Gespräch über Jugend-Demo
Dialog zwischen Stadt und Demo-Initiator

Warendorf -

Drüber reden könnte helfen, fand Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann. Deshalb rief er Michael Görres an, der für mehr Leben in der seiner Meinung nach zu leisen Stadt Warendorf demonstrieren will. Jetzt reden sie.

Mittwoch, 10.04.2019, 15:06 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 14:56 Uhr
In den Emsseepark will Michael Görres am 1. Mai mit seiner Demonstration für mehr Leben in Warendorf ziehen.
In den Emsseepark will Michael Görres am 1. Mai mit seiner Demonstration für mehr Leben in Warendorf ziehen. Foto: Felicia Schink

„Wir möchten eine gemeinsame Lösung finden, wie Leise und Laut in Warendorf zusammenfinden“, schreibt Michael Görres . Der gebürtige Warendorfer, der jetzt im Rheinland lebt, lässt sich auch durch die fehlende Freigabe seiner im Emsseepark gewünschten Mai-Kundgebung für mehr Jugend-Freundlichkeit nicht entmutigen (die WN berichteten).

Zumindest drüber reden kann er jetzt mit der Stadt: „Ich habe gerade mit Herrn Görres telefoniert und wir haben uns auf ein Gespräch geeinigt“, berichtete am Mittwochnachmittag Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann auf WN-Anfrage. Nach der bisherigen Entwicklung war für Thormann klar: „Es wäre sinnvoll, mal zu sprechen.“

Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Polizei hatten Görres bisher keine Freigabe erteilt. Jetzt will er einen Demonstrationszug von der B 64 durch die Stadt am ehemaligen „Mr. Ed‘s“ vorbei in den Park organisieren. Als „Demonstrationszweck“ ruft er dazu „Warendorf ist viel zu leise“ auf.

Es wäre sinnvoll, mal zu sprechen.

Dr. Martin Thormann

Der Sachbearbeiter der Polizei bezieht sich auf eine Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, die sogenannte „Love-Parade-Entscheidung“. Demnach seien Musik- und Tanzveranstaltungen keine Versammlungen – und er könne Görres deshalb auch keine „Versammlungsbestätigung“ geben.

„Was benötigt die Stadt Warendorf von uns, damit unser Vorhaben problemlos über die Bühne rollt? Was müssen wir tun, um Ihren Vorschriften gerecht zu werden? Wir möchten gemeinsam eine friedliche Demonstration durchführen und sind zu Gesprächen jederzeit bereit“, schreibt Görres auf seine Facebook-Seite. Inzwischen haben sich um die 160 Unterstützer der Idee eingetragen.

Bisher gut 160 Unterstützer eingetragen

Diese Fragen will Martin Thormann – eventuell gemeinsam mit Mitarbeitern der Kreisverwaltung – beim Treffen nächsten Mittwoch erörtern. Es gebe aus Sicht der Stadt verschiedene Gesichtspunkte zu klären. „In Verbindung mit dem 1. Mai haben wir im Park immer eine gewisse Vermüllung“, zählt Thormann auf, „da habe ich schon eine gewisse Sorge.“ Zudem müsse die Größe der Veranstaltung verdeutlicht werden, weil das Konsequenzen für die Sicherheit habe – Stichwort Ordnerzahl. Und dann sei da noch die Frage der Emissionen, weil Lärm natürlich auch nicht folgenlos bleibe. „Das alles“, schiebt Dr. Thormann nach, „hat uns dazu bewogen, bisher nicht ,Ja‘ zu sagen.“

Er gehe jetzt offen in das Gespräch. Bis dahin habe ja der Kreis vielleicht auch die neue rechtliche Bewertung der jetzt geänderten Görres-Idee mit dem Demonstrationszug für ein weniger leises, jugendfreundlicheres Warendorf.

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