Neue Wohnform entsteht
„Tiny Houses“ kommen nach Warendorf: Testareale gefunden

Warendorf -

Häuser auf Rädern, die man nach ein paar Jahren in der einen an den Haken hängen und in die nächste Stadt mitnehmen kann – diese Idee ist für immer mehr Menschen interessant. Warendorf will dafür Platz schaffen. Erste Testareale sind ausgemacht.

Freitag, 08.11.2019, 14:26 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 14:45 Uhr
Der frühere Spielplatz in Warendorf ist 1700 Quadratmeter groß – pro „Tiny House“ rechnet man mit einem Grundstücksbedarf von 150 bis 200 Quadratmetern.
Der frühere Spielplatz in Warendorf ist 1700 Quadratmeter groß – pro „Tiny House“ rechnet man mit einem Grundstücksbedarf von 150 bis 200 Quadratmetern. Foto: Jörg Pastoor

Auf den ehemaligen Spielplätzen an der Holtrupstraße und dem Sperlingsweg in Warendorf könnten die ersten städtischen Test-Gebiete für die sogenannten „Tiny Houses“ entstehen. Baudirektor Peter Pesch stellte beide im Fachausschuss am Donnerstag vor. Er halte diese alternative Wohnform für eine „sinnvolle Ergänzung“, auch wenn es dafür noch keine belastbaren rechtlichen Grundlagen gebe.

"Charmante Sache"

Auf den beiden Flächen – 1700 bzw. 500 Quadratmeter groß – lasse sich so etwas als Nachverdichtung ausprobieren: „Das könnte eine ganz charmante Sache sein“, so Pesch. Pro Wohneinheit, meist fahrbare, individuell gestaltbare Kleinhäuser, rechne man zwischen 150 und 200 Quadratmeter Grundstück. Das könne die Stadt dann vermieten oder verpachten.

Das könnte eine ganz charmante Sache sein.

Baudirektor Peter Pesch

Das Interesse sei riesig. André Wenning, der die Idee vor einem Jahr eingebracht hatte, berichtete von 1000 E-Mails Interessierter aus der ganzen BRD. Peter Pesch bestätigte: „Wir haben relativ viele Anfragen – besonders von älteren Menschen.“ Die suchten innenstadtnahe Flächen als Wohne-Alternative. Pesch berichtete von Informationen, nach denen für die noch sehr junge Wohnform in Dortmund zwischen 30 und 50 und in Hannover sogar bis zu 400 Plätze geschaffen werden sollen.

Noch kein verbindliches Baurecht

Die Herausforderung: Es gibt koch kein verbindliches Baurecht für solche Siedlungen auf Zeit; meist bringen die Eigentümer ihre „Tiny Houses“ deshalb auf Campingplätzen oder in Ferienhaus-Siedlungen unter. Die Stadtverwaltung in Warendorf will das ändern, es auf eigenen Grundstücken im Stadtgebiet ausprobieren, um Erfahrungen damit zu sammeln.

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