Wirtschaftswegekonzept
Jetzt sind die Bürger am Zuge

Milte -

Um einen Überblick über alle Warendorfer Wirtschaftwege zu erhalten, hat die Stadt Warendorf die Gesellschaft für kommunale Infrastruktur (Ge-Komm) aus Melle mit der Erstellung eines Wirtschaftswegekonzeptes beauftragt. Ziel ist es, ein zukunftstaugliches, bedarfsgerechtes und finanzierbares Wegenetz zu erhalten.

Mittwoch, 03.04.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 16:52 Uhr
Groß war das Interesse der Landwirte und anderer Nutzer der Wirtschaftswege in Einen-Müssingen, Milte und Velsen. Baudezernent Peter Pesch (kleines Foto, r.) begrüßte die Landwirte in der Aula der Milter Grundschule. Begleitet hatten ihn (sitzend, v. l.) Niels Heermann, Teamleiter Tiefbau, dessen Kollegin Carina Peters, die sich seit Jahren um die Wirtschaftswege in Warendorf kümmert. Hauptreferenten des Abends waren Ge-Komm-Geschäftsführer Eugen Bitjukov (3. v. l.) und dessen Kollege Eduard Schwarz.
Groß war das Interesse der Landwirte und anderer Nutzer der Wirtschaftswege in Einen-Müssingen, Milte und Velsen. Baudezernent Peter Pesch (kleines Foto, r.) begrüßte die Landwirte in der Aula der Milter Grundschule. Begleitet hatten ihn (sitzend, v. l.) Niels Heermann, Teamleiter Tiefbau, dessen Kollegin Carina Peters, die sich seit Jahren um die Wirtschaftswege in Warendorf kümmert. Hauptreferenten des Abends waren Ge-Komm-Geschäftsführer Eugen Bitjukov (3. v. l.) und dessen Kollege Eduard Schwarz. Foto: Joke Brocker

Rund 350 Kilometer Wirtschaftswege auf der einen Seite – ein Instandhaltungsbudget von jährlich 150 000 bis 200 000 Euro auf der anderen Seite, mit dem sich maximal vier Kilometer Wirtschaftsweg sanieren lassen – ein krasses Missverhältnis. Das die Stadt Warendorf seit Jahren zwingt, die zur Verfügung stehenden Gelder nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen.

Um einen Überblick über die Gesamtheit der zum Teil rund 50 Jahre alten Wirtschaftswege und die häufig stark verzweigte oder parallel verlaufende Netzstruktur zu erhalten, hat die Stadt Warendorf die Gesellschaft für kommunale Infrastruktur (Ge-Komm) aus Melle mit der Entwicklung eines Wirtschaftswegekonzeptes beauftragt. Ziel ist es, ein zukunftstaugliches, bedarfsgerechtes und finanzierbares Wegenetz zu erhalten.

Die Ge-Komm hat in den vergangenen Monaten – auch in Zusammenarbeit mit einem Arbeitskreis, dem die Nutzer, darunter Landwirte, angehören – und der Verwaltung eine Bestandsaufnahme vorgenommen. Daten zu Flurstücken und Eigentumsverhältnissen sowie hochauflösende Luftbilder des Landes NRW wurden um eine sogenannte „Vor-Ort-Erfassung“ ergänzt. Das Ge-Komm-Team hat dazu das gesamte Wirtschaftswegenetz bereist, alle Wege in Augenschein genommen und eine Fotodokumentation (Geoimaging) erstellt. Alle erfassten Daten wurden anschließend digitalisiert.

Die Ge-Komm-Mitarbeiter bekamen auf diese Weise Aufschluss über Zustand und Tragfähigkeit von Wirtschaftswegen, das Ausmaß von Begegnungsverkehren auf mittlerweile auch touristisch genutzten Wegen und über die Funktion der Wege. Die Fachleute aus Melle unterscheiden zwischen Ortsverbindung, Hauptwirtschaftweg, Anliegerwirtschaftsweg, untergeordneten Wirtschaftswegen, unbefestigten Wald- und Wiesenwegen sowie Optionswegen, die in einem unter Mitwirkung der Bürger zu erstellenden Soll-Konzept unter Umständen auf Dritte oder einen Verband übertragen werden könnten.

Damit der nun vorgestellte „Datenschatz“ kein „Datenfriedhof“ wird, sind die Bürger ausdrücklich eingeladen, die von der Ge-Komm als Projektleitung am Dienstag in Milte, gestern in Warendorf und heute in Hoetmar vorgestellten Zwischenergebnisse zu kommentieren und weiterzuentwickeln. Gerade die Einbindung der breiten Öffentlichkeit in Entscheidungsprozesse sei von großer Bedeutung und trage zur Erhöhung der Akzeptanz bei, bemerkte Ge-Komm-Geschäftsführer Eugen Bitjukov. Die Bürger sollen in einem transparenten Beteiligungsverfahren mitentscheiden, welche Wege im Standard gesenkt werden, ökologisch aufgewertet oder gar aufgegeben werden könnten, welche Doppel- oder Dreifacherschließungen von Parzellen überflüssig sind, welche Wege für die Allgemeinheit entbehrlich oder aber für die Gemeinde unverzichtbar sind und daher hohe Priorität haben.

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