke für widersinnig hält: Gerade „West“ werde doch „eine wunderschöne Ecke!“

Stichwort Lohwall:

Das Gelände büße rund 25 Prozent ein, sagt Peter Pesch. Aber: Die 50 Meter für den neuen Emsteil, der am jetzigen Ende des Emssees anschließt und dann unter dem Wiesengrund hindurch Richtung André-Marie-Brücke führt, liegen direkt am nördlichen Flächenrand an. Ein Teil der jetzigen Böschung verschwindet also mit. Samt Bäumen; dafür müssen Ersatzpflanzungen her. Sowohl die Mariä-Himmelfahrt-Kirmes wie auch die (größere) zum Fettmarkt seien weiter auf der verbleibenden Lohwall-Fläche unterzubringen. „Bei der Fettmarkt-Kirmes passen allerdings die Fahrzeuge der Schausteller nicht mehr dort hin“, räumt Pesch ein. Die könnten aber für diese paar Tage auf dem Skater-Platz am Freibad abgestellt werden.

Stichwort „Brücke“ Wiesengrund:

Die Straße wird an der Stelle abgebrochen, an dem die Neue Ems sie passiert. Dann kommen Kastenprofile aus Beton in den Boden, die Straße wird wiederhergestellt und bleibt in derselben Höhe, in der sie jetzt ist. Dieser Durchlass wird 13 Meter breit geplant.

Informations-Spaziergang Arbeitskreis Neue Ems

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  • Rund 100 Bürger neugierig auf Details Foto: Jörg Pastoor
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Stichwort Flusspegel Altarm:

Nach Durchstich der beiden Gerinne im Emsseepark und am Lohwall werde der Wasserspiegel im Bereich zwischen Abzweig Park und André-Marie-Brücke auf etwa ein Viertel sinken. Das reicht laut Baudirektor Pesch, um den Grundwasserspiegel in der Höhe zu lassen, die die vielen Holzgründungen unter den historischen Häusern im Stadtkern stabil hält.

Um das sicher überprüfen zu können, werden übrigens neue Beobachtungsbrunnen gebohrt. Sie helfen auch nachzuweisen, ob die hydraulischen Modelle der Wahrheit entsprechen.

Ab wann wird was gebaut? Die wichtigsten Fakten zu den beiden Bauabschnitten in Kürze

Aktuell läuft die Auslage des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt West. Der Beschluss könnte Ende 2019/Anfang 2020 stehen. Nach den Ausschreibungen wäre frühestens in der zweiten Jahreshälfte Baubeginn – die reine Bauzeit kalkuliert die Verwaltung auf gut eineinhalb Jahre, also bis 2023.

Für die Neue Ems West sind Bodenbewegungen von etwa 260.000 Kubikmetern veranschlagt, 4400 Quadratmeter Wegebau stehen in der Liste. Rund 400 Meter lang wird der neue Ems-Abschnitt von Linnenwiese bis An­dré-Marie-Brücke, zwischen ihr und dem dritten Abschnitt Stadtstraße Nord bekommt der Fluss 1000 Meter neuen Lauf, 420 Meter Altbett werden naturnah gestaltet.

Im Abschnitt Ost dürfte die Planfeststellung im Mai/Juni antragsreif sein, Beschluss wäre 2020. Ab 2023 – wenn „West“ gebaut ist – begänne dann die eineinhalb bis zwei Jahre dauernde Umsetzung von „Ost“ mit seinen 70 000 Kubikmetern Bodenumsatz und rund 2100 Quadratmetern Wegeflächen. Der Durchstich vom jetzigen Emslauf zum See wird etwa 300 Meter lang, 620 Meter des westlichen Seeteils werden zum Flusslauf umgeformt. Vor allem der West-Abschnitt soll mit seinen Wegen nach der von allein wachsenden Begrünung als Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit dienen.

Die Gesamtstrecke des Eingriffs in den bisherigen Emsbereich macht etwa 2320 Meter aus, das Gefälle vom Emsüberlauf bis zur Stadtstraße Nord beträgt 3,30 Meter.

Die im Februar 2016 aufgestellte, also rund drei Jahre alte Kostenschätzung geht von 7,7 Millionen Euro aus.

Die Kosten werden zum Großteil vom Land getragen, so dass bei dieser Bausumme ein Anteil von rund 330.000 Euro für die Stadt bliebe. 

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