VSR-Gewässerschutz teilt Brunnenbesitzern Ergebnisse mit
Hohe Nitratbelastung im Wasser

Warendorf -

Jeder siebte Brunnenbesitzer musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 77 Brunnenbesitzern privat genutzten. Spitzenreiter: Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger, fanden bei den Untersuchungen 193 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Warendorf.

Dienstag, 09.07.2019, 14:40 Uhr
Milan Toups (links) (Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst) und Harald Gülzow (Projektleiter) analysieren eine Brunnenwasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz.
Milan Toups (links) (Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst) und Harald Gülzow (Projektleiter) analysieren eine Brunnenwasserprobe im Labormobil vom VSR-Gewässerschutz. Foto: Gewässerschutz

Der VSR-Gewässerschutz musste wieder Bürgern mitteilen, dass ihr Brunnenwasser zu viel Nitrat enthält. Viele Menschen seien in der Hoffnung, dass ihr Brunnenwasser nicht von den Nitratbelastungen betroffen ist, an den Informationsstand am 7. Mai in Warendorf gekommen. Jeder siebte Brunnenbesitzer wurde jedoch enttäuscht und musste erfahren, dass der Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter in seinem Brunnen überschritten ist. Insgesamt wurde das Wasser von 77 Brunnenbesitzern privat genutzten.

Spitzenreiter: Dipl. Phys. Harald Gülzow , Projektleiter im VSR-Gewässerschutz und Milan Toups , Bundesfreiwilliger, fanden bei den Untersuchungen 193 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Warendorf.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei die intensive Landwirtschaft, so der VSR-Gewässerschutz in einer Pressemitteilung. Diese habe sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausgebreitet.

„Die Agrarlobby sorgte über Jahrzehnte dafür, dass so gedüngt werden durfte, dass auf den Feldern die höchst möglichen Erträge erzielt werden können und die Gülleentsorgung der Massentierhaltungen möglichst geringe Kosten verursacht“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. So seien auch im Raum Warendorf viel zu hohe Düngemengen aufgebracht worden.

Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen, so Susanne Bareiß-Gülzow. Die umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, zu der viele bäuerlichen Betriebe zählen, würden dagegen immer mehr verschwinden.

Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern bei ihrem Einkauf, bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen. „Gerade die vielen Massentierhaltungen und ihre enorme Belastung für das Grundwasser wollen viele Menschen nicht mehr unterstützen und kaufen ihre Produkte bei ihrem heimischen Landwirt mit dem sie im Kontakt stehen.“

Am Informationsstand und auch bei der telefonischen Beratung hätten viele Brunnenbesitzer wütend reagiert. „Sie möchten es nicht mehr einfach hinnehmen, dass ihr Brunnenwasser nur eingeschränkt nutzbar ist.“ Ärgerlich sei insbesondere, dass das Wasser nicht zum Befüllen von Gartenteichen geeignet ist. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Abgestorbene Pflanzen könnten anschließend zu Fischsterben führen. Auch beim Gießen des selbst angebauten Gemüses sollte das Brunnenwasser nicht zu einer Nitratanreicherung führen. Der einzelne Brunnenbesitzer kann eine Anreicherung vermeiden, wenn er die Nitratbelastung des Brunnenwassers in die Düngeberechnung einbezieht. Hierfür sei es allerdings dringend nötig, die Nitratkonzentration im Brunnenwasser zu kennen.

Wer den Termin am Labormobil verpasst hat, kann eine Wasserprobe auch mit der Post an die Geschäftsstelle senden. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation hat auf ihrer Homepage viele Tipps rund um das Thema im Netz.

 

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