Annemarie wartet auf ihren Wagen
„Staatskarosse“ ein Symbol des Miteinanders

Warendorf -

„Die Annemarie wird auch im kommenden Jahr nicht zu Fuß gehen müssen“, verspricht Warendorfs Karnevalsgesellschaft. Die Zeit hat deutliche Spuren am Prinzenwagen hinterlassen. Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, das Prunkmobil des obersten Narrens der Stadt

Montag, 02.09.2019, 15:32 Uhr
Christin Wowerus, Annemarie der Warendorfer Karnevalsgesellschaft, steht auf dem abgetakelten Lastwagenchassis und stellt sich die Frage, wer oder was länger auf sich warten lassen wird: der neue Prinz oder sein Wagen.
Christin Wowerus, Annemarie der Warendorfer Karnevalsgesellschaft, steht auf dem abgetakelten Lastwagenchassis und stellt sich die Frage, wer oder was länger auf sich warten lassen wird: der neue Prinz oder sein Wagen.

Christin Wowerus ist sichtlich ratlos. Die Annemarie der Warendorfer Karnevalsgesellschaft (WaKaGe) hat von den ehemaligen Tollitäten das Versprechen bekommen, dass man mit Hochdruck daran arbeiten werde, das Prunkmobil des obersten Narrens der Stadt komplett neu aufzubauen, ihm und ihr gewissermaßen eine moderne, angemessene und vorzeigbare Staatskarosse zu zimmern. Nun aber steht sie auf einem abgetakelten Lastwagenchassis und stellt sich die Frage, wer oder was länger auf sich warten lassen wird: der neue Prinz oder sein Wagen.

Kaum waren Prinz Carsten I., „der meisterliche Wolff fürs Dach“, seine Annemarie Christin und der hohe Senat der WaKaGe nach dem Rosenmontagszug von ihrem betagten Gefährt geklettert, hatten auch schon die ehemaligen Tollitäten um den Großfürsten Peter Steinkamp den Daumen auf dem ehemaligen Lastwagenchassis. Ehrenpräsident Willi Schöning war es gewesen, der 2000 als erster die Stufen erklomm, die zum Allerheiligsten der Konstruktion, dem Platz des Prinzens, führten. 18 weitere Male markierte die närrische Droschke in den darauffolgenden Jahren den Höhepunkt des Lindwurms der Freude, nur einmal – nämlich bei Prinz Henki (Uwe Henkenjohann) – wurde sie bekanntlich wegen einer Sturmwarnung geschont.

Die Zeit hat deutliche Spuren am Prinzenwagen hinterlassen – sichtbarer und versteckter Natur. Letzteren kam das Bauteam bestehend aus Mitgliedern aller Formationen auf die Spur, als die hölzerne Skyline von Warendorfs Altstadt entfernt worden und der Blick frei war auf die Konstruktion darunter. „Das sind Oberflächlichkeiten, nichts Gravierendes“, sagt Steinkamp mit Blick auf das mittlerweile fachmännisch sandgestrahlte Tragwerk, das in einer Halle der Firma Gräffker der Dinge harrt, die da kommen sollen. Bei Steinkamp, Uwe Henkenjohann und Friedhelm Fluck laufen die Fäden zusammen. Mit Unterstützung von Aktiven aus den Reihen des Elferrats, der Juka, des Senats und der Prinzengarde soll das ambitionierte Vorhaben gelingen, bis zum Rosenmontag 2020 ein völlig neues Flaggschiff für die WaKaGe-Tollität auf die Straße zu bringen. „Die Annemarie wird auch im kommenden Jahr nicht zu Fuß gehen müssen“, verspricht Steinkamp vollmundig eine würdige Mitfahrgelegenheit. Dass das Projekt von Erfolg gekrönt wird, daran hat WaKaGe-Präsident Hermann-Josef Schulze Zumloh nicht den geringsten Zweifel. Der Neubau des Prinzenwagens sei Ausdruck des Gemeinschaftssinns, „er ist ein Symbol des Miteinanders“, das sich auch bei anderen Gelegenheiten äußere – beispielsweise bei der Pferdenacht sowie des sich anschließenden Stadtfests von Freitag bis Sonntag, 6. bis 8. September, in der Warendorfer Altstadt. Dort zeichnen die Karnevalisten für das Bespielen der Bühne am Münstertor verantwortlich, unterstützen außerdem Uwe Henkenjohann und Dirk Holtkamp bei der Bewirtung ihrer Gäste in der „Stallgasse“. Ein kleines Schmankerl soll die alte Verkleidung des Prinzenwagens sein, die dort noch einmal drei Tage lang für dekorative Zwecke zum Einsatz kommt.

Das Programm in der „Stallgasse“ an der oberen Münsterstraße im Überblick: Livemusik von „Tinneff & Urt“ am Freitag ab 20 Uhr, Darbietungen der WaKaGe-Tanzgruppen Bambinos, Hüpfer, Flöckchen und Großes WaKaGe-Ballett am Samstag ab 13.30 Uhr sowie Livemusik von „Wine & Dine“ am Sonntag ab 15 Uhr.

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