Arbeitskreis Emsinsel kritisiert Stadt
Im Zweifel halt ein Bürgerentscheid

Warendorf -

Mit einer ergebnisoffenen Bürgerwerkstatt habe der Dialog im Sophiensaal nichts zu tun, findet der Arbeitskreis Emsinsel. Es sei eine reine Verkaufsschau für den Investor gewesen. Die Stadt sieht das anders: Auch die Vorstellungen des Investors gehörten zur Diskussion.

Donnerstag, 04.07.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 16:08 Uhr
Alfred Kiel, Mechtild Wolff und Sigfrid Krebse (v.l.) kritisieren den Bürgerdialog in Sachen Emsinsel als nicht offen, sondern im Investoren-Interesse festgelegt.
Alfred Kiel, Mechtild Wolff und Sigfrid Krebse (v.l.) kritisieren den Bürgerdialog in Sachen Emsinsel als nicht offen, sondern im Investoren-Interesse festgelegt. Foto: Jörg Pastoor

Wenn der Stadtrat für eine Wohnbebauung auf dem Brinkhaus-Gelände entscheiden sollte? Der Arbeitskreis Emsinsel würde das mit einem Bürgerentscheid zu verhindern versuchen. Das sagte am Donnerstag Heimatvereinsvorsitzende Mechtild Wolff beim Redaktionsbesuch. Alfred Kiel und Sigfrid Krebse vom Arbeitskreis nickten bei ihrer Antwort auf die WN-Frage.

Der offene Bürgerdialog war es, der die Drei nicht in Ruhe lässt. Im Sophiensaal sei es aus ihrer Sicht um eine Verkaufsveranstaltung für das Projekt des Besitzers aus Steinfurt gegangen und nicht um die Erörterung von Bürgerinteressen. „Die Bürger waren furchtbar verärgert darüber, dass die Verwaltung hinter dem Investor steht und nicht hinter ihren Wünschen“, sagte Mechtild Wolff.

Wir werden nicht davor zurückschrecken.

Mechtild Wolff über einen möglichen Bürgerentscheid

Alfred Kiel stimmte ihr zu. Die Vertreter der Firma Arning, die das Grundstück gekauft habe, haben ihr Credo benannt: „Wohnungsbau ist unsere Passion!“ Nach seinem Eindruck sei der Abend im Sophiensaal unter diesem Leitsatz abgelaufen, hätten auch die als neutral ins Verfahren eingebundenen Moderatoren der beiden Planungsbüros in diese Richtung argumentiert. Das könne nicht sein, findet Kiel.

Sigfrid Krebse spricht gar von einer „Drohkulisse“: Wenn es nicht zu einer Lösung im Sinn des Investors komme, dann bleibe die Brache halt liegen. Inzwischen, das ist Krebses Meinung, gehe es nicht mehr um das Motto „Emsinsel für alle“, sondern um „Rendite für wenige“.

Stadt: Zwischenschritt, nicht Festlegung

Mechtild Wolff brachte die Bedeutung eines künftigen Grünzugs mit wenigen baulichen Nutzungen für ein Hotel, Gas­tronomie und Treff- und Spielgelegenheiten für die Jugend vor und findet: „Wir werden damit nichts für das Weltklima tun können. Aber für das Kleinklima sehr wohl!“

Die Stadtverwaltung, von den WN mit den Vorwürfen konfrontiert, sieht das alles anders. Den Vorwurf, die Verwaltung lasse sich vom Investor einspannen, findet Sachgebietsleiterin Doris Krause „wenig hilfreich“. Es gehe um einen Zwischenschritt mit stets weiter zu entwickelnden Szenarien – und eben nicht um eine Festlegung. Das sei auch genau so dargestellt worden. „Es ging um eine Diskussionsgrundlage.“ Schließlich müsse man alles zusammentragen, um dem Rat einen Vorschlag unterbreiten zu können. Und dazu gehörten auch die Vorstellungen des Eigentümers.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6749060?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Neuer Plan gegen alte Probleme
Viele Klinikärzte fühlen sich überlastet. Dazu trägt auch der Fachkräftemangel an deutschen Krankenhäusern bei.
Nachrichten-Ticker