Vorarbeiten für Ersatz
Die Ems braucht eine große Klappe

Warendorf -

Die Sanierungskosten fürs Emswehr verteuern sich auf rund eine halbe Million Euro. Während der Schadenskartierung stellte sich weiterer Reparaturbedarf herau. Unter anderem an der Heizung. Die bewahrt das Wehr vorm Einfrieren.

Dienstag, 08.10.2019, 06:15 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 08:59 Uhr
Arbeiter bereiten – geschützt durch Sandsackbarrieren – die Demontage der Wehrklappe vor. Kommenden Montag soll das defekte Teil nach gut 50 Jahren aus seiner Verankerung im Emswehr gehoben werden.
Arbeiter bereiten – geschützt durch Sandsackbarrieren – die Demontage der Wehrklappe vor. Kommenden Montag soll das defekte Teil nach gut 50 Jahren aus seiner Verankerung im Emswehr gehoben werden. Foto: Jörg Pastoor

Nun ist es wieder unten, das Emswehr. Seit Montag liegen vor der großen Stauklappe zwei Sandsackhaufen, die Arbeitern Platz verschaffen. Sie müssen die Vorbereitungen für die wohl spektakulärsten Szenen des Drehbuchs schaffen, das Sachgebietsleiter Udo Bierbaum zusammen mit der Oerlinghauser Wasserbau-Firma Maier geschrieben hat: die Demontage der defekten großen Wehrklappe ( die WN berichteten ).

Der Ersatz der Stahlkon­struktion und der Steuerungshydraulik kommt die Stadt übrigens noch teurer als die bisher veranschlagten 350.000 Euro. Laut Mitteilung von Doris Krause im Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss werden rund 150.000 Euro zusätzlich fällig. Macht in der Summe dann 500.000.

Größere Schäden

Die Schäden an der Stautechnik waren größer als zunächst auf den ersten Blick sichtbar, wie sich herausstellte. Neben Ausbesserungen am Beton der Konstruktion braucht das Wehr auch eine neue Heizung. „Die alte Gleitwand-Heizung ist kaputt“, begründet Udo Bierbaum. Die Technik verhindert ein Festfrieren des Wehrs im Winter.

Die alte Gleitwand-Heizung ist kaputt.

Udo Bierbaum

Einige der obersten Balken an den beiden Holzschützen neben der großen Klappe sind ebenfalls reif für Ersatz. Die höher gelegenen Balken haben stärkeren Verschleiß, weil sie nicht dauerhaft unter der Wasseroberfläche sind, was die Haltbarkeit wesentlich höher macht.

Eins der Getriebe für das Herauf- und Herunterfahren der Staueinrichtungen, das schon abgebaut ist, braucht in größerem Umfang Ersatzteile. Und ein Teil der Führungen muss neu her, weil es dort verstärkt Rostschäden gibt.

Zeitplan wird diese Woche bekanntgegeben

Diese Woche wird die Verwaltung den ungefähren Zeitplan für die Sanierung bekanntgeben, wie Sachgebietsleiter Udo Bierbaum auf Anfrage mitteilte.  „Kommenden Montag kommt die Wehrklappe heraus. Danach werden Balken in seitliche Führungen eingebracht.“ Damit gibt es ein provisorisches Wehr; die Regelung des Emswassers erfolgt über eins der beiden Schütze aus Holz direkt unterm HOT. „Jeweils eins werden wir weiter in Betrieb haben“, so Bierbaum.

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