Mahnwache für Erhalt der Emsinsel für alle
Emsinsel soll grüne Lunge bleiben

Warendorf -

Sie sorgen sich um Warendorf, als Geschichtsstadt und um den Emspark als Natur-Kleinod und wichtige Kleinklimazone – gerade auch in Zeiten eines spürbaren Klimawandels: 70 Menschen gaben am Donnerstag vor der Sitzung des Planungsausschusses ihrem Unmut lautstark und mit Spruchschildern Ausdruck, nicht einverstanden zu sein mit der angedachten Wohnbebauung („Neue Ems“) auf dem Brinkhaus-Areal. Und auch die Jüngsten im Kinderwagen machten mit, zeigen ihre selbstgemalten Plakate.

Donnerstag, 05.09.2019, 18:34 Uhr aktualisiert: 05.09.2019, 18:38 Uhr
Gegen Wohnbebauung und für den Erhalt der Naturräume („Bäume im Emsseepark schützen auch unser Klima“) demonstrierten rund 70 Menschen vor dem Rathaus.
Gegen Wohnbebauung und für den Erhalt der Naturräume („Bäume im Emsseepark schützen auch unser Klima“) demonstrierten rund 70 Menschen vor dem Rathaus. Foto: Peter Sauer

„Gebt der Ems ihre Aue zurück“: Der Protest war groß, laut und bunt: Rund 70 Menschen, darunter auch einige Kinder, demonstrierten am Donnerstag auf einer Mahnwache vor dem Rathaus – unmittelbar vor dem Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss. Denn dieser beschäftigte sich ab 17 Uhr mit der Zukunft der Emsinsel, stellt die Weichen für die weiteren Planungen.

Generationsübergreifend steht der Protest.

Generationsübergreifend steht der Protest. Foto: Peter Sauer

Gerade die veranlassen den Arbeitskreis Emsinsel zum Protest. Die Mitglieder halten die angestrebten Nutzungspläne der Stadt für falsch. Deshalb riefen Heimatverein und Arbeitskreis zu der Mahnwache auf. Die Demonstranten rufen „Hände weg vom Emspark!“ und fordern, dass die Emsinsel weiterhin eine grüne Lunge für alle bleiben soll.

Diese Aktivistin demonstriert auch regelmäßig auf dem Wochenmarkt.

Diese Aktivistin demonstriert auch regelmäßig auf dem Wochenmarkt. Foto: Peter Sauer

Mechtild Wolff fasste in ihrer engagierten Rede die Ängste und Sorgen vieler besorgter Bürger zusammen: „Wir sind gegen eine Wohnbebauung auf der Brinkhaus-Brache, zumal drei- bis viergeschossig geplant. Das wäre eine Todsünde!“ Außerdem hätten bei eine Befragung überhaupt nur weniger als fünf Prozent Wohnbebauung angekreuzt. Einige Demonstranten erinnern daran, dass 130 gesunde Bäume gefällt werden müssten, wenn das Gelände der ehemaligen Weberei für Wohnhäuser umgestaltet würde. Wolff schlägt stattdessen vor, die Natur so wie sie ist zu belassen: „Die Gebäude könnten als Cafe, Restaurant oder generationsübergreifender Veranstaltungsort genutzt werden. Vielleicht ist auch ein Hotel denkbar.“ Sigfrid Krebse und Alfred Kiel vom Arbeitskreis Emsinsel akzeptieren eine Überplanung der Brinkhaus-Brache nur im Kontext des gesamten Landschafts- und Naturschutzgebiets Emsaue.

Suchte das Gespräch: Willi Schöning, Vorsitzender des Planungsausschuss.

Suchte das Gespräch: Willi Schöning, Vorsitzender des Planungsausschuss. Foto: Peter Sauer

„Machen sie Warendorf nicht geschichtslos“ rief eine Demonstrantin Willi Schöning, dem Vorsitzenden des Planungsausschusses, zu, als der das Gespräch mit den Demonstranten suchte. Ein Kind fragte ihn, warum denn die Apfelbäume wegmüssten. Schöning signalisierte, dass die Politik genau abwägen werde, sagte aber wiederholt, dass in Warendorf Wohnraum fehlen würde und erntete dafür Kritik.

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Weitere Mahnwachen sind geplant für Montag, 9. September, um 16.30 Uhr vor der Hauptausschuss-Sitzung und Donnerstag, 19. September, 16.30 Uhr vor der Ratssitzung.

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