Frische Farbe für Warendorfs Kino
Das Dunkelblau des alten Tanzsaals

Warendorf -

Alle Stühle raus, weg mit dem alten Teppich: In der Scala rücken jetzt Elektriker und Maler an. In einigen Wochen sollen sich Optik und Akustik verändert haben. Topmodern, farblich aber wie früher.

Montag, 03.06.2019, 14:57 Uhr aktualisiert: 03.06.2019, 15:43 Uhr
Leergefegt: Der große Saal der Scala sieht ganz verändert aus. Dort werden in den nächsten Wochen die Wände dunkelblau gestrichen. Zudem gibt es neuen Teppichboden.
Leergefegt: Der große Saal der Scala sieht ganz verändert aus. Dort werden in den nächsten Wochen die Wände dunkelblau gestrichen. Zudem gibt es neuen Teppichboden. Foto: Andreas Engbert

Alles muss raus: Weil die Scala, der große Saal des Warendorfer Kinos, in den kommenden drei Wochen umfassend saniert wird, mussten am Sonntagabend alle Kinosessel weichen. Rund 20 freiwillige Helfer hatte Kinobetreiber Johannes Austermann zusammengetrommelt, die ihn bei dieser Mammutaufgabe unterstützen. „Ohne die Helfer wäre das nicht machbar“, dankte der junge Kinobetreiber am Rande der Baumaßnahme seinen Helferinnen und Helfern.

Die standen manchmal auch vor kniffeligen Aufgaben, denn durch Reparaturarbeiten in den vergangenen Jahrzehnten waren einzelne Bänke sogar mit verschiedenen Schrauben auf dem alten Linoleumboden verschraubt: „Hat jemand eine 17er Nuss?“ rief es da aus der einen Ecke des Saals, während an anderer Stelle ein kleiner Kreuzschraubendreher benötigt wurde. Auf Rollbrettern wurden die 162 Klappsessel aus dem Notausgang transportiert.

Hat jemand eine 17er Nuss?

Es gab nicht nur eine Befestigungsart für die Stühle

Zunächst wird der Saal nun eingerüstet, damit die Elektriker alles neu verkabeln und eine optimierte Beleuchtung anbringen können. Die alten Saallampen bleiben natürlich erhalten, und auch die Schaukästen in den Wänden sollen wieder reaktiviert werden, um den Charme des Warendorfer Kinos weiter hervorzuheben. Außerdem wird das Beschallungssystem auf den neusten Standard gebracht.

Raus mit der nächsten Reihe Stühle.

Raus mit der nächsten Reihe Stühle. Foto: Andreas Engbert

Dann rücken die Maler an, um den Saal in einem dunklen Blauton zu streichen: „So hat der Saal, der früher ja ein Tanzsaal war, ursprünglich ausgesehen“, hat sich Austermann genauestens überlegt, wie der neue Anstrich aussehen soll. Mit der neuen Bemalung sollen auch die großen Lüftungsrohre nicht mehr so stark ins Auge fallen.

Früher war der große Saal mal für den Tanz da

Von den Parkettböden unter dem Linoleum ist wohl nichts mehr zu retten, bedauert Austermann. Dafür wird aber ein weinroter Teppich verlegt, der sich ebenfalls gut ins Ambiente einfügen werde, ist der Cineast überzeugt.

Auf den alten Sitzkomfort müssen die Kinofans auch zukünftig nicht verzichten. Die alte Bestuhlung wird – samt der praktischen Tische für Snacks und Getränke – wieder installiert.

Wenn alles glatt läuft wird in drei Wochen dann die Premiere vom Film „Pets 2“ im großen Saal gefeiert. Ganz aufs Kino verzichten müssen die Filmfreunde in der Zeit nicht. Der kleinere Saal im Obergeschoss des Kinos ist bereits renoviert und wird auch während der Umbauphase geöffnet sein.

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