Absolutes Halteverbot schränkt Geschäftsmann stark ein
„Plötzlich war dieses Schild da“

Warendorf -

Günter Belt ist sauer. Die Anlieferung der Waren ist die eine Sache. Die andere: Kunden, vor allem ältere und gehbehinderte Menschen, die seinen Seh- und Lupentest im Geschäft in Anspruch nehmen und meistens gebracht werden, müssen jetzt weite Wege in Kauf nehmen. Belt bietet seinen Kunden zudem einen Hol- und Bringdienst an. Der falle jetzt weg, oder er steuere seine Filialen in Beelen und Sassenberg an. „28 Jahre war das alles kein Problem. Von heute auf Morgen – ohne Vorwarnung – war dieses Schild da!“

Dienstag, 16.04.2019, 04:00 Uhr
Obere Freckenhorster Straße: Aus einem beschränkten Halteverbot wurde ein absolutes Halteverbot – zum Leidwesen von Optiker- und Uhrmachermeister Günter Belt, der jetzt keine Waren mehr anliefern kann.
Obere Freckenhorster Straße: Aus einem eingeschränkten Halteverbot wurde ein absolutes Halteverbot – zum Leidwesen von Optiker- und Uhrmachermeister Günter Belt, der jetzt keine Waren mehr anliefern kann. Foto: Joachim Edler

Günter Belt traute im ersten Augenblick seinen Ohren und Augen kaum. Die städtische Mitarbeiterin des ruhenden Verkehrs forderte den Inhaber des gleichnamigen Optiker- und Uhrengeschäfts in der Freckenhorster Straße unmissverständlich auf, seinen Wagen sofort wegzufahren, andernfalls drohe ein Bußgeld. Über 28 Jahre betreibt der Optiker- und Uhrmachermeister sein Geschäft an eben diesem Standort, liefert jeden Morgen Waren – unter anderem Großuhren – und fährt dann weiter. Bislang war das möglich, weil er im eingeschränkten Halteverbot stand. Seit kurzem aber prangt ein absolutes Halteverbotsschild im Straßenbereich. Und die Stadt greift rigoros durch, so der Geschäftsmann.

Günter Belt ist sauer. Die Anlieferung der Waren ist die eine Sache. Die andere: Kunden, vor allem ältere und gehbehinderte Menschen, die seinen Seh- und Lupentest im Geschäft in Anspruch nehmen und meistens gebracht werden, müssen jetzt weite Wege in Kauf nehmen. Belt bietet seinen Kunden zudem einen Hol- und Bringdienst an. Der falle jetzt weg, oder er steuere seine Filialen in Beelen und Sassenberg an. „28 Jahre war das alles kein Problem. Von heute auf morgen – ohne Vorwarnung – war dieses Schild da!“

Der Uhren- und Optikermeister möchte keinen Sonderstatus, sieht die Erreichbarkeit seines Geschäfts jedoch stark durch die Stadt eingeschränkt. Er könne die Vorgehensweise des Ordnungsamtes ja verstehen, die mit dem absoluten Halteverbotsschild gegen das willkürliche Parken in diesem Bereich der Freckenhorster Straßen konsequent vorgehe. Die Situation sei für ihn jedoch unbefriedigend, viele ältere Leute würden sein Geschäft jetzt erst gar nicht ansteuern. Unmut gebe es auch unter den Mietern im Haus, die nicht mal mehr kurz mit dem Auto vor der Tür halten und eine Kiste Wasser ins Haus bringen könnten, ohne aufgeschrieben zu werden.

Der Geschäftsmann könnte sich vorstellen, das Halteverbot zeitlich zu begrenzen – wie auch im unteren Bereich der Freckenhorster Straße: Be- und Entladen von 19 Uhr abends bis 11 Uhr morgens erlaubt. „Das würde mir schon helfen“, hat Belt den Antrag an die Stadt gestellt.

Das absolute Parkverbot wurmt ihn einfach: „Da sucht man als Geschäftsmann in der heutigen Zeit nach Nischen, hat sich auf Großuhren und Lupen spezialisiert, und bekommt durch ein absolutes Halteverbot Steine in den Weg gelegt. Fair wäre eine zeitliche Begrenzung. Damit könnte ich leben.“

Und der Geschäftsmann hat noch einen weiteren Vorschlag: Einfach die Fußgängerzone bis zu seinem Geschäft verlängern und die Einbahnstraße In den Lampen aufheben. Das würde die Attraktivität der Fußgängerzone erhöhen.

Holger Niemeyer , Sachgebietsleiter Sicherheit und Ordnung, bei der Stadt Warendorf, freut sich zwar auf der einen Seite, dass das Schild bereits Früchte getragen hat und dort nicht mehr geparkt wird. Hintergrund des absoluten Halteverbots: durch dort abgestellte Fahrzeuge – nicht von den Ladeninhabern, betont Holger Niemeyer ausdrücklich, sei es auf der Freckenhorster Straße im Bereich Kurze Kesselstraße und August-Wessing-Damm immer wieder zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr gekommen.

Seit dem 7. März greife nun, wie übrigens auf der anderen Seite der Straße auch, das absolute Halteverbot. Niemeyer spricht von einer „Testphase“, die bereits Signalwirkung gezeigt habe. „Es wird dort nicht mehr geparkt.“

Allerdings, das räumte der Sachgebietsleiter ein, werde zurzeit an einer Lösung für die Gewerbetreibenden in der Straße gearbeitet. „Es wird eine Lösung zum Be- und Entladen geben. Ob das in Form einer zeitlichen Begrenzung oder einfach eines Zusatzschildes sein wird, das müssen wir rechtlich noch klären“, bat Niemeyer noch um ein wenig Geduld.

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