Anti-Rost bekommt die Kündigung
Neue Bleibe dringend gesucht

Warendorf -

Ob klappernde Tür, klemmende Schublade oder gelockerte Scharniere, Hilfe bei Arztbesuchen oder Behördengängen – der zurzeit 53 aktive und passive Mitglieder zählende Verein Anti-Rost Kreis Warendorf leistet hilfsbedürftigen Menschen jeden Alters schnelle, unbürokratische und ehrenamtliche Hilfe. Nun allerdings braucht der kreisweit agierende Verein selbst Hilfe.

Freitag, 18.10.2019, 17:00 Uhr
Wolfgang Schröder, Vorsitzender des kreisweit agierenden gemeinnützigen Vereins Anti-Rost, ist auf der Suche nach neuen Büroräumen. Der Haken: Der Verein hat kein Geld, daher dürfte das neue Büro nichts kosten.
Wolfgang Schröder, Vorsitzender des kreisweit agierenden gemeinnützigen Vereins Anti-Rost, ist auf der Suche nach neuen Büroräumen. Der Haken: Der Verein hat kein Geld, daher dürfte das neue Büro nichts kosten. Foto: Joke Brocker

Ob klappernde Tür, klemmende Schublade oder gelockerte Scharniere, Hilfe bei Arztbesuchen oder Behördengängen – der zurzeit 53 aktive und passive Mitglieder zählende Verein Anti-Rost Kreis Warendorf leistet hilfsbedürftigen Menschen jeden Alters schnelle, unbürokratische und ehrenamtliche Hilfe. Nun allerdings braucht der kreisweit agierende Verein selbst Hilfe. Wegen Eigenbedarfs ist ihm das Büro, das seit 2014 im Gebäude der Caritas Betriebsführung an der Hoetmarer Straße in Freckenhorst untergebracht war, zum 31. Dezember gekündigt worden.

Weil das Büro montags bis freitags zwischen 10 und 15 Uhr eine Anlaufstelle für Hilfesuchende, aber auch für potenzielle neue Mitglieder ist, seien Büroräume unverzichtbar, sagt Wolfgang Schröder , Vorsitzender von Anti-Rost. Darum hat er sich Hilfe suchend bereits an die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser, an die Warendorfer Kaufmannschaft sowie an Landrat Dr. Olaf Gericke gewandt, der prompt seine Sozialdezernentin informiert habe. „Das ist drei bis vier Wochen her, aber passiert ist noch nichts“, erzählt Schröder. Über eine Kleinanzeige habe er von einem Bürogebäude in Einen erfahren. Die Miete – 600 Euro – könne sich der Verein allerdings nicht leisten. „Wir leben von der Hand in den Mund. Wir können nichts zahlen“, stellt Schröder klar. Der Verein werde weder vom Kreis noch von politischen Vereinigungen finanziell unterstützt. „Wir leben von Spenden.“ Und die gingen für Telefonkosten, Versicherung der Mitglieder und die Pflege der Homepage drauf. Für Hilfseinsätze erhebt der Verein zwar einen Betrag in Höhe von zehn Euro. Dieser allerdings ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass die fleißigen Helfer teilweise erhebliche Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. Weil es in Warendorf selbst keine aktiven Anti-Rost-Mitglieder gebe, müssen Helfer aus dem Umland anreisen, wenn es Kleinstreparaturen in Haushalten von Senioren oder gehandicapten Menschen vorzunehmen gilt. Und oft, berichtet Schröder, kämen Fahrten zum nächsten Baumarkt hinzu.

Nun hofft der Anti-Rost-Vorsitzende, über die WN in Warendorf oder der Umgebung einen potenziellen Vermieter zu finden, der dem Verein ein etwa 20 Quadratmeter großes Büro kostenlos zur Verfügung stellen kann. Erreichbar ist Schröder unter ✆ 0 25 84 / 20 30 02.

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