Spezielle „Mai-Demo“
„Warendorf wird immer leiser!“

Warendorf -

Den 1. Mai will Michael Görres nutzen, um wachzurütteln: Warendorf ist ihm zu ruhig geworden. Eine Stadt ohne Diskothek? Das kann er nicht hinnehmen. Und dann auch noch das Verbot von Techno-Musik im Rosenmontagszug.

Freitag, 05.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 15:06 Uhr
Für mehr Leben in der Feierszene will Michael Görres mit seiner Demonstration am 1. Mai werben – am liebsten im Emsseepark.
Für mehr Leben in der Feierszene will Michael Görres mit seiner Demonstration am 1. Mai werben – am liebsten im Emsseepark. Foto: Jörg Pastoor

Michael Görres möchte wieder mehr Leben in der Stadt. Deshalb plant der 30-Jährige den „Tanz für die Tafel“ am 1. Mai und hat die Stadtverwaltung um Unterstützung für den dafür geplanen Emsseepark gebeten.

„Am 30. April schließt die letzte Diskothek in Warendorf. Ab dann sind wir offiziell eine leise Rentnerstadt“, schreibt Görres, „nachdem das ,Ed‘s und das ,Voodoo‘ auch bereits Vergangenheit sind.“

Ich möchte einfach mal zeigen, wie man anders feiern kann.

Michael Görres

Görres stellt sich eine Musikparty zwischen 6 und 22 Uhr vor, für die er Technik und Musikanlage selbst kostenfrei bereitstellen werde. „Mein Motiv ist, dass es in Warendorf immer leiser wird. Sogar im Karneval. wo man den Leuten vorschreiben will, dass mein nur eine Musikrichtung im Umzug zu hören hat.“ Er komme aus Köln. „Und da feiert man bunt und laut – auch mit Musik, die zum Beispiel Jugendliche gern hören.“ Er als gebürtiger Warendorfer habe es nicht mehr mit ansehen können, wie das Leben aus der Stadt weiche. „Ich möchte einfach mal zeigen, wie man anders feiern kann. Warum nicht da im Emspark?“ In Düren habe man zwischen 100 und 150 Leute zu diesem Format bewegen können – damit rechne er auch in Warendorf.

Auch wenn Michael Görres sich Unterstützung von der Stadt wünscht – zum Beispiel die Öffnung der Toiletten am Freibad oder die Aufstellung von WC sowie Müllgefäßen – André Auer riet Görres von der Veranstaltung ab. Die fänden im Park nur „sehr begrenzt“ statt und würden nur genehmigt, „wenn ein großes öffentliches Interesse vorhanden ist“. Wegen des Tanzes in dem Mai am 30. April auf dem Marktplatz sehe er, Auer, das nicht und würde keine Genehmigung erteilen. Er könne Görres aber eine Mitwirkung an einer anderen Veranstaltung anbieten, wenn dabei, wie Görres es plant, für „Die Tafel e.V.“ gesammelt werde. Michael Görres will nun mit Auer noch einmal über das Projekt reden, das er übrigens als Demonstration angemeldet hat, wie er im WN-Gespräch sagt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6521023?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker