Kranfirma in Vohren
Streit geht unvermindert weiter

Warendorf -

Nach der Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die städtische Sachgebietsleitung wollte Frank Heitmann am Mittwoch per Eilantrag erreichen, dass der Landrat auf Absetzung der Debatte im Fachausschuss Donnerstag drängt. Ohne Erfolg.

Donnerstag, 07.11.2019, 06:00 Uhr
Kran-Unternehmer Sergej Abrams steht mit seiner Firma im Regen. Nach Einschätzung der Stadt darf sein Betrieb nicht auf dem früheren Sägewerksgelände sein. Er sieht das anders.
Kran-Unternehmer Sergej Abrams steht mit seiner Firma im Regen. Nach Einschätzung der Stadt darf sein Betrieb nicht auf dem früheren Sägewerksgelände sein. Er sieht das anders. Foto: Joachim Edler

Durch Aufstellung eines Bebauungsplans zu „heilende“, bislang ungenehmigte gewerbliche Nutzung im Außenbereich? Oder schlicht verboten? Der Streit zwischen der Kran-Firma Abrams in Vohren und der Stadtverwaltung geht unvermindert weiter. Während Frank Heitmann , Neffe des früheren Sägewerksbetreibers, die Angelegenheit für eine rein politische Entscheidung hält, weil rechtlich beides möglich wäre, steht die Position der Verwaltung: rechtlich unzulässig. Heute tagt dazu der Fachausschuss.

Inzwischen hatten Heitmanns eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die zuständige Sachgebietsleitung eingelegt. Vorwurf: unrichtige Sachverhaltsdarstellung in der Vorlage für die Sitzung des Umwelt, Planungs- und Verkehrsausschusses. Unter anderem werde dort behauptet, dass der Antrag auf Änderung des Bebauungsplans 9.03 keine Angaben über die Art des Gewerbes enthalte. Das sei aber falsch.

Heitmann befürchtet Existenzgefährdung für Abrams

Aus Sicht der Familie Heitmann ist die etwa 40-köpfige Belegschaft der Kran-Firma Abrams akut existenzgefährdet. Es gehe weniger um die 8000 Euro Kontopfändung, so Frank Heitmann am Mittwoch nach einem weiteren Anwaltstermin – die könne der Unternehmer sicher leisten. Allerdings sorge so eine Pfändung automatisch für Probleme in der Kreditwürdigkeit, Darlehen würden gekündigt, Kontokorrent-Zinsen schnellten nach oben. Das halte kein gesunder Betrieb lange aus.

Dass nach der Dienstaufsichtsbeschwerde keine Antwort gekommen sei und stattdessen entgegen der Zusage von Bürgermeister Linke, vor der Sitzung am heutigen Donnerstag werde das nicht passieren, die neuerliche Pfändung vollzogen worden sei, empört Frank Heitmann.

Zu besagter Dienstaufsichtsbeschwerde gibt es von der Stadt nicht viel zu sagen. „Die Beschwerde“, so Sprecherin Lena Laukötter zu den WN, „wird so inhaltlich aufgearbeitet.“ Dem Vernehmen nach werde sich Baudirektor Peter Pesch während der heutigen Sitzung des Fachausschusses zum aktuellen Stand des Verfahrens äußern.

Baudirektor Pesch will m Ausschuss Stellung nehmen

Frank Heitmann setzte Mittwoch seine Ankündigung um, den Landrat einzuschalten. Ziel: die Vorlage von der Tagesordnung des städtischen Ausschusses nehmen. Nach seinem Gespräch mit dem Kreis-Baudezernenten konnte Sprecher Thomas Fromme dem Antrag aber keine Hoffnung machen.

Der Kreis sei nicht Ansprechpartner für die Zusammensetzung von Tagesordnungen städtischer Ausschüsse, könne allenfalls fehlerhafte Beschlüsse beanstanden, also im Nachhinein aktiv werden.

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