Aktion „Ich schenk dir meinen Stern“
Lange Arme schrecken Helfer nicht

Warendorf -

Die vom Verein Aktion kleiner Prinz organisierte Weihnachtspäckchenaktion „Ich schenk Dir meinen Stern“ lockte am Mittwochvormittag wieder Hunderte Kinder aus Kitas und Schulen auf den Wilhelmsplatz. Sie alle wollten Weihnachtspäckchen für arme Kinder in Rumänien abgeben. Am Ende kamen mehr als 12 600 Päckchen zusammen.

Mittwoch, 27.11.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 28.11.2019, 16:06 Uhr
Die Warendorfer Kindergärten beteiligten sich an der Weihnachtspäckchenaktion und brachten gleich bollerwagenweise Geschenke. Auf jedem Päckchen hatten die Absender vermerkt, ob der Empfänger ein Mädchen oder ein Junge sein soll.
Die Warendorfer Kindergärten beteiligten sich an der Weihnachtspäckchenaktion und brachten gleich bollerwagenweise Geschenke. Auf jedem Päckchen hatten die Absender vermerkt, ob der Empfänger ein Mädchen oder ein Junge sein soll. Foto: Joke Brocker

Dass sich unter dem hübschen Weihnachtspapier anstelle von Buntstiften, Puppen, Teddybären und Autos, wärmenden Schals, Handschuhen oder Mützen, Bonbons und Schokolade verschmutzte Kleidung, ausgetretene Schuhe und kaputtes Spielzeug verbergen könnten? Eine erschreckende Vorstellung. Für die Mitarbeiter der Tafel in Bochum aber, wie in diesen Tagen bekannt wurde, mittlerweile traurige Realität. Aus Frust darüber, dass immer mehr Menschen offenbar kein Interesse daran haben, anderen Menschen eine schöne Bescherung zu bereiten, und die Weihnachtspäckchenaktion zur Müllentsorgung nutzen, stellt die Tafel in Bochum daher ihre Päckchen-Aktion ein. Erschreckend findet diese Entwicklung auch Ricarda Reker-Nass , bei der Aktion Kleiner Prinz für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Gleichwohl hat sie die Hoffnung, dass es solche Enttäuschungen nicht gibt, wenn Kinder Kinder beschenken, wie das bei der Aktion „Ich schenk mir deinen Stern“ der Fall ist, die am Mittwochmorgen zum 24. Mal auf dem Wilhelmsplatz stattgefunden hat. „Wir bekommen ja immer eine Rückmeldung, und die war bislang immer positiv“, berichtet Reker-Nass.

Tausende Päckchen wurden dort im Laufe des Vormittags abgegeben und von einem gut eingespielten Helfer-Team des Vereins „Aktion Kleiner Prinz“ auf zwei 40-Tonner verladen. Schon im Sommer hatten die Vorbereitungen begonnen, als Ursula Vögeler, Marion Schubert und Marie-Luise Mönnigmann sämtliche Schulen und Kindergärten im Kreis kontaktierten, die sich seit Jahren an der Aktion beteiligen. Und so rollen auch an diesem Morgen zwischen acht und zwölf Uhr Autos aus allen Windrichtungen des Kreises an, bis unters Dach bepackt mit Weihnachtspäckchen.

Hunderte Schul- und Kita-Kinder kommen zu Fuß, einen Bollerwagen im Schlepptau, und überreichen ihre Päckchen Dieter Wohlgemuth, der zwar zum letzten Mal in seiner Funktion als Ortssheriff an der Aktion teilnimmt, aber ankündigt, künftig als Privatier beim Verstauen der Päckchen zu helfen. „Lange Arme“ und „Rücken“ am Abend scheut er, genau wie Heribert Buck und Ricarda Reker-Nass, offenbar nicht.

Während in den 40-Tonnern die „Hochstapler“ damit beschäftigt sind, die Pakete bis unter die Lkw-Dächer zu stapeln, berichten Marie-Luise Mönnigmann und Ricarda Reker-Nass, dass schon im Vorfeld der Aktion, an der sich natürlich auch wieder Initiativen und Privatleute beteiligt haben, jede Menge Päckchen in der Lagerhalle der Aktion Kleiner Prinz abgegeben worden sind. Spenden aus Berlin, Hamburg, Remscheid oder Havixbeck wurden auch in diesem Jahr wieder von einigen Vereinsmitgliedern persönlich in Privatwagen abgeholt. Noch am Mittag geht die kostbare Fracht von insgesamt mehr als 12 600 Päckchen auf die Reise nach Rumänien. Ein 40-Tonner, mit dem zusätzlich Grundnahrungsmittel, (unter anderem für die Weihnachtsbäckerei) gesponsert von der Firma Buller, transportiert werden, steuert Satu Mare an, wo die Caritas sich um die Verteilung der Güter und Geschenke kümmert.

Der andere Lkw fährt nach Medias, wo Mitarbeiter der örtlichen Stadtverwaltung in die Rolle des Geschenke verteilenden Christkindes schlüpfen.

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