Landesweiter Probealarm
Sirenen heulen in NRW - aber nicht überall

Münster/Warendorf -

Es wird wieder laut in NRW: Beim zweiten landesweiten Warntag sollen am Donnerstag zur Probe die Sirenen heulen. Doch in manchen Orten bleibt es um 10 Uhr stumm.

Donnerstag, 05.09.2019, 07:40 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 07:58 Uhr
Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen.
Die Sirenen in Münster bleiben beim landesweiten Probealarm am Donnerstag (5.9. 2019) stumm. Foto: Matthias Ahlke

Ein halbes Jahr nach dem letzten Probealarm wird es schon wieder laut in Nordrhein-Westfalen: Zum zweiten landesweiten Warntag in diesem Jahr sollen am Donnerstagmorgen landesweit die Sirenen heulen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) will das Geheule in einer Bochumer Feuerwehrwache um 10.00 Uhr persönlich auslösen, wie das Ministerium in Düsseldorf mitteilte. Im September 2018 gab es in NRW den ersten Warntag seit 30 Jahren. Das Ziel: mit der Bevölkerung die Verhaltensregeln in Katastrophenfällen zu trainieren. Ab nächstem Jahr soll der Warntag sogar bundesweit durchgeführt werden. 

Neue Sirenen bleiben stumm

Doch nicht in allen Städten ertönten beim letzten Mal die Sirenen: In den 1990er Jahren waren sie nach dem Ende des Kalten Krieges vielerorts abgebaut worden. So auch in Münster.

Doch das Rad wird zurückgedreht: Vor fünf Jahren entschied die Landesregierung, die Sirenen zu reaktivieren. Seitdem wird das Stadtgebiet von Münster wieder flächendeckend mit den Anlagen bestückt. 50 von geplanten 70 Standorten sind inzwischen mit Sirenen versehen. Sie sollen erst  beim nächsten landesweiten Probealarm am 5. März 2020 in Betrieb gehen. In diesem Jahr bleiben sie noch stumm.

Auch in Warendorf wird um 10 Uhr nichts zu hören sein. Schon letztes Jahr gab es dort keinen Sirenenalarm, weil es damals hieß, man habe das nötige Personal nicht. Diesmal werde es nichts, weil die Firma wegen hoher Nachfrage nicht rechtzeitig eine stationäre Anlage habe liefern können, heißt es von der Warendorfer Verwaltung.

Wie die Bevölkerung gewarnt wird

In einigen Notfall-Szenarien wie akuten Unwetter- oder Überflutungsgefahren oder beim Austritt giftiger Gase werden zudem Warnmeldungen und Verhaltensregeln für die Bevölkerung über Radio (WDR und Lokalsender) und Fernsehen ausgestrahlt. Die Feuerwehrleitstellen, die über ein Satellitensystem auf dem Laufenden gehalten werden, könnten sich mit Untertiteln sogar direkt in Sendungen einschalten. Die Feuerwehr kann darüber hinaus mit Lautsprecherdurchsagen Warnungen ausgeben, was unter anderem zur Einleitung von Räumungen nach Bombenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg genutzt wird. 

So verhalten Sie sich bei Sirenen-Alarm richtig

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  • Wann ertönt ein Warnsignal? Ein Warnsignal weist bei einem Notfall auf eine Gefahrenlage hin. Solche Fälle sind zum Beispiel Großbrände, Bombenentschärfungen oder heftige Unwetter. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Falle eines Alarms gilt: Ruhe bewahren, Türen und Fenster schließen und die Nachrichten verfolgen. Radiosender informieren zur aktuellen Lage, bei Stromausfall sollte man auf ein Autoradio zurückgreifen. Die Notrufe 110 und 112 darf man nur in einem akuten Notfall wählen - aber nicht, um sich zu informieren.

    Foto: dpa
  • Es gibt drei verschiedene Sirenentöne. Sie haben landesweit eine einheitliche Bedeutung.  Hier können Sie sich die drei Sirenentöne anhören

    Foto: Ansgar Kreuz
  • Die Warnung vor einer Gefahr, also etwa einem Brand oder einer Gefahrstoffausbreitung, ist ein auf- und abschwellendes Heulen. Die Entwarnung ist ein langer Dauerton. 

    Foto: Christoph Reichwein
  • Zur Alarmierung der Feuerwehr erklingen drei Töne hintereinander. 

    Foto: Marcel Kusch
  • Beim Probealarm am Warntag wird erst eine Minute lang Entwarnung, dann eine Minute lang Warnung und dann wieder eine Minute lang Entwarnung zu hören sein.

    Foto: Ludger Warnke
  • Die Warn-App «Nina» wird diesmal nur von einzelnen Kommunen einbezogen. Beim ersten Warntag im September 2018 hatte es Probleme mit der App gegeben , weil der Server überlastet war. 

    Foto: dpa

„Pieper” in der Hosentasche

Außerdem werden Warnmeldungen über die App Nina - die „Notfall-Informations- und Nachrichten-App” des Bundes - verschickt. Am Donnerstag wird um 10 Uhr zur Probe eine Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone ausgelöst. Beim ersten landesweiten Warntag vor einem Jahr wurden dabei Schwachstellen und Lücken bei der Warn-App zu Tage gefördert.

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