Indische Gäste in der Stiftskirche
Weltliches Flair beim Erntedank

Freckenhorst -

Bereits am Samstagabend hatte das Missionswerk zu einem Gottesdienst in die Freckenhorster Stiftskirche eingeladen, den Pfarrdechant Manfred Krampe mit Pfarrer Dirk Bingener, neuer Präsident von „missio“ und dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, sowie dem emerierten Erzbischof von Guwahati Thomas Menamparampil aus Indien zelebrierte.

Sonntag, 06.10.2019, 15:00 Uhr
Weltkirchliches Flair beim Erntedankgottesdienst in Freckenhorst: Schwester Annie Enchenatil und der emeritierte Erzbischof Thomas Menamparampil aus dem Nordosten Indiens waren zu Gast. Die beiden indischen Geistlichen gehören zu einer Delegation, die an der Eröffnung des Monats der Weltmission durch das Hilfswerk „missio“ teilnehmen.
Weltkirchliches Flair beim Erntedankgottesdienst in Freckenhorst: Schwester Annie Enchenatil und der emeritierte Erzbischof Thomas Menamparampil aus dem Nordosten Indiens waren zu Gast. Die beiden indischen Geistlichen gehören zu einer Delegation, die an der Eröffnung des Monats der Weltmission durch das Hilfswerk „missio“ teilnehmen. Foto: Stephan Ohlmeier

Mit einem weltkirchlichen Erntedankfest auf dem Münsteraner Domplatz wurde am Sonntag der außerordentliche Monat der Weltmission eröffnet. Der vom internationalen kirchlichen Missionswerk „ missio “ organisierte Monat steht unter dem Motto „Getauft und gesandt: Die Kirche missionarisch in der Welt“. Im Fokus: der Nordosten Indiens, wo Christen helfen, die Situation der Menschen vor Ort zu verbessern.

„Lasst uns gemeinsam für den Frieden arbeiten und beten“, diese Botschaft richtete der für den Friedensnobelpreis nominierte Erzbischof in seiner Predigt an die Gläubigen. Als er vor 38 Jahren Bischoff geworden sei, habe er den Kontakt zu den anderen Kirchen gesucht. Im gemeinsamen Dialog sei es gelungen, zerstrittene Menschen unabhängig von ihrer Rasse oder ihrem Stamm zusammenzurufen und zu versöhnen. Menamparampil erinnerte aber auch daran, wie Ende des 19. Jahrhundertes salvatorianische Missionare in den Nordosten Indiens gekommen waren und dort gegeben alle Widerstände den christlichen Glauben verbreitet haben. Heute würden in der Region über zwei Millionen Christen leben: „Als Christen sind wir eine weltweite Gemeinschaft und miteinander verbunden.“

Nach dem Gottesdienst waren alle Gläubigen zu einer weltkirchlichen Begegnung mit Assam-Tee, Cashewkernen und Gebäck im Seitenschiff der Stiftskirche eingeladen. Zunächst wurde ein kurzer Film über die Arbeit der Missionare im Nordosten Indiens gezeigt, wo es das größte zusammenhängende Teegebiet weltweit gibt, ehe Schwester Annie Enchenatil über ihren Einsatz berichtete.

Sie sei einst als sogenannte „Touring-Schwester“ angefangen und oft tagelang zu Fuß von Dorf zu Dorf gezogen. Das Wissen, das in den Dörfern Menschen leben, die sich über ihren Besuch und unter anderem aus Deutschland gespendete Medikamente freuen, habe ihr jedoch die notwendige Kraft gegeben. Da die Gesundheitsversorgung in Indien nach wie vor ein großes Problem sei, würden Missionsschwestern Gesundheitsstationen betreiben und versuchen, den Menschen zu helfen.

Sie selbst engagiere sich seit 2003 auf den Teeplantagen, wo schon Kinder unter unwürdigen Lebensbedingungen den ganzen Tag für geringsten Lohn arbeiten. „Als ich die Lebensverhältnisse gesehen habe, habe ich gesagt: Wir müssen irgendetwas tun, wenn wir als Christen authentisch bleiben wollen.“ In den mittlerweile 300 gegründeten Selbsthilfegruppen würden Frauen nicht nur über alternative Einkommensmöglichkeiten und über ihre Rechte aufgeklärt, sondern auch Lesen und Schreiben lernen: „Wir wollen, dass die Frauen selbstbewusst ihren eigenen Alltag gestalten.“

Daneben hätten sich die Missionsschwestern den Kampf gegen den Menschenhandel verschrieben. Auf den Teeplantagen versuche sie über die falschen Versprechungen der Agenten zu sensibilisieren und zu verhindern, dass Kinder in die Großstädte verschleppt werden und dort in die Prostitution, den Drogenhandel oder die Kriminalität abrutschen. Nach dem Vortrag hatten alle Anwesenden die Möglichkeit, mit Schwester Annie ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. Bereits während des Gottesdienstes hatte Pfarrer Dirk Bingener Missionare als „attraktive Menschen“ bezeichnet. Diese würden sich von Gott gewollt und geliebt fühlen und mit einer positiven Ausstrahlung durch das Leben gehen. Ferner bedankte er sich bei den heimischen Sternsingern für ihren Einsatz und lud diese zum Besuch des Missionswerkes in Aachen ein.

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