Saison für allergene Tiere
Raupen spinnen wieder – stadtweit

Warendorf -

Letztes Jahr hatte die Stadt schon gut zu tun. Diese Saison scheint mehr Eichenprozessionsspinner zu bringen. Deshalb arbeitet der Bauhof die Fälle auch nach Priorität ab. Für Menschen schwer Erreichbares kann warten.

Mittwoch, 05.06.2019, 16:30 Uhr
Bolzplatz Boltenhang: Diese Eiche war letztes Jahr schon befallen. Zur Beseitigung der Raupen hilft da aber nur eine Hebebühne.
Bolzplatz Boltenhang: Diese Eiche war letztes Jahr schon befallen. Zur Beseitigung der Raupen hilft da aber nur eine Hebebühne. Foto: Jörg Pastoor

Vielleicht die Drehleiter der Feuerwehr ? Matthias Brinkmann weiß noch nichts Genaues. Aber alternativ einen Hubsteiger zu bekommen, ist zurzeit eher aussichtslos. „Andere Kommunen haben ja das gleiche Problem und fragen an.“ Er, sagt der Teamleiter Grünflächenpflege der Stadt im WN-Gespräch, habe gerade drei Anfragen laufen, um ihn loswerden zu können: den Eichenprozessionsspinner. Seit Start der Sommerwärme spinnen die Spinner wieder ihre feinen Nester. Das haben sie zwar letztes Jahr auch getan, aber: „Es scheint dieses Jahr schon stärker zu sein.“ Das berichten auch die Kollegen.

Da jetzt gerade die richtigen Bedingungen für die Raupen herrschen, sich auf ihre Verpuppung vorzubereiten, nehmen die Meldungen aufmerksamer Bürger auch tendenziell weiter zu. „Das klappt richtig gut“, lobt Brinkmann. Wegen der Menge an Anrufen gehen Sachgebietsleiter Hubert Schulze Althoff und sein Team nach Priorität vor: Wo unmittelbare Gesundheitsrisiken durch Kontakt mit den feinen Haaren der Raupen bestehen – an Kitas, in Schulen oder in öffentlichen Grünflächen –, greifen sie sofort ein. Die Tiere werden zunächst mit einem Harz eingesprüht, um die starken Juckreiz auslösenden Haare zu fixieren. Dann kommt der Sauger zum Einsatz.

An Stellen wie der Eiche auf dem Freckenhorster Bolzplatz reicht zunächst die Flatterband-Absperrung mit dem rot-weiß umrandeten Warnschild. Da die Raupennester – es sind allein an diesem Baum schon von unten locker ein Dutzend zu sehen – ab einigen Metern Höhe an Ästen und Gabelungen pappen, ist hier wie erwähnt Warten auf den Hubsteiger angesagt. Oder eben auf die Feuerwehr, die auf diese Weise eine andere Art technischer Hilfeleistungen üben könnte. Bäume dieses Alters seien „der Klassiker“, sagt Brinkmann. Sehr junge Bäume seien bisher ebenso wenig mit Befall gemeldet worden wie uralte Pflanzen. Ob es da einen Zusammenhang gibt, wisse er nicht, aber es sei ihm zumindest aufgefallen.

Andere Kommunen haben ja das gleiche Problem und fragen an.

Matthias Brinkmann sucht nach Hubsteiger-Vermietern

Wie lange der Einsatz noch dauert, der im Netz für teilweise aufgeregte Warnungen sorgt? Das könne er nicht sagen, meint Matthias Brinkmann. „Es könnte noch drei, vier Wochen dauern, vielleicht auch bis August, das weiß man nicht so genau.“ Schließlich gebe es das Phänomen mit den Raupennestern erst seit gut eineinhalb Jahren.

Aus der Notfallambulanz des Josephs-Hospitals gibt es übrigens im Moment nichts Auffälliges in Sachen Prozessionsspinner. „Wir haben keinen einzigen Patienten.“ Das sei in anderen Städten anders, Ambulanz-Leiter Dr. Tim Kläffner weiß das zum Beispiel aus Münster. „Wenn man weiß, dass man allergisch reagiert, ist es immer gut, ein Allergie-Notfall-Set dabei zu haben“, rät Haussprecher Tobias Christof Dierker. „Und wenn man Kontakt hatte und man Probleme mit Kreislauf oder Atmung bekommt – sofort die 112 anrufen.“

Allergiker sollten Notfall-Sets dabei haben

Das wird in den meisten Fällen aber nur bei direktem Hautkontakt passieren. Also Finger weg. Und niemand sollte sich den Nestern so nähern, dass er Haare der Raupen einatmen kann.

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