Kabarett mit Martin Frank
Charmant und gleichzeitig bitterböse

Warendorf -

Der bayerische Musikkabarettist Martin Frank hat mit seinen süffisanten Plaudereien das Publikum im restlos ausverkauften Dachtheater das Publikum unterhalten. Mit „Es kommt wie’s kommt“ verband er Comedy mit Kabarett, würzte alles dann mit Ausflügen in die, von großen Gefühlen geprägte, Welt der Oper.

Montag, 03.06.2019, 22:00 Uhr
Martin Frank hat mit seinen süffisanten Plaudereien am Samstag das Publikum im restlos ausverkauften Dachtheater von der ersten Minute an begeistert
Martin Frank hat mit seinen süffisanten Plaudereien am Samstag das Publikum im restlos ausverkauften Dachtheater von der ersten Minute an begeistert Foto: Axel Engels

Auch ein Bayer kann charmant und gleichzeitig bitterböse sein – Martin Frank hat mit seinen süffisanten Plaudereien das Publikum am Samstag im restlos ausverkauften Dachtheater von der ersten Minute an begeistert und dabei die Sympathien mit seiner natürlichen und ungezwungenen im Sturm erobert.

Sein bajuwarischer Dialekt war durchaus verständlich, und er wusste köstlich unterhaltsame Anekdoten aus dem heimischen Hutthurm in Landkreis Passau zu berichten. Eigentlich wollte er ja gar nicht als Kabarettist sein Geld verdienen, aber das Leben geht manchmal die unmöglichsten Dinge.

Sein Traum von einer Karriere als Opernsänger zerplatzte schon bei der Aufnahmeprüfung am Salzburger Mozarteum . Die von ihm damals mit bayrischem Text bereicherte Arie „Votre toast, je peux vous le rendre – Toréador, en garde!“ aus Georges Bizets „Carmen“, besser bekannt als Torerolied, schmetterte er dann an diesem Abend mit Bravour und stimmlichem Glanz. Zu bemerken war bei dem ausgebildeten Kirchenorganisten seine im Kirchenchor und Volkstheater erworbene Professionalität.

Aufgewachsen auf dem elterlichen Hof mit der allgegenwärtigen Großmutter und deren Sehnsucht nach Enkelkindern hatte man mit dem in Beziehungen nicht so erfolgreichen Martin Frank fast Mitleid. Als ehemaliger Standesbeamter wusste er bestens über die Höhen und Tiefen des Lebens Bescheid. Der Shootingstar der bayerischen Kabarettszene wirkte trotz aller spitzfindigen Plaudereinen überaus bodenständig – in Bayern ticken wohl auch Kabarettisten etwas anders.

Obskure Geschichte

Mit „Es kommt wie’s kommt“ verband er Comedy mit Kabarett, würzte alles dann mit Ausflügen in die, von großen Gefühlen geprägte, Welt der Oper. Seine Leidenschaft für klassische Musik teilte er mit einem großen Teilen des begeisterten Publikums. Musikkabarettisten gibt es ja viele, aber gesanglich können wohl nur ganz wenige ihm das Wasser reichen. Mitten aus dem Leben gegriffen war sein kritischer Blick auf die große und kleine Gesellschaft,wobei er genüsslich in so manches Fettnäpfchen stapfte. Anbiedern ist nicht sein Ding, da muss er seine Karriere eben auf Qualität aufbauen. Schauspielerisch wusste er zu glänzen, erhielt jede noch so obskure Geschichte ihr eigenes „Gesicht“. Mit seinen hintergründigen Angriffen auf die Lachmuskulatur des Publikums sorgte Martin Frank für einen köstlich unterhaltsamen Abend.

„Warmup“

Das Leben geht eben seine eigenen Wege und „wer als Pfarrer ein Bischof werden möchte, dem könne es auch passieren, dass er stattdessen Vater würde“. Bei Helene Fischer sorgt Florian Silbereisen für ein „Warmup“, dass erledigte Martin Frank lieber selbst, erntete dafür für seine Opferbereitschaft im Dienste der großen Kunst den Dank des Publikums. Zwischen Kaba und Marmeladenbrot und der Diskussion über das dritte Geschlecht fand er die großen Sinnkrisen der Gesellschaft, in Bayern gehen wohl auch die biologischen Uhren anders als im Rest der kunterbunten Republik.

Weihnachtslied

Den Bogen zur Ausländerproblematik schlug er dann einfach so nebenbei. Wer schon einmal als Nikolaus engagiert worden war, der sieht die Welt durch eine andere Brille. „Der Nikolaus käme ja ursprünglich aus der Türkei und mit Geschenken beladen sei er sogar im heimischen Wohnzimmer willkommen“. Sein Lied über den aus dem Himmel herabsinkenden Feinstaub war eine überaus gelungene Persiflage des traditionellen Weihnachtslied. Aus dem schwarzen Sumpfgebiet Niederbayerns ins katholisch geprägte Westfalen mag es für Martin Frank wohl nur entfernungsmäßig ein weiter Weg gewesen sein.

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