Ems-Renaturierung
Hier kann die Ems ihr Bett selbst machen

Warendorf -

Rund 1,2 Kilometer neues Bett erhält die Ems unterhalb des Axtbachs. Der Kreisfischereiverein ist Bauherr der Maßnahme, die den ökologischen Wert des Fluss deutlich steigern soll.

Mittwoch, 02.10.2019, 15:58 Uhr
So sieht das Projekt in Details aus. Die Ems wird nach dem Abschluss in diesem Teilbereich ganz anders aussehen, bei Hochwasser Teile der neuen Aue fluten können. Geht mit dem Wetter alles gut, ist das Meiste der Arbeiten im Dezember erledigt.
So sieht das Projekt in Details aus. Die Ems wird nach dem Abschluss in diesem Teilbereich ganz anders aussehen, bei Hochwasser Teile der neuen Aue fluten können. Geht mit dem Wetter alles gut, ist das Meiste der Arbeiten im Dezember erledigt. Foto: Jörg Pastoor

1,2 Kilometer neues Flussbett so, wie ein Fluss früher war? Dr. Hannes Schimmer konnte es „natürlich klasse“ finden, dass sich mit dem Grundstücksbesitzer Josef Besselmann und dem Kreisfischerverein „private Initiative gefunden hat, die das hier macht.“ Das hier, damit meinte der bei der Bezirksregierung für das Projekt Zuständige die Emsrenaturierung unterhalb des Axtbaches. Mittwochnachmittag begrüßte Vereinsvorsitzender Klaus-Peter Kranke zum Baustart neben Schimmer auch Ehrengast Reinhold Sendker (MdB), Andreas Vollmer vom gleichnamigen Ingenieurbüro und einige Mitglieder seines Vereins am neuen Ems-Uferweg.

Der windet sich im Moment noch über die große Wiese zwischen Axtbach und Ems, zeichnet aber schon die künftige Nordgrenze des Stücks Aue ab, durch die die Ems nach dem Umbau fließen wird. Wenn das Wetter mitspielt, dürfte das Gröbste laut Kranke bis zum Dezember geschafft sein.

Wir brauchen Regen – Sie könne ihn nicht gebrauchen.

MdB Reinhold Sendker wünscht dem Fischereiverein gutes Wetter

Im Wesentlichen geht es darum, der Ems einige Bögen zurückzugeben, durch die sich dann mäandern kann. Das Tiefbauunternehmen Tegelkamp aus Müssingen wird Boden abtragen, ihn an drei Stellen ins jetzige Flussbett füllen und damit Dämme bauen, die den Fluss ins neue Bett zwingen.

Damit, so Andreas Vollmer, schaffe man die Voraussetzung dafür, dass „sich der Fluss perfekt slebst gestalten kann“. Im ersten durch den Fischereiverein renaturierten Bauabschnitt habe das schon sehr gut entwickelt, die Ems werde das auch im neuen, für rund 850 000 Euro herzurichtenden Abschnitt tun.

Klaus-Peter Kranke erinnerte sich an seine erste Reaktion, als er damals angesprochen worden war: Noch ein solches Projekt? Schon das erste habe Jahre der Arbeit, der Kraft und Zeit gekostet. aber nach kurzem Nachdenken sei er zu Eigentümer Besselmann gegangen, und wenig später sei er von den Details regelrecht begeistert gewesen.

850 000 Euro für naturnahen Ausbau

Jetzt steht die Wiese zur Verfügung, schlängelt sich besagter Weg zwischen Draht Richtung Baustelle. „Während der Bauzeit wird das eine Sackgasse sein, weil die den Platz hinten für die großen Fahrzeuge brauchen“, so Kranke. Allerdings könnten Passanten die ganze Zeit über die Baufortschritte aus nächster Nähe erleben. Und nach Errichtung der neuen Brücke auch wieder aufs vorhandene Wegenetz gelangen.

Vier Jahre Planung stecken im Projekt – und ein paar schlaflose Nächte. Jetzt läuft es. „Es wird eine spannende Zeit“, meinte Kranke.

Klaus-Peter Kranke vor dem Bauschild.

Klaus-Peter Kranke vor dem Bauschild. Foto: Jörg Pastoor

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