Konzert mit „Raffel and Friends“ in der Milter Mühle
Rendezvous in der Werkstatt

Milte -

Ungewöhnliche Klänge gab es am Samstagabend in der Milter Mühle. Im Atelier des Holzbildhauers Klaus Seliger boten Joachim Raffel, Erhard Hirt und Willem Schulz experimentelle Musik.

Montag, 28.10.2019, 16:46 Uhr
Experimentelle Musik boten der Percussionist Joachim Raffel, Erhard Hirt an der Dobro und Willem Schulz am Cello (v. l.) dem Publikum in der Mühle.
Experimentelle Musik boten der Percussionist Joachim Raffel, Erhard Hirt an der Dobro und Willem Schulz am Cello (v. l.) dem Publikum in der Mühle. Foto: Beate Trautner

Ein halbes Jahr erst ist es her, seit Klaus Seliger seine Werkstatt mit Atelier in der alten Mühle in Milte eröffnet und sich mit seinen Raben und anderem Getier dort niedergelassen hat. Seitdem herrscht in der Mühle ständige Bewegung. Erst im vergangenen Monat zeigte der Künstler auf den drei Etagen seiner Mühle eine Retrospektive seines Schaffens.

Am Samstag waren die Türen der Mühle erneut weit geöffnet. Diesmal standen nicht Seligers Holzskulpturen im Vordergrund, spielten aber dennoch eine Rolle.

Die Musiker Joachim Raffel , Erhard Hirt und Willem Schulz gaben an diesem Abend ein ungewöhnliches Konzert.

Dazu hatte Seliger seine zahlreichen „Sitzskulpturen“ für die Zuhörer im Atelier platziert, und der Holzofen gab eine wohlige Wärme ab. Diverse Getränke und feiner Wein vom Milter Weinfachhandel Rebgarten rundeten die Atmosphäre ab.

Der Komponist, Pianist und Percussionist Joachim Raffel hatte vor 20 Jahren mit einem Konzert die beliebte Reihe „Jazz- Live“ im Dachtheater des Theater am Wall eröffnet. An diesem Abend jedoch bewegte er sich mit seinen Kollegen Willem Schulz am Cello und Erhard Hirt an der Dobro als Gast weg von der üblichen Form des Konzertes, hin zu einem Klangexperiment zwischen Melodie und reinem Geräusch.

Und die Gäste waren bereit, sich mit den Künstlern auf dieses Experiment einzulassen – kaum ein freier Sitz war mehr zu ergattern in der Werkstatt mit Wohnzimmercharakter. „Alles, was passiert, ist ,from the very moment‘, entsteht aus dem Moment“, erzählte Raffel vor dem klanglichen Experiment. Für seine kleine „Herbsttour“ hat er verschiedene Gastmusiker eingeladen. An diesem Abend war Erhard Hirt das „blind date“.

Das erste Rendezvous in der Werkstattatmosphäre der alten Mühle, bot die Begegnung aller Beteiligten mit der nuancenreichen, improvisierten Musik, die direkt vor Ort „erarbeitet“ wurde.

Raffel hatte die verschiedensten Percussioninstrumente mitgebracht und auch Alltagsgegenstände, auf denen sich Töne erzeugen lassen. Die Improvisationen erforschten dabei die Zwischenbereiche zwischen Melodie, Klang und Geräusch. Der musikalische Prozess, die Entwicklung und Erneuerung erzählte eine Geschichte und ließ die Zuhörer in die Dialoge der Musiker eintreten. Dabei gingen die Musiker in ihrem Spiel aufeinander zu, gingen ein Stück des Weges gemeinsam, entfernten sich wieder voneinander, um nach einigen Augenblicken wieder zusammenzufinden.

Sobald man sich beim Zuhören von den üblichen erlernten Harmonien gelöst hatte und auf ungeahnte Entdeckungsreise ging, konnten eigene innere Bilder, ja, sogar ganze Filme im Kopf ablaufen. Sogar Seligers Raben und Hasen erwachten im Hintergrund zum Leben.

Experiment gelungen! Und was gibt es als Nächstes?

Am Samstag, 16. November, heißt es in der Mühle: Kaling bläst und Möllmann liest. Das Thema: Im hohen Norden.

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