Bürgerversammlung zur Brinkhaus-Brache
Rat muss über Emsinsel entscheiden

Warendorf -

Alle drei Moderatoren bekamen für ihre Vorträge Beifall – für die Wiedergabe der Chancen und Probleme, die Befürworter und Gegner möglicher Pläne für die Emsinsel sehen. Als dann keine offene Diskussionen zugelassen wurde, reagierten einige Bürger verständnislos.

Mittwoch, 09.10.2019, 16:52 Uhr
Direkt nach den Vorträgen beendete Henrik Freudenau den Teil fürs Plenum. Diskussionen waren nur noch an Infotafeln zugelassen. Das ärgerte manchen Teilnehmer.
Direkt nach den Vorträgen beendete Henrik Freudenau den Teil fürs Plenum. Diskussionen waren nur noch an Infotafeln zugelassen. Das ärgerte manchen Teilnehmer. Foto: Jörg Pastoor

Geschätzt 150 Bürger sind jetzt schlauer, was die Emsinsel angeht. Die, die am Dienstagabend während der Bürger-Informationsveranstaltung keinen der über 70 Sitzplätze mehr bekamen, standen die rund eineinhalb Stunden im Sophiensaal recht dicht gedrängt. Damit ist der Moderationsprozess für die Nutzung der Brinkhausbrache nun auf der angestrebten neuen Ebene: Der Rat muss alles Gesammelte abwägen. Und daraus die angestrebte „Warendorfer Position“ erarbeiten. Vorerst haben die externen Berater ihre Arbeit getan.

Am „Wie“ gab es in einem entscheidenden Punkt Kritik des bürgerlichen Lagers, das keine Wohnbebauung auf der Emsinsel will. Die konnte nämlich niemand im Plenum äußern, was der Hauptaufreger war: Moderator Henrik Freudenau hatte eine Diskussion im Plenum nach den Fakten-Präsentationen ausgeschlossen.

Alles, was passiert, ist eine Verbesserung.

Holger Hoffschroer

Davor hatten er und seine Kollegin Anne Behlau – beide vielen schon aus den öffentlichen Befragungen bekannt – nochmals im Schnelldurchlauf den Projektverlauf aufgelistet. Dabei betonte Behlau den Zweck des Prozesses, eben nicht zu bestimmen: „Das wird gebaut!“

Nach gut 30 Stunden Gesprächen mit den Akteuren aus Politik und Gesellschaft vor Ort zu Beginn, der Aufnahme des Stimmungsbildes und „sehr vielen detaillierten Hinweisen“ sei ein Ziel erreicht, nämlich, dass miteinander und nicht mehr übereinander geredet werde.

Holger Hoffschroer vom Büro Reiche Haase Assoziierte warf den Blick auf die Brache durch die Stadtplaner-Brille mit klarer Maßgabe: „Alles, was passiert, ist eine Verbesserung, wird eine Entsiegelung sein!“ Eine „ausgewogene Nutzungsmischung mit Wohnen“ war für ihn auch eine soziale Frage, er beschrieb nochmals alle acht Varianten, die verschiedenen Mischungsverhältnisse zwischen der Maximal-Forderung „nur Grün“ und „voll bebaut“.

Varianten von „100 Prozent Grün“ bis „maximal bebaut“

Die von Hoffschroer aufgeworfenen vier Kernfragen nach baulicher Nutzung, Wohnanteil und Verhältnis Grün/Bebauung sowie Bereitschaft der Stadt, für unrentable Nutzungen (wie ein Textilmuseum) zu zahlen, gingen in die 29 Fragestellungen Henrik Freundenaus über.

Er wie vorher Anne Behlau legte Wert darauf, dass es nach Sammlung aller Fakten und Sichtweisen um Abwägung gehe, zurzeit „kein richtig oder falsch“ gebe – und schon gar keine Festlegung für oder gegen eine Lösung. Denn es gebe ja die „Warendorfer Lösung“ noch nicht. Die Antworten auf alle Fragen seien jetzt Sache des Rates. Wenn er Position beziehe, fließe das in einen Rahmenplan ein, der danach in die formale Öffentlichkeitsbeteiligung gehe. Danach dann der Beschluss, das übliche Bauleitplanverfahren und schließlich die Umsetzung.

Eine Reihe von Gegnern einer Bebauung beschwerten sich bei Freudenau, dass sie keine Gelegenheit zur Diskussion bekommen haben. Er verwies auf die Faktensammlung, und dass alle Argumente schon gehört seien – teils mehrfach.

Ich habe gerade veranlasst, dass alle Unterlagen online gehen.

Baudirektor Peter Pesch zum weiteren Verfahren

Für Baudirektor Peter Pesch geht es nun in die nächste Phase. „Ich habe gerade veranlasst, dass alle Unterlagen online gehen“, so Pesch tags darauf im WN-Gespräch. Danach werde er die Fraktionen „heftig dazu einladen, sich damit auseinanderzusetzen.“ Ziel sei, besagte „Warendorfer Position“ dann zu finden „und auch zu beziehen“.  

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