Dirk Groß ganz groß: Kunstpreis „Velázquez“ in Barcelona gewonnen
Nebulöses Netzwerk gibt Blick frei auf das eigene Ich

Warendorf -

Dirk Groß wurde jüngst eine internationale Auszeichnung verliehen, die ihn stolz macht. Der Warendorfer hat mit seinem Werk „Weltweite Weberknechte“ den internationalen Kunstpreis „Velázquez“ in Barcelona gewonnen.

Mittwoch, 17.04.2019, 16:54 Uhr
Ein Labyrinth aus Linien, Kurven und Kreisen: Für seine Kunst zum Zyklus „Fragmentum“ erhielt der heimische Künstler Dirk Groß den renommierten Kunstpreis „Velázquez“.
Ein Labyrinth aus Linien, Kurven und Kreisen: Für seine Kunst zum Zyklus „Fragmentum“ erhielt der heimische Künstler Dirk Groß den renommierten Kunstpreis „Velázquez“. Foto: Marion Bulla

Wenn ein Künstler einen Preis erhält, dann ist das eine wunderbare Wertschätzung seiner Arbeit und zeugt in den meisten Fällen davon, dass er seine Sache ziemlich gut macht.

Groß ist ein vielschichtiger Künstler. Er ist Maler, Grafiker, Bildhauer und Poet in einer Person. Seine Werke sind in Galerien im Ausland zu sehen.

So stellt Dirk Groß unter anderem auch regelmäßig in London aus. Und genau dort wurden Kunstexperten auf seine Bilder aufmerksam. Sie nominierten den 52-jährigen für den Kunstpreis „Velázquez“. Sein Bild mit dem Titel „Weltweite Weberknechte“ war unter den Werken, die am Ende ausgezeichnet wurden.

Anfang April wurde dem Warendorfer im europäischen Museum für Moderne Kunst (MEAM) im Rahmen der Biennale in Barcelona der internationale Kunstpreis „Velázquez“ verliehen. Einen Preis für Künstler, so heißt es, die ihren künstlerischen Wert verdienen.

Die Jury um Francesco Saverio Russo, Salvatore Russo und Sandro Serradifalco, die die Veranstaltung konzipiert und kuratiert hatten, war unter anderem vom Thema, Ausdruck und der Farbgebung begeistert. Das Siegerbild „Weltweite Weberknechte“ ist eine aktuelle Arbeit und stammt aus dem Zyklus „Fragmentum“.

Seit drei Jahren beschäftigt Groß sich intensiv mit Fragmenten, dessen Thematik aus der philosophischen Epoche der Romantik kommt. Das ausgewählte Werk besticht nicht nur durch seine Farben. Blau in allen Nuancen, ein wenig Rot, etwas mehr Gelb und ein Hauch von Grün.

Wer das Bild betrachtet, ist ebenso fasziniert von den vielen kurvigen und geraden Linien, fast wie die langen, dünnen Beine der Spinnentiere, die sich wie ein nebulöses Netzwerk über die Leinwand ziehen. Ab und an werden die Striche unterbrochen oder auch durchbrochen. Das weit verzweigte Netz öffnet sich und der Betrachter kann hindurchsehen, dahinter schauen. Ein Blick vielleicht sogar auf das eigne Ich. Diese kleinen Gucklöcher schaffen Licht und Lebendigkeit.

„Die Welt, wie wir sie kennen, löst sich auf und das Thema „Gemeinsam einsam“ tritt immer wieder an mich heran. Je egoistischer der Mensch wird, desto mehr vereinsamt er. Wir alle haben unsere eigenen Wege und Sichtweisen, aber verlernt, glücklich zu sein. Wir müssen uns daran zurück erinnern, was bedeutend ist“, erklärt Dirk Groß und ergänzt, man müsse auf das Jetzt blicken und nicht meckern.

Er habe sich selbst die Aufgabe gestellt, den philosophischen Aspekt bildlich darzustellen. Alles sei Illusion. „Fragmente, das bin so sehr ich“, bemerkt der 52-Jährige nachdenklich.

Aktuell hat Dirk Groß sich für den „Luxembourg Art Prize“ beworben. „Wenn das klappt, dann ist das wie ein Ritterschlag für mich.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6550331?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Ärger über neue Anlehnbügel
Sie halten die Platzierung der neuen Anlehnbügel auf der Windthorststraße für nicht gelungen (v.l.): Tobias König, Georg König, Ralf König und Malik Farooq. 52 Bügel werden auf dem Abschnitt zwischen Von-Vincke-Straße und Hauptbahnhof fest installiert. Dazu kommen sieben Bänke und zwei Sitzpodeste.
Nachrichten-Ticker