Berichte aus einem „gespaltenen Land“
Peter Maxwills "Reise zum Riss"

Warendorf -

Peter Maxwill erkannte früh seine Leidenschaft für das Schreiben. Schon während seiner Schulzeit fing er als Freier Mitarbeiter bei unserer Zeitung an. Inzwischen ist der heute 31-Jährige Redakteur beim „Spiegel“ und hat jetzt ein Buch herausgebracht. Das trägt den Titel „Die Reise zum Riss - Berichte aus einem gespaltenen Land“.

Freitag, 13.09.2019, 16:00 Uhr
Peter Maxwill hat sein Abitur in Warendorf absolviert, ist inzwischen“Spiegel“-Redakteur und hat jetzt ein Buch herausgebracht.
Peter Maxwill hat sein Abitur in Warendorf absolviert, ist inzwischen“Spiegel“-Redakteur und hat jetzt ein Buch herausgebracht. Foto: privat

Nach seinem Abitur am Mariengymnasium in Warendorf im Jahr 2007 fing Peter Maxwill an zu studieren – in Münster, Hamburg und Rom. Nach seinem Abschluss in Germanistik und Zeitgeschichte fing er nach kurzer freiberuflicher Tätigkeit 2015 ein Volontariat bei „ Spiegel Online “ an, später wurde er als Redakteur übernommen. Seitdem ist Peter Maxwill im Ressort „Deutschland Panorama“ tätig und kümmert sich hauptsächlich um Themen wie die gesellschaftliche Spaltung, Polarisierung oder den Rechtsruck im Land.

Viele spannende Reportagen

Dabei kamen viele spannende Reportagen herum. Im Mittelpunkt von Maxwills Geschichten stehen die „normale Menschen“, wie er selbst sagt. Bewusst hätten keine Prominenten oder großen Bundespolitiker im Zentrum seiner Artikel gestanden. So beschreibt der Wahl-Hamburger die Arbeit eines Lokalpolitikers aus Bocholt, der rechte Droh- und Hassmails bekommt, genau wie die Geschichte eines Grünen-Politikers, der mit vielen Positionen der AfD übereinstimmt.

Mit der Zeit wurde Peter Maxwill klar, dass seine Reportagen nur einzelne Mosaiksteine sind und alles irgendwie zusammenhängt. Die Idee für ein Buch entstand. „Die Reise zum Riss – Berichte aus einem gespaltenen Land“ ist eine Kooperation von „Spiegel Online“ und dem „Ullstein-Verlag“ und enthält über 30 Berichte von Peter Maxwill über die Spaltung der deutschen Gesellschaft.

Buch mit Analysen

„Alle Reportagen sind während meiner Arbeit als Redakteur entstanden, andere Kapitel sind extra für das Buch geschrieben worden“, erklärt Maxwill. Neben den einzelnen Berichten analysiert der 31-Jährige in einigen Passagen die Geschichten, versucht Ursachen für die Spaltung zu ergründen und Hoffnung auf eine Besserung zu machen. „Die Gesellschaft ist ein Prozess. Es engagieren sich immer noch sehr viele Menschen“, meint Maxwill, den zwar viele recherchierte Aspekte frustrierten, der aber auch viel Positives aus seiner Arbeit zieht.

So schaffte es der Redakteur ein Streitgespräch zur Seenotrettung im Mittelmeer zu initiieren. Den Gründer einer Seenotrettungs-Initative und einen Mann, der diese wegen Schlepperei anzeigte, brachte er gemeinsam an einen Tisch. „Für mich ist das ein großer Erfolg zwei Personen mit so unterschiedlichen Meinungen zusammenzubringen und das sie miteinander – auf Augenhöhe - reden.“

Maxwills Berichte kommen aus dem ganzen Land – von Kiel bis Kirchzarten spielen die Geschichten.

272 Seiten als Anregung

Die 272 Seiten von „Die Reise zum Riss“ sollen dazu anregen, dass sich jeder selbst in sein Dorf, sein Stadtteil einbringt. „Es ist aber keine Anleitung, was zu tun ist, sondern eher ein Werkstattbericht aus einem gespaltenen Land“, sagt Peter Maxwill, der die Flüchtlingskrise von 2015 zwar als Anlass und „Brandbeschleuniger“ für die derzeitige Polarisierung der Gesellschaft sieht, aber keinesfalls als Ursache. Auch in seinem Buch sei nicht nur die Migration, sondern auch andere, alltägliche Themen wie zum Beispiel die Mobilität aufgegriffen worden. „Man kann die Kapitel alle einzeln lesen. Trotzdem hängen die Berichte durch Überleitungen und Analysen wie Mosaiksteine zusammen“, erklärt Maxwill sein Werk.

Seit dem 30. August ist „Die Reise zum Riss“ jetzt als Taschenbuch für 11 Euro Handel erhältlich. Ein Besuch auf der Frankfurter Buchmesse sei geplant, eine Lesereise bis jetzt nicht. Aber vielleicht liest Peter Maxwill mal in Warendorf aus seinem Buch. Lust dazu hätte der 31-Jährige dazu auf jeden Fall. Erstmal konzentriert sich er sich jetzt aber wieder auf seine Arbeit als Redakteur beim „Spiegel“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6923399?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Kampf gegen Plastikfolie und Einwegbecher
Einwegverpackungen sollen reduziert werden.
Nachrichten-Ticker