Zählaktion des Arbeitskreises Neue Emsinsel
Aus für 150 Bäume

Warendorf -

Steht man erst einmal mittendrin im Emsseepark von Warendorf, dann fallen die mit Flatterband gekennzeichneten oftmals sehr großen und alten Bäume sofort ins Auge. Und die sollen allen dem aktuellen Plan für einen Durchstich „Neue Ems Ost“ zum Opfer fallen? Vertreter des Arbeitskreises Neue Emsinsel sowie der Altstadtfreunde und des Heimatvereins tauschten im Rahmen ihrer Aktion am Freitag nochmals die Argumente aus. Ihre Empfehlung an die Bürger lautet: Ein Besuch der nächsten Infoveranstaltung am Dienstag, 8. Oktober, im Sophiensaal.

Freitag, 04.10.2019, 14:45 Uhr aktualisiert: 06.10.2019, 13:18 Uhr
Der Arbeitskreis Neue Emsinsel setzt Zeichen im Emsseepark. Bäume, die dem geplanten „Durchstich“ durch den Emsseepark weichen müssen, wurden gezählt und markiert.
Der Arbeitskreis Neue Emsinsel setzt Zeichen im Emsseepark. Bäume, die dem geplanten „Durchstich“ durch den Emsseepark weichen müssen, wurden gezählt und markiert. Foto: Monika Vornhusen

Lisa Broeker war am gestrigen Freitagmorgen schon mit ihrem Protestplakat auf dem Markt unterwegs, bevor sie sich um 10.30 Uhr im Emsseepark an der Baumzählung beteiligte. Sie wollte informieren, denn sie hat erkannt, dass viele Warendorfer das, was auf Warendorfs Filetstück derzeit in Planung ist, gar nicht so genau durchblicken. So machten die Vertreter des Arbeitskreises Neue Emsinsel sowie des Heimatvereins und der Altstadtfreunde ihre Positionen vor Ort noch einmal deutlich. Und sie machten noch mehr: Mit rot-weißem Flatterband wurden diejenigen Baumreihen gekennzeichnet, die der der Bezirksregierung vorliegenden Planung für den Durchstich im Emsseepark „Neue Ems Ost“ zum Opfer fallen würden. Laut Angaben von Sigfrid Krebse als Sprecher des Arbeitskreises Neue Emsinsel seien das nach der Zählung vom gestrigen Freitag 150 Bäume. Und dabei könne ein Baum von dem Kaliber dieser rund 100 Jahre alten Gesellen im Jahr etwa 100 Kilo Feinstaub binden sowie fünf bis sechs Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und obendrein etwa vier Tonnen Sauerstoff übers Jahr produzieren, hatte Klaus Koglin recherchiert. Die Vertreter aus Arbeitskreis und Vereinen sprechen sich für einen Durchstich der Ems 200 Meter weg von der aktuellen Planung, nämlich direkt auf der Brinkhaus-Brache aus. „Alle Welt spricht von Klimawandel, Umweltschutz und Baumanpflanzungen, und in Warendorf werden die Bäume umgelegt“, sprechen Mechtild Wolff für den Heimatverein und Sigfrid Krebse für den Arbeitskreis mit einer Stimme. Hermann Merkentrup verdeutlicht: „Es geht uns nicht darum, dass auf der Emsinsel alles grün bleiben muss. Wir sind durchaus für eine Planung von Wohnraum, Hotel oder gar Freizeit-Objekten zu haben. Wichtig ist uns aber der Ort des Durchstichs auf der Brinkhaus-Brache.“ Dass der Ort des Durchstichs von entscheidender Bedeutung ist, machte auch Egon Klaus von den Altstadtfreunden klar: „Mit dem Durchstich an geplanter Stelle wären die Pflöcke für eine konzentrierte Bebauung auf der Brinkhaus-Brache selbst eingeschlagen.“ Darüber hinaus sei es dann in ferner Zukunft deutlich einfacher, auch den Bereich bis hin zum Durchstich mitten im Emsseepark zu überbauen, denkt Klaus langfristig. Vorteil eines Durchstichs auf der Brache sei auch eine Kostenabwicklung, die für Grundstücksankauf, Abriss und Kontaminierungsabtragungen eine Bezuschussung von 80 Prozent durch Gelder des Wasserwirtschaftsamtes laut Gesetz vorsehe.

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