Galeriekonzert: Glück im Unglück
Originell, fantasievoll und kurzweilig

Warendorf -

Glück im Unglück: neben den Würzburgern war auch das Klavierduo Anna und Ines Walachowski eingeladen, die gemeinsam mit dem Trio ein interessantes Programm erarbeitet hatten. Nun saßen die beiden Klavier spielenden Schwestern allein auf der Bühne im ausverkauften Sophiensaal. Wer gedacht hatte, es gäbe jetzt „nur“ so etwas wie ein „Ersatzprogramm“, lag gründlich daneben. Denn selbstverständlich waren Anna und Ines Walachowski dank ihres riesigen Repertoires für Klavier zu vier Händen locker in der Lage, ein neues, stimmiges Programm zu präsentieren, das dann auch vom Publikum mit überschäumendem Applaus honoriert wurde.

Montag, 25.11.2019, 11:10 Uhr aktualisiert: 26.11.2019, 14:06 Uhr
Glück im Unglück: neben den Würzburgern war auch das Klavierduo Anna und Ines Walachowski eingeladen, die gemeinsam mit dem Trio ein interessantes Programm erarbeitet hatten.Nun saßen die beiden Klavier spielenden Schwestern allein auf der Bühne im ausverkauften Sophiensaal. Wer gedacht hatte, es gäbe jetzt „nur“ so etwas wie ein „Ersatzprogramm“, lag gründlich daneben.
Glück im Unglück: neben den Würzburgern war auch das Klavierduo Anna und Ines Walachowski eingeladen, die gemeinsam mit dem Trio ein interessantes Programm erarbeitet hatten.Nun saßen die beiden Klavier spielenden Schwestern allein auf der Bühne im ausverkauften Sophiensaal. Wer gedacht hatte, es gäbe jetzt „nur“ so etwas wie ein „Ersatzprogramm“, lag gründlich daneben. Foto: Christoph Schulte im Walde

Der Albtraum eines Konzertveranstalters: in letzter Minute sagt der Künstler krankheitsbedingt ab und das Konzert muss ausfallen! So wäre es um ein Haar Reinhold Schoppmann beim Galeriekonzert am Sonntag gegangen. Nachdem Katharina Cording, Geigerin des Klaviertrios Würzburg erst tags zuvor ihre Hiobsbotschaft überbracht hatte, stand der Konzertabend „auf der Kippe“.

Glück im Unglück: neben den Würzburgern war auch das Klavierduo Anna und Ines Walachowski eingeladen, die gemeinsam mit dem Trio ein interessantes Programm erarbeitet hatten.

Nun saßen die beiden Klavier spielenden Schwestern allein auf der Bühne im ausverkauften Sophiensaal. Wer gedacht hatte, es gäbe jetzt „nur“ so etwas wie ein „Ersatzprogramm“, lag gründlich daneben.

Denn selbstverständlich waren Anna und Ines Walachowski dank ihres riesigen Repertoires für Klavier zu vier Händen locker in der Lage, ein neues, stimmiges Programm zu präsentieren, das dann auch vom Publikum mit überschäumendem Applaus honoriert wurde.

In Mozarts großer C-Dur-Sonate kündigte sich gleich zu Beginn eindrucksvoll an, mit welcher spieltechnischen Akkuratesse hier musiziert wurde. Der absolut synchrone Pulsschlag, das gemeinsame Atmen bei der agogischen Gestaltung, die große Selbstverständlichkeit im gemeinsamen Tun zweier Individuen –

das machte Mozart zu einem Entree voller Eleganz und liebenswerter Unbekümmertheit.

Ganz das Gegenteil dann in Franz Schuberts Fantasie f-Moll: die Botschaft aus dem Inneren eines klagenden, verzweifelten Herzens, das in Schubert wohl nicht erst gegen Ende seines kurzen Lebens schlug.

Hier tun sich Abgründe auf, entfaltet sich eine Melancholie, die Steine zum Erweichen bringt. Und selbst dort, wo Schuberts Musik sich aufhellt, gar fröhlich anmutet, senken sich kurz darauf wieder dunkle Schatten nieder. Dazu passt die dynamische Gestaltung von Anna und Ines Walachowski, die immer im unteren bis mittleren Bereich angesiedelt ist und auf exaltierte Ausbrüche verzichtet.

Die hätte man sich im zweiten Thema des ersten Satzes mit seinem markanten rhythmischen Profil durchaus vorstellen können. Vielleicht wollten sich die beiden Schwestern just diese Wirkung aufsparen für Antonín Dvořáks drei „Slawischen Tänze“.

Die sprangen denn auch mit Verve und Temperament aus den Klaviersaiten, ganz ähnlich wie jene klingenden Bilder, mit denen der 2001 hochbetagt verstorbene Norbert Glanzberg jüdisches Leben nachzeichnete.

Musik mit durchaus jazzigem Einschlag, sehr originell, fantasievoll – und kurzweilig zu hören! Eine echte Entdeckung.

Dann als Krönung des Abends der „Bolero“ von Maurice Ravel, in dem das Klavier zum Orchester mutiert. Seine Wirkung entfaltet es in dieser von Ravel selbst eingerichteten Klavierfassung allemal. Und wenn energiegeladene Interpretinnen wie Anna und Ines Walachowski zwanzig wieselflinke Finger mobilisieren, macht dieser „Bolero“ jede Menge her.

Als Dankeschön für den Beifall gab es Mozarts „Türkischen Marsch“. Und beim nächsten Mal in Warendorf sind dann ganz gewiss drei kerngesunde Kollegen aus Würzburg wieder mit dabei!

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