Baustelle Arbeitsplatz Rathaus
Teambildung durch Chorarbeit

Warendorf -

Es gibt durch die Stellenangebote in öffentlichen Verwaltungen hohe Fluktuation, der Wettbewerbsdruck durch andere Städte ist groß – Mitarbeiterbindung ist ein wichtiges Thema für Bürgermeister Linke.

Mittwoch, 27.11.2019, 06:30 Uhr
Mehr als ein Viertel der Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind im Alter zwischen 51 und 55 Jahren, außerdem gibt es in der Branche viele Stellen. Also steht die Arbeit hier im Wettbewerb mit anderen Städten.
Mehr als ein Viertel der Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind im Alter zwischen 51 und 55 Jahren, außerdem gibt es in der Branche viele Stellen. Also steht die Arbeit hier im Wettbewerb mit anderen Städten. Foto: Jörg Pastoor

Die Stadtverwaltung will als Arbeitgeber attraktiv sein. Muss sie auch: Die Menschen im Alter zwischen 51 und 55 Lebensjahren stellen die größte Gruppe dar. Über 70 Beschäftigte gehen in absehbarer Zeit in Rente bzw. Pension. Wenn dann, wie es im Personalbericht zum Haushaltsentwurf fürs nächste Jahr heißt, in Verwaltungen „nahezu in jeder Region Stellen aller Art verfügbar“ seien, dann ist die Herausforderung klar: Zusammen mit dem altersbedingten Ausscheiden von Stadt-Bediensteten erhöht das „die Fluktuation der Branche insgesamt.“

Angesichts zunehmender Aufgaben bleibt der Bereich Personalentwicklung also eine wichtige Aufgabe für Verwaltungschef Axel Linke . „Wir haben die teilweise erdrückende Arbeitsbelastung glattgezogen“, sagt er im WN-Gespräch, rechnet aber mit weiteren Anstrengungen ums Personal der Zukunft. „Das wird noch ein schwieriges Geschäft in den nächsten 10, 20 Jahren.“

Rechnerisch steigt die Zahl der Bediensteten nächstes Jahr um 3,27 Stellen – auf dann 300 (38 Beamte, 261 Tarifbeschäftigte). Immerhin rund 20 Stellen seien seit seinem Amtsantritt neu entstanden; es müsse aber auch viel für die Qualität der Arbeitsstätte Rathaus getan werden, meint Linke.

Das wird noch ein schwieriges Geschäft in den nächsten 10, 20 Jahren.

Bürgermeister Axel Linke

Wie berichtet, gibt es 2020 zwei zusätzliche Stellen im Sachgebiet Gebäudewirtschaft und Tiefbau – je einen Ingenieur und einen Techniker. Neben einer halben Stelle fürs Bürgerbüro und den Bereich Straßenverkehr kommen drei weitere halbe für die neu entstehende Koordination der Seniorenarbeit, eine für Gewässerunterhaltung und eine für die schulbibliothekarische Verwaltung hinzu. Eine weitere ganze Stelle soll für die Verbeamtung einer Studentin nach der Bachelorprüfung her.

Dem gegenüber stehen die Streichung einer letztes Jahr zu viel eingeplanten Stelle in der Bauordnung, je 0,6 Stellen fallen im Sachgebiet Soziales und bei der Gebäudereinigung weg, eine weitere halbe Stelle für einen Hausmeister kann sich die Stadt durch interne Umbesetzung sparen.

2020 knapp drei zusätzliche Stellen

Um das Wissen der absehbar ausscheidenden Mitarbeiter in der Verwaltung zu halten, gibt es inzwischen fünf qualifizierte Ausbilder. 15 Mitarbeiter kümmern sich schwerpunktmäßig um Praktikanten und Azubis. Seit 2018 greift ein Bonus-Zeit-Programm. Wer an Bewegungsangeboten, Schulungen zu Rückengesundheit und anderm teilnimmt, kommt auf bis zu acht Arbeitsstunden Gutschrift pro Jahr – also Freizeit.

Der Krankenstand liegt laut Personalbericht nach 14,96 im Jahr 2016 und 13,95 im Jahr 2017 bei zuletzt 16,8 Tagen im Jahr – und damit unterm Schnitt der AOK-Versicherten für 2018 (19,9).

Wie auch in anderen Branchen ist das Interesse an Teilzeit „stark zunehmend“ und „am ehesten mit dem Trend ,Work-Life-Balance‘ zu erklären“. Die Verwaltungsspitze versuche, den Wünschen nach solchen Modellen zu entsprechen, weil sie „die Mitarbeiterbindung signifikant stärken“. Aktuell gibt es über 50 verschiedene Arbeitszeitmodelle. Und: „Inzwischen haben wir sogar schon einen Chor. Man macht sich gar keinen Begriff davon, wie das die Leute zusammenbringt.“

Freizeit als Bonus für Gesundheitsvorsorge

Um neue Arbeitnehmer zu gewinnen, wirbt Warendorf mit anderem Kommunen in Münsterland und OWL für die Ausbildung in der Verwaltung – auch wenn der Rathauschor noch keinen Namen hat . . .

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