Protest für Emsinsel-Renaturierung
„WAFhattan“ am anderen Emsufer?

Warendorf -

Eine Dreiviertelstunde nahmen Mitglieder von Heimatverein und Arbeitskreis Emsinsel die Chance wahr und stellten – teils – Fragen während der Einwohnerfragestunde im Rat. Es blieb nicht lange sachlich.

Freitag, 20.09.2019, 16:42 Uhr
Sigfrid Krebse (M.) bemängelte die Informationspolitik von Rat und Verwaltung.
Sigfrid Krebse (M.) bemängelte die Informationspolitik von Rat und Verwaltung. Foto: Jörg Pastoor

Die Einwohnerfragestunde im Rat – dass die Gegner von Wohnungen auf der Brinkhausbrache sie nutzen würden, hatten sie angekündigt. Viele gingen dann auch gleich nach der dritten Mahnwache vorm Rathaus hinein. Es dauerte nur wenige Minuten, bis Bürgermeister Axel Linke sich gegen „Unterstellungen“ verwahren musste. Denn unter anderem hatte ein Anwesender behauptet, die Stadt verschleppe die Baureifmachung des Gebietes In de Brinke. Das Gegenteil sei der Fall, so Linke sichtbar angefasst.

Zunächst hatte Sigfrid Krebse, einer der Sprecher des Arbeitskreises Emsinsel, sich bei Axel Linke erkundigt, ob er noch bereit sei für ein Gespräch. Für Linke gar keine Frage – natürlich sei er das. Dann fiel von Holger Schmalenstroer für die vorgestellte Bebauung das Wort „WAFhattan“ in Anlehnung an die Wolkenkratzer-Silhouetten von Manhattan. Spätestens da wurden etliche Ratsmitglieder unruhig. Als dann Alfred Kiel vom AK Eminsel über die Empörung „der Bürger“ sprach, weil eben nicht mehr deren Wille Richtung grünem „Bürgerpark“ verfolgt und stattdessen eine „unfassbare, gigantische Baumaßnahme“ geplant werde, da meldete sich Peter Steinkamp (CDU) zu Wort:  „Sie tun immer so, als würden Sie die Warendorfer Bürger vertreten und als wenn alle Warendorfer Ihrer Meinung seien.“

Sie tun immer so, als würden Sie die Warendorfer Bürger vertreten.

Peter Steinkamp (CDU)

Mechtild Wolff, zuvor vom Bürgermeister zur Ordnung gerufen, den Rede-Reihenfolge nicht zu stören, forderte Axel Linke zu einer Diskussionsveranstaltung auf – „nächsten Samstag um 10 Uhr hier im Ratssaal“. Linke lehnte ab. Zum einen sei der Saal da bereits besetzt, zum anderen gefiel ihm das Deklaratorische in Wolffs Ansage nicht.

Dr. Beate Janinhoff (FDP) beklagte, dass sich die Aktivisten gegen die Planungen für die Emsinsel „sehr unsachlich“ verhielten – zumal man noch gar nicht über eine Bebauung gesprochen habe. Sie appellierte, sich „im Ton und der Sache normal“ zu äußern. Allein Andrea Kleene-Erke von der SPD zeigte sich „entsetzt über die hohe Bebauungsdichte“ und wünschte sich, man solle sehen, „wie wir wieder zusammenfinden“.

Auch Baudirektor Peter Pesch wies auf den Sachstand hin: „Es ist noch gar keine Entscheidung in irgendeine Richtung gefallen. Es gibt noch keine ,Warendorfer Position‘“. Die Zahl der angeblich 150 Bäume, die für den Emsdurchstich fallen sollen, wie es eine Bürgerin darstellte, sei „objektiv falsch“, so Pesch. Den Fluss näher an die Stadt zu holen, sei für ihn ein Mehrwert. Und durch die stark begrünte, also ökologisch erheblich aufgewertete Neue Ems würden Fällungen auf jeden Fall überkompensiert – also mehr gepflanzt als gefällt.  

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