Demonstration gegen B 64n
Straßen.NRW will genau hinhören

Warendorf -

Eine intensivere Kommunikation mit denen, die vom Bau der B 64n betroffen sind, strebt Straßen.NRW an. Dazu hat sie „Dialog Basis“ engagiert. Das Büro will Meinungen. Und zwar möglichst viele.

Freitag, 12.04.2019, 17:52 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 18:21 Uhr
Dirk Griepenburg (2.v.r.) redete mit einigen der rund 100 Demonstranten vor dem Kreishaus, deren Meinung klar zu lesen war. Rechts Bernhard Epmann, links Manfred Ransmann.
Dirk Griepenburg (2.v.r.) redete mit einigen der rund 100 Demonstranten vor dem Kreishaus, deren Meinung klar zu lesen war. Rechts Bernhard Epmann, links Manfred Ransmann. Foto: Jörg Pastoor

Straßen.NRW will einen intensiveren Dialog mit den Bürgern, die die B 64n kritisch sehen oder ablehnen. Das gaben Behördenvertreter Freitagim Kreishaus bekannt – und konnten schon vor dem Pressetermin draußen üben. Dort hatten sich rund 100 Gegner zu einer Demonstration versammelt. Sowohl Straßen-NRW-Regionalleiter Dirk Griepenburg als auch Niederlassungschef Manfred Ransmann und B 64-Projektleiter Bernhard Epmann gingen auf die Demonstranten zu, stellten sich Fragen und hörten sich Gründe an, warum die Warendorfer Schnellstraße auf „veralteten Planungen“ beruhe und dass der Landschaftsverbrauch viel zu hoch sei – von der Umweltbelastung mal ganz abgesehen.

Im Sitzungszimmer – Landrat Dr. Olaf Gericke hatte sich als Gastgeber angeboten – saßen neben den Repräsentanten der Planungs- und Baubehörde auch Dr. Antje Grobe sowie ihr Angestellter Philipp Morath von „Dialog Basis“, jenem Tübinger Moderationsbüro, das Straßen.NRW erstmals in einem solchen Großprojekt engagiert hatte.

Wir sind keine Gegner – wir haben gegensätzliche Positionen.

Dirk Griepenburg

Das heißt übrigens jetzt „4 zu 1 Ostmünsterland-Verbindung“. Das Wortgebilde ist sozusagen Metapher für den Blick, den die Behörde auf die schnelle Trasse zwischen Münster und Rheda-Wiedenbrück hat.

Die Demonstranten sammelten sich vorm Kreishaus

Die Demonstranten sammelten sich vorm Kreishaus Foto: Jörg Pastoor

Nach Bernhard Epmanns und Fred Olms aktuellen Sachständen zu den Einzelabschnitten Münster-Telgte, Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz und Fragen der Presse war dann klar: Ja, so Dirk Griepenburg, der für Warendorf geplante „2+1“-Ausbau sei gesetzt. Das heiße aber nicht, dass im Zuge des Planfeststellungsverfahrens, das schnell mal zwei Jahre dauere, nicht doch Gründe dafür auftauchen könnten, doch noch genauer hinzuschauen.

Projekt heißt jetzt „4 zu 1 Ostmünsterland-Verbindung“

Da knüpfte auch Antje Grobe an. Die Managing Direktorin von „Dialog Basis“ bezog sich auf viele solcher Bürgerbeteiligungsprozesse, die ein Planfeststellungsverfahren ja sei. Und hielt für sich fest: „Wir sind keine Kommunikationsagentur. Wir machen auch keine Dialogveranstaltungen von der Stange.“ Sie sehe ihren Auftrag darin, im jeweiligen Ort mit Menschen zu sprechen, die ein solches Straßenprojekt kritisieren oder ablehnen, um die Gründe dafür kennenzulernen. Sie sei nicht dazu da, Argumente abzubügeln. Dort, wo Bürger konkrete Fehlplanungen bemängeln, nehmen sie und ihr Team – bestehend aus Philipp Morath und Johanna Feix – sie auf und spielten sie an Straßen.NRW. zurück. Dort müsse dann fachlich bei Wünschen und Anregungen entschieden werden,  „was geht und was nicht geht, weil . . .“ Auf jeden Fall möchte sie ein komplettes Meinungsbild: „Wir brauchen da alle mit an Bord!“

Dr. Antje Grobe vom Büro „Dialog Basis“.

Dr. Antje Grobe vom Büro „Dialog Basis“. Foto: Jörg Pastoor

Von diesem erstmals genutzten Weg verspricht sich Dirk Griepenburg eine weniger emotionale Auseinandersetzung. Für ihn ist klar: „Wir sind keine Gegner – wir haben gegensätzliche Positionen.“ Das sei auch ganz natürlich.

Wir brauchen da alle mit an Bord!

Dr. Antje Grobe will möglichst viele Meinungen

Die letzte große öffentliche Informationsveranstaltung war im März 2017 im Theater am Wall die große frühzeitige Bürgerinfo. Im üblichen Verfahrensablauf läuft jetzt gerade die Aktualisierung des Verkehrsgutachtens für Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz. Das Planfeststellungsverfahren für die B 64n südlich von Warendorf könnte im Jahr 2021 beginne, wenn alles nach Plan läuft. Jetzt soll deshalb „Dialog Basis“ Kontakt mit dem Bürgermeister und den Fraktionen aufnehmen. Und mit allen, die etwas dazu zu sagen haben. Dann startet der Beteiligungsprozess. Und zwar „noch definitiv vor der Sommerpause“, meinte Antje Grobe nach der eineinhalbstündigen Pressekonferenz. Da waren die Demonstranten draußen schon wieder weg.

Bernhard Epman (r.) verdeutlichte den Planungsstand.

Bernhard Epman (r.) verdeutlichte den Planungsstand. Foto: Jörg Pastoor

Straßen.NRW hat inzwischen eine Internetseite mit allen Daten und Fakten von „4 und 1“ online.  

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