Hundewelpen auf Viehmarkt
Rein rechtlich alles in Ordnung

Warendorf -

Geht es um ein niedliches Zusatzangebot oder ums „Verramschen“ aus Osteuropa eingeführter Hunde? Tierfreunde beschweren sich in den sozialen Medien über die Anwesenheit eines ihrer Meinung nach umstrittenen Händlers beim Fettmarkt.

Freitag, 25.10.2019, 23:00 Uhr
Auch Magyar-Vizsla-Welpen (vorne) waren Mittwoch in den Gehegen der Dorstener Firma zu sehen. Etliche Tierfreunde empören sich über die Stadt, dass sie das zuließ.
Auch Magyar-Vizsla-Welpen (vorne) waren Mittwoch in den Gehegen der Dorstener Firma zu sehen. Etliche Tierfreunde empören sich über die Stadt, dass sie das zuließ. Foto: Jörg Pastoor

Sind Hundewelpen ein niedliches Zusatz-Angebot für den Vieh- und Krammarkt? Oder geht es, wie es teils in der Facebook-Gruppe „Du bist Warendorfer, wenn“ heißt, einfach nur um das „Verramschen“ aus Osteuropa eingeführter Tierkinder? Im Internet sind die Gehege eines Dorstener Anbieters aufgrund älterer Veröffentlichungen über Rechtsverstöße heiß debattiertes Thema. Laut Stadt und Kreis-Veterinärbehörde war jedoch in Warendorf alles rechtskonform.

Hundefreunde kritisieren Händler wegen früherer Verstöße

Neun Tiere, darunter einige Magyar-Vizsla-Welpen aus Ungarn, waren Mittwoch in zwei Kleingehegen zu sehen. Facebook-Nutzer verweisen auf zurückliegende, mehrfache Auffälligkeiten und Verfahren gegen den Händler. Entsprechend deutlich die Kommentare mancher Autoren, die es „heftig“ finden, dass „so ein Händler“ Tiere beim Warendorfer Fettmarkt zeigen dürfe. Unter anderem postet Nicole Scherzinger: „Das Aktionsbündnis Tierschutz Warendorf hat auch schon in der Vergangenheit vor dem Händler gewarnt, es ist also nicht neu.“

Stimmt. Aber Horst Breuer vom städtischen Kulturbüro bezieht sich Freitag bei der WN-Anfrage auf die rechtlichen Regeln für die Zulassung von Marktbeschickern. „Wir als Veranstalter sind darauf angewiesen, Aussteller nur unter der Gewährleistung zuzulassen, dass das Veterinäramt keine Einwände hat.“ Die habe es nunmal nicht gegeben: „Ich war selbst dort“, so Breuer. Tierärztin Diana Rieck habe Tiere und Papiere überprüft und „keinerlei Mangel festgestellt.“ Insofern seien die geltenden Auflagen eingehalten worden.

Alle Bedingungen waren erfüllt.

Kreissprecherin Kerstin Butz

Kreis-Veterinär Dr. An­dreas Witte bestätigte die Prüfungsergebnisse seiner Kollegin und verwies an Pressesprecherin Kerstin Butz: „Alle Bedingungen waren erfüllt. Es ist richtig, dass einige Hunde aus Ungarn kamen, aber es waren alle neun Tiere älter als 15 Wochen, gechipt und geimpft und hatten einen EU-Heimtierausweis.“ Beim Transportfahrzeug habe es ebenfalls keine Beanstandung gegeben.

Das ist den meisten empörten Facebook-Autoren gleichgültig, die für die Firma ein Standverbot fordern. Horst Breuer, zu den Möglichkeiten der Stadt befragt, ob so etwas etwa per Satzung möglich sei, müsste dazu Stadtrechtsdirektor Dr. Bernd Köster fragen.

Die Firma Winkel in Dorsten, um die es geht, war Freitag für die WN nicht erreichbar.

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