Details zu Baumaßnahme am HOT
Montag kommt die Klappe an den Haken

Warendorf -

Nach dem Sanierungsprojekt hat die Stadt erst mal eine bis zwei Generationen Ruhe mit dem Emswehr am HOT, hofft Baudirektor Peter Pesch. Die Pegel-Regulierung bekommt neue Teile und eine neue Steuerung. Und läuft dann vollautomatisch.

Donnerstag, 10.10.2019, 13:52 Uhr
Das größere Wehrschütz (r.) braucht neue Balken in den oberen Lagen. Die Getriebe oben drüber fehlen – sie werden erneuert und künftig automatisiert den Emspegel steuern.
Das größere Wehrschütz (r.) braucht neue Balken in den oberen Lagen. Die Getriebe oben drüber fehlen – sie werden erneuert und künftig automatisiert den Emspegel steuern. Foto: Jörg Pastoor

„Im Ergebnis werden wir nachher ein fast neues Wehr haben.“ Sagt Peter Pesch am Donnerstag im Alten Lehrerseminar. Neben ihm sitzt Sachgebietsleiter Udo Bierbaum , vor ihnen und den Pressevertretern liegt das Drehbuch für die zentralste Baustelle Warendorfs: das Emswehr am HOT. In gut drei Monaten soll die Anlage für rund 500 000 instandgesetzt werden. Wenn das Wetter mitspielt, wäre Mitte Dezember alles fertig.

Das Ganze war von Beginn an nicht realistisch abschätzbar. „2017 ist mal ein Zahnrad gebrochen, das wir dann ersetzt haben“, erinnerte sich Udo Bierbaum. Ansonsten war immer wieder mal hier und da Reparaturbedarf. Bis sich im Frühsommer zeigte, dass das wesentlich mehr zu tun war. „Wir haben festgestellt“, so Baudirektor Pesch, „dass wir da mit Reparaturen nicht mehr weiterkommen.“ Die anfängliche Schätzung von rund 350 000 Euro lief dann auf die nach genauerer Untersuchung nun fixe halbe Million hinaus (wie berichtet). Das muss die Stadt zahlen. Und sie muss sich einigermaßen beeilen, das vor dem niederschlagsstarken Winter zu erledigen. „denn wenn das nicht funktioniert, haben wir entweder zu viel oder zu wenig Wasser“, meinte Peter Pesch.

Wir haben festgestellt, dass wir da mit Reparaturen nicht mehr weiterkommen.

Baudirektor Peter Pesch

Reibungslos geht so etwas nie. Was Montag schon bei den Sandsäcken für die Sicherung der Arbeiten an den Notstützen klar wurde: Die Firma hatte die bestellten Säcke nicht nach Warendorf, sondern nach Fulda geliefert.

Nächsten Montag wird erneut ein Schwerlastkran die Mühlenstraße brauchen, um die große stählerne Stauklappe auszuheben. „Die wiegt ca. vier Tonnen. Je nachdem, wie viel Sand und anderes drin steckt, können es aber auch bis zu zehn Tonnen sein“, so Udo Bierbaum. Dann müsste das Teil zerschnitten werden.

Provisorische Staustufen aus Holzbalken ersetzen danach die große Wehrklappe und eins der beiden Schütze – das kleinste rechts funktioniert noch. Drei weitere Male wird die Mühlenstraße dann noch für weitere Einsätze gesperrt – Details gibt die Stadtverwaltung dann noch rechtzeitig bekannt.

Schwerlastkran hebt tonnenschwere Stahlklappe aus den Angeln

Fest steht jedenfalls, dass es nach der Sanierung eine bessere Dokumentation fürs Archiv der Stadt geben wird. Mehr als 50 Jahre nach Inbetriebnahme des jetzt sanierungsbedürftigen Wehrs gibt es dort kaum Unterlagen, müssen die beiden hölzernen Schütze manuell geregelt werden, während die sogenannte Fischbauchklappe bis zu ihrem Ausfall automatisch arbeitete. In Zukunft läuft am HOT nichts mehr manuell. Und zur Not ein Notstromaggregat.

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