Enge Verbindung von Josephs-Hospital und Bürgerschützen
Einblicke ins Archiv der Bürgerschützen

Warendorf -

Das Warendorfer Bürgerschützenfest wirft seine Schatten voraus. Zum 178. Mal seit 1841 findet die Veranstaltung in der Emsstadt statt. Diesmal vom 16. bis zum 19. August. Kaum ein Heimatfest hat eine solche Tradition in Warendorf. Zeit für einen Blick ins Archiv.

Mittwoch, 07.08.2019, 17:00 Uhr
Der Thron der Bürgerschützen aus dem Jahre 1949: (oben v. l.) Maria Lepper, Heinz Scharpenberg, Else Darpe, Josef Strotdresch, Addi Strotdresch, Heinz Darpe, Ludowika Heinermann, Bernhard Hörster; (unten v.l.) Franz Werner (Zeremonienmeister), Auguste Westermann, Kaspar Sandmann, Königin Bernardine Sandmann, König Theodor Westermann, Hedwig Hörster, Josef Heinermann. Die Pagen waren Helmut Werner (l) und Karl Scheiwe.
Der Thron der Bürgerschützen aus dem Jahre 1949: (oben v. l.) Maria Lepper, Heinz Scharpenberg, Else Darpe, Josef Strotdresch, Addi Strotdresch, Heinz Darpe, Ludowika Heinermann, Bernhard Hörster; (unten v.l.) Franz Werner (Zeremonienmeister), Auguste Westermann, Kaspar Sandmann, Königin Bernardine Sandmann, König Theodor Westermann, Hedwig Hörster, Josef Heinermann. Die Pagen waren Helmut Werner (l) und Karl Scheiwe. Foto: Bürgerschützen Warendorf

In diesem Jahr feiern die Bürgerschützen ein kleines Jubiläum. Seit 70 Jahren findet das Schützenfest ununterbrochen statt. Zuvor war es aufgrund von Kriegen oder anderen Katastrophen immer mal wieder ausgefallen. 1949 wurde das erste Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges wieder gefeiert. König wurde in jenem Jahr Theodor Westermann, zu seiner Königin erkor er sich Bernardine Sandmann.

Ehemaliger Präses als Archivar

Den genauen Überblick hat Hermann-Josef Vinke . Der ehemalige Präses, der in diesem Jahr sein Amt an Gerd Leve übergab, führt das Archiv des Vereins. Das beinhaltet so einige geschichtliche Schätze, wie Vinke selbst betont. Immer wieder gerne gewehrt er einen Einblick in dieses Archiv. So finden sich dort nicht nur die Namen aller Königspaare und der Throngesellschaften, sondern auch zahlreiche Reliquien, Bilder und Festschriften.

Bei einer Pressekonferenz, bei dem das Programm für das Schützenfest vorgestellt wurde, ließ Hermann-Josef Vinke es sich nicht nehmen ein paar Details aus dem Archiv zu erläutern. So hat das Josephs-Hospital im vergangenen Jahr sein 175-jähriges Jubiläum gefeiert. Zwei Jahre nach dem des Bürgerschützenvereins. Das Krankenhaus und der Schützenverein pflegen seither eine enge Beziehung.

Am 21. April 1842 wurde zu dem von Franz Joseph Zumloh gestifteten Josephs-Hospital der Grundstein gelegt. Am gleichen Abend wurde dem Stifter von der Bürgerschaft ein Fackelzug gebracht. Der Bürgerschützenverein übernahm hierbei die Aufgabe der Leitung und alle Mitglieder nahmen geschlossen an der Veranstaltung teil.

Zum Schützenfest im darauffolgenden Jahr widmete der Bürgerschützenverein dem Stifter des Krankenhauses einen Ehrenbrief – der damaligen Sitte entsprechend in Reimform. Dem Archiv zufolge wurde dieser Ehrenbrief am Morgen des 21. August vor der Wohnung Schulze Zumlohs, Oststraße 6, überreicht.

Krankenhaus-Eröffnung mit Schützen-Beistand

Am 16. November 1843 wurde nach einem feierlichem Gottesdienst in der Alten Kirche durch Domkapitular Kellermann das Krankenhaus feierlich eröffnet. Am Abend brachte die Bürgerschaft dem Stifter einen glänzenden Fackelzug dar. Auch hier wirkte der Schützenverein und dessen Sängerkorps ebenfalls mit.

Am 28. Juli 1846 verlieh der Bürgerschützenverein Franz Joseph Zumloh dann die Ehrenmitgliedschaft des Vereins – wieder mit Fackelzug zur Oststraße 6. Einige Zuschauer des Spektakels sollen sogar vor Freude geweint haben.

„Durch die Ernennung zum Ehrenmitgliede eines Vereins, der nicht allein durch sein bisheriges anständiges Benehmen sich die höchste Achtung seiner Mitbürger erworben sondern auch das sich gestellte Ziel, die Einigkeit der ganzen Bürgerschaft zu fördern, so recht erziel hat, fühle ich mich hoch geehrt“, sagte Schulze Zumloh damals.

Am 6. Mai 1854 starb er im Alter von 91 Jahren. Laut Familienchronik soll sein Begräbnis das größte und prachtvollste gewesen sein, dass je in Warendorf gehalten wurde. Auch der Bürgerschützenverein nahm am Begräbnis ihres Ehrenmitgliedes teil.

Hermann-Josef Vinke bedauert, dass die 1846 überreichte Ehrenurkunde nicht das Archiv des Bürgerschützenvereins schmücken kann. Trotz vieler Nachforschungen in der Familie Schulze ist diese nicht auffindbar.

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