Deckel sammeln gegen Kinderlähmung
Plastikmüll rettet Leben

Warendorf -

Kinderlähmung ist weltweit immer noch nicht ausgerottet. Mit Hilfe von Kunststoffdeckeln, die jeder Bürger sammeln kann, soll sich das jetzt ändern. So kann Plastikmüll Leben retten.

Freitag, 05.04.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 16:06 Uhr
Mit der stattlichen 126-Kilo-Ladung bunter Kunststoffdeckel von Hans-Heinrich Hammermeister füllte sich das „Bigpack“ schnell. Beim Ausschütten der Sammelsäcke halfen Dr. Michael Quinckhardt, Regina Spitthöver und Elisabeth Budde (v. l.).
Mit der stattlichen 126-Kilo-Ladung bunter Kunststoffdeckel von Hans-Heinrich Hammermeister füllte sich das „Bigpack“ schnell. Beim Ausschütten der Sammelsäcke halfen Dr. Michael Quinckhardt, Regina Spitthöver und Elisabeth Budde (v. l.). Das kleine Bild zeigt Plastikdeckel, zum Beispiel mit Metallanteilen, die nicht gesammelt werden sollen. Foto: Michèle Waßmann

„Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam“ – die Älteren kennen diesen Slogan noch zur Genüge. Polio gilt in Deutschland inzwischen zum Glück als lange ausgerottet. Doch anderenorts sieht die Angelegenheit ganz anders aus. Gemeinsam wollen der Inner-Wheel-Club Warendorf und die Aktion Kleiner Prinz (AKP) ab sofort die Initiative „Deckel gegen Polio“ unterstützen. Ziel ist, dass weltweit kein Kind mehr an Kinderlähmung erkrankt.

Bei „Deckel gegen Polio“ werden Flaschendeckel aus Kunststoff gesammelt und an Recyclingunternehmen verkauft. Ein einzelner wiegt circa zwei Gramm, 500 Deckel ergeben rein rechnerisch etwa ein Kilogramm Material. Der Erlös aus dem Verkauf deckt in etwa die Kosten einer Impfung, erläutert AKP-Vorsitzender Dr. Michael Quinckhardt . „Jeder Deckel zählt also“, unterstreicht Inner-Wheel-Vizepräsidentin Regina Spitthöver. Und das Beste daran: Für die Spender bedeutet das lediglich einen kleinen Dreh zum Abschrauben des Deckels und Pfand für die Flaschen gibt es trotzdem. Die Rotarier-Dame Elisabeth Budde sammelt in Beckum zusammen mit ihren Schülern schon lange Plastikdeckel. „Einmal durften wir sogar eine ,Trinkgut‘-Filiale stürmen und von allen leeren Flaschen die Plastikdeckel abschrauben“, erzählt sie bei der Pressekonferenz in der AKP-Halle.

Großsammelstelle in der AKP-Halle

Der Milter Hans-Heinrich Hammermeister unterstützt die Initiative „Deckel drauf“ schon länger, in dem er die Deckel Zuhause an der Ostmilter Straße 18 annimmt. Auf die Idee hat ihn Tochter Kathrin gebracht und seit Juli 2017 ist die Familie Hammermeister bei „deckel-gegen-polio“ registriert und auch auf der Übersichtskarte im Internet zu finden. Insgesamt hat der Milter bereits 723 Kilo Kunststoffdeckel gesammelt.

Jeder Deckel zählt.

Regina Spitthöver

Zum Auftakt der Aktion wurde gestern die Großsammelstelle an der AKP-Halle eingeweiht. Wenn vier der großen weißen „Bigpacks“, die künftig in der AKP-Halle gelagert werden, voll sind, holt „Deckel gegen Polio“ diese kostenlos ab. Stattliche 126 Kilo bunter Deckel lieferte Hammermeister am Freitag an. Alle von Hand sortiert – denn es dürfen nur Deckel aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP) von Getränkebehältern- und Flaschen gesammelt werden. Also nicht alle Plastikdeckel, wie zum Beispiel von Kosmetikartikeln und auch keine Deckel, in denen sich Metall versteckt. Einige der „verbotenen“ Verschlüsse hatte Hammermeister als Anschauungsmaterial mitgebracht.

Die Sammelstellen, die Inner-Wheel und die Aktion Kleiner Prinz künftig anbieten, sollen in Kürze auf der AKP-Homepage veröffentlicht werden. Bis dahin können erst einmal alle Zuhause „vorsammeln“.

 

 

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