Steinbilder nach „Shona Art“
Ein Stück Afrika in Warendorf

Warendorf -

Cemet Chakawa lässt mit gleichmäßigen Schlägen den Hammer auf den Beitel nieder, der grüne Opal zeigt tiefe Kerbungen. Der Künstler aus Zimbabwe ist ein Vertreter der Shona Art und stellt im Weltladen wie auch bei Ebbers aus.

Mittwoch, 24.07.2019, 15:48 Uhr
Cemet Chakawa zeigt interessierten Bürgern die Bearbeitung eines grünen Opals, der seinen Namen seiner lebhaften Zeichnung verdankt.
Cemet Chakawa zeigt interessierten Bürgern die Bearbeitung eines grünen Opals, der seinen Namen seiner lebhaften Zeichnung verdankt. Foto: Beate Trautner

Ein kontinuierliches Picken war am späten Montag Nachmittag am Krickmarkt zu hören. Wer dem Geräusch folgte, sah Cemet Chakawa vor dem Weltladen einen Stein mit Hammer und Beitel bearbeiten. Cemet Chakawa ist Künstler und kommt aus Simbabwe.

Um 17 Uhr aber legte Chakawa eine Pause ein und ging zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung „Shona Art – Kunst aus Simbabwe“ in die Galerie des Modeerlebnishauses Ebbers, denn die besondere Ausstellung findet auch dort statt. Bei Ebbers hatte sich schon eine große Gruppe kunstinteressierter Gäste versammelt. Temperaturen, sommerlich bunte Kleidung und die afrikanische Kunst passten ergaben ein rundes Bild. „Herzlich Willkommen in Afrika“, begrüßte Rudolf Berger die Gäste folgerichtig.

Wir haben alle Arten.

Cemet Chakawa über die Schlangenvielfalt im Zimbabwe

Nachdem man in den beiden letzten Jahren im Weltladen schon kleine Skulpturen sehen und kaufen konnte, wurde das Spektrum der „Shona Art“ diesmal erweitert. In der Galerie von Ebbers hängen Bilder des 1998 verstorbenen Künstlers Gosta Barankinya. „Es wäre schade, die Bilder nicht zeigen zu können“ erklärte Berger. Ein wiederkehrendes Element in allen Bildern ist die Schlange. Sie ist eine ganz reale Gefahr für die Arbeiter und Künstler in Steinbrüchen und Plantagen. „We have all of them“, bemerkte Chakawa knapp.

Zu den Bildern gesellen sich große Skulpturen aus Metall und Schwemmholz. Der Galerist und Initiator Bastian Müller holt die „Shona Art“ seit vielen Jahren zu uns. Der Begriff entstand in den 60er-Jahren in der Künstlerkolonie Tengenenge, gegründet von Tom Blomefield. Tengenenge ist eine der bedeutendsten Künstlerkolonien. In den letzten Jahren setzten junge Künstler neue Akzente. Abstrakte Formen als moderne Interpretation afrikanischer Mythologie und auch als Ausdruck menschlicher Gefühle bereichern die Shona-Kunst. Die Künstler arbeiten traditionell ohne den Einsatz von Maschinen. Steinskulpturen aus dem südafrikanischen Zimbabwe gehören zu den Highlights der internationalen Steinbildhauerszene.

Traditionell keine Maschinen bei der Steinbearbeitung

Von der klimatisierten Galerie ging es danach wieder nach draußen in die Hitze bis zum Weltladen. Cemet Chakawa bearbeitete hier vor den Augen der Besucher einen so genannten grünen Opal. Der Serpentinstein verdankt seinen Namen der lebhaften Zeichnung, die an eine Schlangenhaut erinnert. Das Gestein ist weich und kann mit weiteren als den üblichen Steinmetztechniken bearbeitet werden.

Chakawa wird ein sich umarmendes Paar aus dem Stein herausarbeiten und erklärte seinen Zuschauern genau, wo ein Arm oder ein anderes Körperteil entstehen sollen. Aber schon nach kurzer Zeit waren die Formen deutlich zu sehen. Fünf bis sechs Tage brauche er, bis die Skulptur fertig sei, erklärte er.

Insgesamt sechs Künstler sind für drei Monate in Deutschland, um ihre Kunst weiter zu tragen und für sich selbst neue Einflüsse zu erfahren. In den Sommermonaten bietet Shona Art Bildhauerkurse mit Künstlern aus Zimbabwe an. Vielleicht ja auch bald einmal in Warendorf?

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