Fridays-for-Future: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!“
1000 Schüler streiken für die Umwelt

Warendorf -

In einem Demonstrationszug, der am Freitag um 9.40 Uhr im Schulviertel startete, zogen Tausend Jugendliche zum Marktplatz, um auf die Brisanz der Umweltkrise aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen. Zwei Tage vor der Europawahl machten sie sich unter anderem für die Einhaltung des Ziels, dass sich die Erde nicht mehr als 1,5 Grad erwärmen dürfe, sowie einem deutschen Kohleausstieg bis 2030 stark. Und damit standen die Schüler und Jugendlichen nicht allein da.

Freitag, 24.05.2019, 11:56 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 12:54 Uhr
Fridays-for-Future: 1000 Schüler haben am Freitag in Warendorf für besseren Umwelt- und Klimaschutz gestreikt.
Fridays-for-Future: 1000 Schüler haben am Freitag in Warendorf für besseren Umwelt- und Klimaschutz gestreikt. Foto: Joachim Edler

1000 Schüler haben am Freitag in Warendorf für besseren Umwelt- und Klimaschutz gestreikt. Nachdem Greta Thunbergs „Fridays for Future“ seit Anfang des Jahres für weltweites Aufsehen sorgt, demonstrierten gestern Schüler nun auch in Warendorf zum ersten Mal für mehr Klimaschutz.

In einem Demonstrationszug, der um 9.40 Uhr im Schulviertel startete, zogen Tausend Jugendliche zum Marktplatz, um auf die Brisanz der Umweltkrise aufmerksam zu machen und ein Zeichen zu setzen. Zwei Tage vor der Europawahl machten sie sich unter anderem für die Einhaltung des Ziels, dass sich die Erde nicht mehr als 1,5 Grad erwärmen dürfe, sowie einem deutschen Kohleausstieg bis 2030 stark. Und damit standen die Schüler und Jugendlichen nicht allein da. Auch Eltern, Großeltern und Vertreter verschiedener Parteien schlossen sich dem Demonstrationszug an.

1000 Schüler demonstrieren für den Klimaschutz

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Mit dem Spruch „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!“ forderten die Schüler lautstark, mehr gegen den Klimawandel zu unternehmen. Eine Gruppe Jugendlicher mit Plakaten fiel auf: „Fischers Fritz fischt tote Fische. Plastikverbot statt Arten-Tot. Das ist eine Krise, kein Wandel.“ Sie forderten große Veränderung: „Wir brauchen mehr wiederherstellbare Kraft, weil Erdöl und Kohle irgendwann aufgebraucht sind. In anderen Ländern sterben Menschen dafür,“ sagte ein Schüler. Und er fügte hinzu: „Wir machen nicht blau, sondern grün.“

Die Schulen handhabten die angekündigte Demonstration unterschiedlich. Bei den einen ist es eine Exkursion mit Lehrpersonal. Andere Schulen beurlaubten Schüler nach der zweiten Stunde. Aber es gab auch strikten Unterricht nach Plan. Ob hier Schüler schwänzten, ist offiziell nicht bekannt. „Das hier ist wichtiger als die Schule. Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen. Unsere Bildung ist quasi umsonst, wenn die Zukunft durch den Klimawandel eh zerstört wird“, fand Oberstufenschülerin Laura.

Unter den Demonstranten war auch Nina, die ihr Abi längst in der Tasche hat, sieben Monate in Australien „work and travel“ machte und bereits in Sydney bei einer Fridays-for-Future-Demo teilnahm. Auch Nico Feld, auf Heimaturlaub in Gröblingen, die meiste Zeit des Jahres in Mexiko zu Hause, hatte sich der Demonstration angeschlossen. Für ihn selbstverständlich: „Es geht um unseren Lebensraum. Auch hier in Warendorf muss den Menschen doch auffallen, dass es keine Insekten mehr gibt.“

Der Demonstrationszug war auf dem Marktplatz vor dem Rathaus angekommen, Passanten bleiben stehen, applaudierten. Um auf die Missstände hinzuweisen, gründeten Schüler aus Warendorf eine Ortsgruppe der Initiative „Fridays-for-Future“. Tabea Ellebracht, die mit ihrem geflochtenen Zopf ein bisschen an Greta aus Schweden erinnerte, und Younes Greßhake, hatten am Freitag die Moderation, sprich das Megafon, übernommen.

Eine Gruppe Viertklässler fiel besonders auf. Obwohl die Schüler der Bodelschwinghschule die Jüngsten bei dem Protest waren, wollten sie große Veränderung: „Wir brauchen mehr wiederherstellbare Kraft, weil Erdöl und Kohle irgendwann aufgebraucht sind.“

Zu lauter Musik zeigten sie ihre mitgebrachten Schilder. „Wann bekommen unsere Schüler schon mal live eine Demonstration geboten“, meinten Schulleiterin Dorothee Pinkhaus und Lehrer Uwe Amsbeck, die die Demonstration als politischen Anschauungsunterricht sahen. Mit der Aktion wollten die Schüler Druck auf die Politik ausüben - für einen besseren Umwelt- und Klimaschutz. Ob die Demonstration während der Schulzeit Konsequenzen für die fehlenden Schüler hat, ist unklar. „Die Schüler könnten auch in ihrer Freizeit protestieren - aber das würde die Botschaft verfälschen, finden einige Erwachsene. Was bringe Schule, wenn die Menschheit sich sowieso kaputt mache?

Viele der Schüler, die am Freitag protestieren, tun nach eigenen Angaben aber auch in ihrer Freizeit etwas für den Klimaschutz. Bewusst Bio-Lebensmittel und weniger Plastik zu kaufen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen, sei für sie sehr wichtig: „Wir sind die Generation, die es betrifft, also müssen wir auch etwas daran ändern.“

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