Warendorfer wollen Sport präsenter machen
Kegeln wieder in den Mittelpunkt rücken

Warendorf -

„Das Kegeln stirbt aus“, heißt es immer wieder. Ganz so dramatisch ist es wohl nicht. Und doch versuchen immer weniger Menschen alle Neune abzuräumen. Jetzt wollen drei begeisterte Kegler, den Sport wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken – zumindest in Warendorf.

Montag, 29.04.2019, 10:10 Uhr aktualisiert: 29.04.2019, 10:19 Uhr
Es wird immer weniger gekegelt. Doch warum? Uwe Henkenjohann, Doro Kintrup und Ronny Primke (v.l.) wünschen sich, dass das Kegeln in Warendorf wieder eine größere Rolle spielt..
Es wird immer weniger gekegelt. Doch warum? Uwe Henkenjohann, Doro Kintrup und Ronny Primke (v.l.) wünschen sich, dass das Kegeln in Warendorf wieder eine größere Rolle spielt.. Foto: dpa

Uwe „Henki“ Henkenjohann hat viele Leidenschaften. Den FC Bayern zum Beispiel. Oder den Karneval. Doch aktuell interessiert er sich für etwas ganz anderes: das Kegeln. Mit zwölf Freunden und Bekannten gründete er als junger Erwachsener 1983 den Club „die Luftpumpen“. Seitdem, also seit geschlagenen 36 Jahren, trifft man sich, um den Angriff auf die neun Holz zu starten. Alle zwei Wochen, mal mittwochs, mal samstags wird in die Vollen geworfen. „Es macht einfach unheimlich viel Spaß. Es dient der Geselligkeit, man trifft Freunde, die man sonst vielleicht nicht so oft sieht“, erklärt Henki. Der 54-Jährige versteht nicht, warum das Kegeln „auf dem absteigenden Ast ist.“

Kegelclubs fast halbiert

Während es Anfang der 90er-Jahre weit über 100 Kegelclubs im Stadtgebiet von Warendorf gab, seien es heute wohl nur noch rund die Hälfte. Ronny Primke hat den Überblick. Seit 1990 ist er aktiv im Kegelclub „Irish Mucks“. Seit vielen Jahren richtet er gemeinsam mit Ramona Pomberg und Paul Schulte die Warendorfer Kegelmeisterschaft aus. „Kegeln sehe ich schon als Sport an, aber darum geht es nicht“, so Primke.

Es kostet fast nichts, man kann es vor Ort machen, man hat Spaß und die Geselligkeit wird gefördert.

Kintrup, Henkenjohann und Primke über das Kegeln

So seien der Wettkampf und der Ehrgeiz wichtige Punkte beim Kegeln, doch Spaß und Geselligkeit ständen im Mittelpunkt. Diese Aussage würden auch Uwe Henkenjohann und Doro Kintrup , die im reinen Frauenclub „Die lustigen Strolche“ kegelt, sofort unterschreiben. „Heute wird sich zu Hause lieber eine Wurst auf den Grill gelegt und ein Bier aus dem Kühlschrank geholt, als sich in der Kneipe zum Kegeln zu treffen“, sagt „Luftpumpe“ Henki etwas traurig.

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Uwe Henkenjohann, Doro Kintrup und Ronny Primke kegeln für ihr Leben gern. Foto: Jonas Wiening

Gleich drei Warendorfer Kneipen mit Kegelbahnen schlossen in den vergangenen Jahren die Pforten. Das „Café Diesel“, „Portens Keglerklause“ und das „Westend“ waren beliebte Anlaufpunkte für die Kegler. „Es ist aber nicht so, als wenn es jetzt zu wenig Kegelbahnen gäbe. Alle noch vorhandenen Kneipen dürften genug Kapazitäten für neue Kegelclubs haben“, sagt Primke. Ein Aufruf, neue Vereine zu gründen und öfter kegeln zu gehen! „Es kostet fast nichts, man kann es vor Ort machen, man hat Spaß und die Geselligkeit wird gefördert“, schwärmen Kintrup, Henkenjohann und Primke und fragen: „Warum den Weg nach Münster auf sich nehmen und die teuren Bahnmieten fürs Bowling bezahlen?“

Schöne Kegel-Spiele

Neben den Würfen in die Vollen und dem klassischen Abräumen gäbe es viele schöne Spiele beim Kegeln. „Tannenbaum, hohe und niedrige Hausnummer, Fuchsjagd oder 17 plus vier – es gibt so viele Beispiele“, meint Doro Kintrup, die sich bei der nächsten Kegel-Stadtmeisterschaft der WSU mehr weibliche Konkurrenz wünscht. „Insgesamt wäre es schön, wenn sich wieder mehr Vereine zu der Qualifikation anmelden würden. Es soll da keine Hemmschwelle geben. Der Spaß steht im Vordergrund“, erklärt Primke.

Zur Aufwertung der Meisterschaft gäbe es viele Ideen und Visionen für die nächsten Jahre, so Primke: „Mal gucken, was daraus wird und wie wir die Öffentlichkeit noch mehr ins Boot holen können.“ Immer im Dezember beginnen die Qualifikationen, Anfang März findet dann die Endausscheidung bei „O sole Mio“ statt. 2020 dann – so ist der Wunsch – mit noch mehr begeisterten Keglern.

Kegelbahnen

Kegelbahnen im Stadtgebiet von Warendorf:

O sole Mio (2)

Kolpinghaus (1)

Syrtaki (2)

Diekers Deele (2)

Dreibrückenhof (2)

Time Out; BW-Sportschule (2)

Allendorf (1)

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