Eichenprozessionsspinner
Stadt gibt noch keine Entwarnung

Warendorf -

Der Eichenprozessionsspinner sorgte für eine Menge Ärger in Warendorf. Parkanlagen, Waldstücke, Schulen und Kindergärten mussten gesperrt werden – und die Bekämpfungstrupps kamen nicht mehr hinterher. Es ist zwar ruhiger geworden um die Raupe. Entwarnung gibt es aber noch nicht

Dienstag, 16.07.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 17.07.2019, 18:44 Uhr
Eichenprozessionsspinner: Die Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, von hellbrauner bis schwarzer Färbung und leben gern gesellig und bevölkern derzeit Eichen im gesamten Stadtgebiet.
Eichenprozessionsspinner: Die Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, von hellbrauner bis schwarzer Färbung und leben gern gesellig und bevölkern derzeit Eichen im gesamten Stadtgebiet. Foto: dpa

Es ist ruhiger geworden um dem Eichenprozessionsspinner. Entwarnung gibt es aber noch nicht. Die Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, von hellbrauner bis schwarzer Färbung und leben gern gesellig und bevölkern derzeit Eichen im gesamten Stadtgebiet. Passend zu ihrem Namen haben sie besonders Eichenblätter zum Fressen gern. Die Raupe sorgte für eine Menge Ärger in Warendorf. Parkanlagen, Waldstücke, Schulen und Kindergärten mussten gesperrt werden – und die Bekämpfungstrupps kamen nicht mehr hinterher.

Anfang Juli begann die Verpuppungsphase und die nachtaktiven Falter werden im August anfangen zu schlüpfen. Für die Stadt Warendorf eine Chance durchzuatmen, aber die Herausforderungen sind noch groß. Durch die Verpuppung kommt es zwar zu weniger „Haarflug“, die Nester bleiben aber in den Gabelungen der Eichen hängen. Durch den Wind werden die Brennhaare so immer noch weiter getragen. Eine kurze Berührung mit den Brennhaaren der Raupe reicht, um böse allergische Hautreaktionen und sogar Atemnot hervorzurufen. Anschwellen von Nasen- und Mundschleimhaut, Asthma, Bronchitis – auch Schwindel und Fieber können auftreten.

Der städtische Baubetriebshof und Fachfirmen arbeiten mit Hochdruck daran, auch die letzten Nester zu beseitigen. Wie lange der Prozess noch dauern wird, ist jedoch nicht absehbar. „Die Nässe macht die Beseitigung zeitintensiver“, berichtet Lena Laukötter , Pressesprecherin der Stadt Warendorf auf Anfrage unserer Zeitung. Durch den Regen haben sich die bis zu anderthalb Meter großen Nester mit Wasser voll gesaugt und sind vom Baum gefallen. Die Profis müssen daher nicht nur die Bäume kontrollieren und von den Nestern befreien, sondern auch den Boden absuchen. Direkte Gefahrenzonen oder gesperrte öffentliche Plätze gibt es allerdings nicht mehr.

Ob für nächstes Jahr Vorkehrungen getroffen werden, steht noch nicht fest. „Wir müssen jetzt Monat für Monat schauen, wie es sich entwickelt. Haben wir zum Beispiel einen schönen langen kalten Winter, ist das schlecht für den Eichenprozessionsspinner“, so Laukötter. Als Prophylaxe könne zum Beispiel das biologische Mittel „Bacillus thuringiensis“ eingesetzt werden, das ausschließlich gegen freifressende Schmetterlingsraupen wirkt. Es sei sowohl pflanzenverträglich und zudem nicht bienengefährdend.

Alternativ könne ein Insektizid wie ein Chitinsynthesehemmer gespritzt werden. Ob und in wie weit vorbeugende Maßnahmen erforderlich sind und durchgeführt werden, zeige sich frühestens zu Beginn des kommenden Jahres.

Privatpersonen müssen befallene Bäume auf ihren Grundstücken nicht melden, sondern selbst entscheiden, ob eine Schädlingsbekämpfung durchzuführen ist, wenn Gefahr für Menschen besteht. Generell ist von befallenen Bäumen unbedingt Abstand zu halten. Auf keinen Fall sollte versucht werden, die Nester selbst zu entfernen, die Nester oder Raupen sollten unter keinen Umständen berührt werden.

Auch für die kommenden Wochen gibt die Stadt noch keine Entwarnung. Zwar schlüpfen die Schmetterlinge voraussichtlich Mitte/Ende Juli, es bleiben aber Reste der Nester mit den giftigen Haaren zurück.

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