Kirchengemeinde Warendorf will Stiftung
Ein „Saatkorn“ für die Zukunft

Warendorf -

Ein Solidarpakt für die nächsten Generationen in der evangelischen Kirchengemeinde soll sie sein: die Stiftung, die ein Kreis aus neun Gläubigen mit 50 000 Euro Kapital ausstatten will. Ein Anfang ist gemacht.

Montag, 07.10.2019, 16:30 Uhr
Schwungvoll präsentierte der Chor der Bodelschwingh-Schule seinen Gummibär-Song (kleines Bild). Der Superintendent Ulf Schlien mit den Mitgliedern des Stiftungskreises Rainer Budde, Ilse Hess, Jochen Walter, Graf Maximilian zu Stolberg Wernigerode, Hans-Heinrich Hammermeister, Dorohee C. Pinkhaus, Martin Müller und Pfarrer Herwig Behring. Es fehlt Mike Atig.
Schwungvoll präsentierte der Chor der Bodelschwingh-Schule seinen Gummibär-Song (kleines Bild). Der Superintendent Ulf Schlien mit den Mitgliedern des Stiftungskreises Rainer Budde, Ilse Hess, Jochen Walter, Graf Maximilian zu Stolberg Wernigerode, Hans-Heinrich Hammermeister, Dorohee C. Pinkhaus, Martin Müller und Pfarrer Herwig Behring. Es fehlt Mike Atig. Foto: Ulrike von Brevern

„Wir haben Großes vor“, hob Pfarrer Herwig Behring beim Stiftungsgottesdienst am Erntedank-Sonntag in der Christuskirche hervor. Mindestens 50 000 Euro will ein neunköpfiger Stiftungskreis, der von Moderator Mike Atig bis zum ehemaligen Bürgermeister Jochen Walter reicht, im kommenden Jahr einsammeln.

Das Geld dient als Kapitalstock, mit dem die evangelische Gemeinde Warendorf zum Erntedankfest 2020 eine eigene Stiftung begründet. Gemessen an der Zahl der Gottesdienstbesucher ist das Interesse daran in der Gemeinde groß.

Superintendent Ulf Schlien , der auch als Stiftungsverantwortlicher des Kirchenkreises Münster an dem Gottesdienst teilnahm, erläuterte, dass bei der Stiftung nicht nach Millionären gesucht werde. Sie setze sich auch aus kleineren Beiträgen jener zusammen, die die Zukunft der Kirche sichern wollten.

Ich weiß, dass sich Kirche rasant verändert.

Pfarrer Herwig Behring

Von dem angelegten Stiftungsvermögen darf nur der Ertragsteil ausgeschüttet werden. Damit sollen besondere Aufgaben der Gemeinde finanziert werden. „Ich

weiß, dass sich Kirche rasant verändert, schneller als ich vor 20 Jahren je gedacht hätte“, bekannte Pfarrer Behring in seiner Predigt. Es sei gerade jetzt an der Zeit etwas zu tun, um Kirche als Ort für alle zu erhalten. „Wir wollen die Gemeinschaft stärken in der Kirche, die nicht mehr Volkskirche ist, es vielleicht nie war.“

Die musikalische Gestaltung durch den Posaunenchor der Gemeinde unter Leitung von Georg Potthoff trug erheblich zur festlichen Stimmung bei. Der Chor der evangelischen Bodelschwingh-Grundschule setzte schwungvolle Akzente. Die Grundschüler hatten sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, warum es Kirche in 50 Jahren überhaupt noch geben solle. Eine reiche Auswahl an Antworten schmückte auf bunten Zetteln die Wände.

„Die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde ist für mich eine echte Herzensangelegenheit“, betonte Jochen Walter in seinem Votum als Mitglied des Stiftungskreises. „Christen sollen erkennbar sein“, forderte Rainer Budde, der zugleich Stiftungskurator des Josephs-Hospitals ist. Die Schulleiterin der Bodelschwingh-Schule, Dorothee C. Pinkhaus, nannte die Zukunft der Kinder, mit denen sie täglich arbeitet, als ihr Motiv sich zu beteiligen. Schon weil ihre Kinder in der Kirche getauft wurden sei auch ihnen eine langfristige Perspektive für die Gemeinde wichtig, stimmten die ehemalige Bodelschwingh-Lehrerin Ilse Hess und Graf Maximilian zu Stolberg Wernigerode überein. „Etwas Bleibendes für die Gemeinde hinterlassen“ wollte Presbyter Heinrich Hammermeister, während Amtskollege Martin Müller in der Stiftung „ein Saatkorn für die Zukunft“ sah.

Unerwartet hohe Kollekte zum Auftakt

Mike Atig, beruflich verhindert, aber fast live aus München zugeschaltet, erwartete von der Stiftung ein bisschen Unabhängigkeit. „Nur eine unabhängige Gemeinde ist eine Gemeinde der Zukunft“, hob er hervor. Die Kollekte, die als Grundstock für die Kapitalsammlung erbeten und in diesem Fall noch während des Gottesdienstes ausgezählt wurde, fiel für Pfarrer Behring unerwartet hoch aus. Eine solche Summe sei seines Wissens noch nie in einem Gottesdienst in der Warendorfer Kirche zusammengekommen, freute sich der Geistliche.

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