Labormobil auf dem Lohwall
Lange Warteschlange vorm Labormobil

Warendorf -

Vor allem wegen aktueller Werte über den Nitratgehalt im Grundwasser war er da, der Verein „VSR-Gewässerschutz“. Aber auch andere Inhaltsstoffe von Gartenbrunnen konnten Bürger hier zur Analyse abgeben. Es kamen viele – mehr als erwartet.

Dienstag, 07.05.2019, 15:26 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 16:36 Uhr
Auch Peter Steinkamp (l.) will wissen, was in seinem Brunnenwasser schwimmt. Milan Toups (r.) von „VSR-Gewässerschutz“ nimmt Probe und die Gebühr für die Analyse entgegen.
Auch Peter Steinkamp (l.) will wissen, was in seinem Brunnenwasser schwimmt. Milan Toups (r.) von „VSR-Gewässerschutz“ nimmt Probe und die Gebühr für die Analyse entgegen. Foto: Jörg Pastoor

Nitrat im Wasser suchen? Aber die Karte vorm Infomobil sagt es doch aus: Warendorf weist zwischen zehn und 20 Prozent Brunnen mit mehr als 50 Milligramm pro Liter auf. Das ergibt in der schematischen Darstellung des Vereins „VSR-Gewässerschutz“ ein zartes Rosa. Zwar ist Münsters Boden mit seinem Grün deutlich nitratärmer, aber da gibt es weiter westlich auch tiefes Rot mit mehr als der Hälfte stark belasteter Gartenbrunnen. „Wir gehen davon aus, dass es hier im Untergrund einen guten Nitratabbau gibt“, sagt VSR-Mitarbeiter Harald Gülzow , „aber das muss nicht so bleiben. Wenn wir nicht drauf achten, dass die Menge an ausgebrachtem Nitrat heruntergeht, dann kann der Effekt auch verschwinden.“ Im Emsland zum Beispiel sei es mal gewesen wie in Warendorf. Heute: „Alles rot!“

Wir gehen davon aus, dass es hier im Untergrund einen guten Nitratabbau gibt.

Harald Gülzow

Gülzow und sein Vereinskollege Milan Toups stehen am Dienstagmorgen mit ihrem Labormobil auf dem Lohwall – und gleich um 9 Uhr vor einer langen Schlange von Bürgern. Jeder hat eine Flasche in der Hand – mal war vorher Mineralwasser drin, mal „Hohes C“. Jetzt: Wasser aus dem eigenen Gartenbrunnen.

Warum? „Die Leute wollen eben wissen, was sie da in ihrem Garten hochholen“, sagt Gülzow, „damit sie wissen, was sie damit machen können und was nicht.“

Die einen interessiert nur der Nitratgehalt. Das geht schnell: Harald Gülzow steckt das Ende eines Messinstruments in ein Probenrohr und hat das Ergebnis gleich. Wenn die Besitzer mehr wissen wollen, also beispielsweise über den bakteriologischen Besatz in ihrem Brunnen, dann dauert das. In der Kiste hinter ihm stehen mittags schon fast 60 sauber etikettierte Flaschen aller Größen.

Der Zuspruch war übrigens laut Gülzow unerwartet groß dafür, dass die Vereinsmitarbeiter alle drei Jahre herkommen: „Ich war schon ein bisschen überrascht.“

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