Gisela Günnewig gestaltet mit Wachstechnik Osterschmuck
Echte Überraschungseier

Ostbevern/Freckenhorst -

Mit einer ganz besondern Wachstechnik gestaltet die gebürtige Ostbevenerin Gisela Günnewig Ostereier. Dabei entstehen dekorative Unikate. Seit 35 Jahren widmet sich die gelernte Musterzeichnerin diesem Hobby.

Montag, 15.04.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 15:16 Uhr
Kein von Gisela Günnewig gestaltetes Ein gleicht dem anderen.
Kein von Gisela Günnewig gestaltetes Ein gleicht dem anderen. Foto: Joke Brocker

Eigentlich sind sie echte Überraschungseier, die prächtigen Ostereier, die Gisela Günnewig seit inzwischen 35 Jahren mit Hilfe von Wachs und Farben gestaltet. Naturgemäß gleicht kein Ei dem anderen. Das liegt einerseits an der unterschiedlichen Größe von Tauben-, (Zwerg-)Hühner-, Enten-, Gänse- und Straußeneiern. Dass die zwischen Weihnachten und Ostern im Wohnzimmer der Günnewigs entstehenden Ostereier echte Unikate sind, liegt aber auch an den unterschiedlichen Schalen, die, mit Wachsblüten, -ranken-, kreisen oder -ornamenten versehen, in ein Farbbad getunkt werden und darauf sehr individuell – und absolut nicht vorhersagbar – reagieren.

„Wachsmal-Werkzeug“

„Jedes Ei ist anders“, freut sich Gisela Günnewig. Die gelernte Musterzeichnerin für Möbelstoffe, die als Tochter des Müllers in der Ostbeverner Bauerschaft Schirl aufgewachsen ist, ihre Ausbildung in den 60er-Jahren bei Kreimer absolvierte und sich in ihrer freien Zeit mit Blaudruck beschäftigte, lernte die Wachstechnik mit Natureiern vor 35 Jahren bei einer Ausstellung in Münster-Angelmodde kennen. Heute lebt sie in Freckenhorst. Zuhause machte sich die dreifache Mutter gleich ans Werk, präparierte Bleistiftenden mit unterschiedlich dicken Stecknadelköpfchen, die bis heute als „Wachsmal-Werkzeug“ fungieren. Die Nadel-Köpfchen werden kurz in einen Teelichthalter mit flüssigem Bienenwachs eingetaucht, den die Hobbykünstlerin auf ein Stövchen gestellt hat, in dem ein Teelicht brennt. Seit sie am eigenen Leibe erfahren hat, wie schmerzhaft Verbrennungen durch flüssiges Wachs sind, trägt die 70-Jährige zum Schutz eine selbst gefertigte Lederschürze, wenn sie des Abends vor dem Fernseher mit Nadeln und Wachs hantiert.

Es ist eine Sucht.

Gisela Günnewig

Der Stecknadelkopf wird kurz in das heiße Wachs getaucht, das dann Punkt für Punkt, Strichlein für Strichlein auf das natürlich ausgeblasene Ei und mit zarten Bleistiftlinien versehene Ei gesetzt wird. Die einzelnen Wachs-Punkte werden rasch durch kleine Striche mitein­ander verbunden. Auf diese Weise entstehen florale Motive, aber auch kunstvolle Ornamente oder Ranken. Gisela Günnewig, die eine ganze Reihe weiterer Hobbys pflegt – sie näht Kirschkernsäckchen und Schürzen, sammelt Blaubeeren und Pilze und betätigt sich im Garten – setzt lediglich ein Hilfsmittel ein. Ein aus einer Bierflasche stammender Gummi-Ring dient als Schablone bei der Gestaltung von Kreisen. Ansonsten tupft sie die Wachströpfchen frei Hand auf die Eier.

Ruhige Hand

„Meine Frau hat eine ruhige Hand“, stellt Ehemann Bernhard bewundernd fest. Und die absolute Symmetrie der Muster lässt nicht nur ihn staunen. Die mit den Wachs-Mustern verzierten Eier werden anschließend in Farbbäder getaucht. Bei den Farben handelt es sich um Textilfarben aus dem Drogeriemarkt, aber auch um Farbpulver oder Farbplättchen. Dort wo das Wachs – es muss zuckerhaltiges Bienenwachs sein, weil nur dieses auf den Schalen haftet – das Ei bedeckt, nimmt die Schale keine Farbe an. Sobald das gefärbte Ei getrocknet ist, wird das gelbliche Bienenwachs mit Hilfe eines Föns und eines Tuchs von dem nunmehr leuchtenden und glänzenden Ei entfernt.

Mindestens eine Stunde dauert es, ein Hühnerei auf diese Weise zu gestalten, drei Stunden rechnet Gisela Günnewig für ein Straußenei. Für die gebürtige Ostbevenerin ist das mehr als Entspannung. „Es ist eine Sucht“, sagt sie und versucht regelmäßig, andere Menschen für ihr Hobby zu begeistern.

Wer sich darüber hinaus über das anspruchsvolle Hobby informieren möchte, erreicht Gisela Günnewig unter bug_guennewig@web.de.

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