WN-Serie: Mein Weg in den Beruf
Aus Leidenschaft für die Kosmetik

Warendorf -

„Ich finde, der gesellschaftliche Druck auf junge Menschen ist enorm hoch. So viele haben mich nach dem Abitur gefragt, was ich denn studieren möchte. Oft war die Reaktion von oben herab, wenn ich dann klar gesagt habe, dass ich Kosmetikerin werden möchte.“ Olga Mantler ist ein offener Mensch und gerade heraus. Ihre Lebensdevise ist ungewöhnlich klar: „Man kann, wenn man will.“ Sie wollte und hat deshalb seit ihrem Abitur ihren Berufswunsch energisch verfolgt. Jetzt ist sie Kosmetikerin mit einem Meistertitel des Handwerks in der Tasche.

Sonntag, 01.12.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 01.12.2019, 05:00 Uhr
Olga Mantler hat als frisch gebackene Kosmetikmeisterin ein eigenes Kosmetik-Studio in Oelde eröffnet. Da sie direkt an und mit der Haut arbeitet (Foto rechts) sind für sie im Rahmen der Behandlung die gesundheitlichen Aspekte im Vordergrund.
Olga Mantler hat als frisch gebackene Kosmetikmeisterin ein eigenes Kosmetik-Studio in Oelde eröffnet. Da sie direkt an und mit der Haut arbeitet (Foto rechts) sind für sie im Rahmen der Behandlung die gesundheitlichen Aspekte im Vordergrund. Foto: privat

Olga Mantler ist ein offener Mensch und gerade heraus. Ihre Lebensdevise ist ungewöhnlich klar: „Man kann, wenn man will.“

Sie wollte und hat deshalb seit ihrem Abitur ihren Berufswunsch energisch verfolgt. Jetzt ist sie Kosmetikerin mit einem Meistertitel des Handwerks in der Tasche. Und mehr noch: Seit Anfang August arbeitet die 25- Jährige im eigenen Geschäft in Selbstständigkeit in Oelde. Ihr Weg dorthin war nicht ganz leicht.

„Ich finde, der gesellschaftliche Druck auf junge Menschen ist enorm hoch. So viele haben mich nach dem Abitur gefragt, was ich denn studieren möchte. Oft war die Reaktion von oben herab, wenn ich dann klar gesagt habe, dass ich Kosmetikerin werden möchte.“ Olga Mantler spinnt den Gedanken weiter: „Man sollte sich doch fragen: Welchen Beruf möchte ich ausüben und welchen Weg muss ich dafür gehen? Und nicht umgekehrt: Was will ich studieren und was kann ich dann später damit machen?“

Die Warendorferin hat ihre Leidenschaft für den Beruf der Kosmetikerin früh erkannt.

Eigentlich fing alles mit einer ganz persönlichen Erfahrung an. Sie hatte selber mit einer Problemhaut zu kämpfen und fühlte sich bei den zu Rate gezogenen Hautärzten nicht richtig aufgehoben. Das Interesse für Kosmetik und das Thema Haut war geweckt. „Glücklicherweise haben meine Eltern mich immer unterstützt, auch als ich nach dem Abi letztlich eine Ausbildung zur Kosmetikerin machen wollte“, lässt Olga Mantler ihren Weg Revue passieren.

Die Ausbildung hat sie - von drei auf knapp zwei Jahre verkürzt - in der Parfümerie Hake in Oelde absolviert. „Schon in der Zeit habe ich gespürt, dass ich sehr motiviert war und viele Ideen im Kopf hatte. Da reifte der Gedanke, später mal mein eigenes Ding zu machen.“

Da kam es ihr gerade recht, dass mit dem Ende ihrer Ausbildung im Jahr 2016 der Meistertitel beziehungsweise der Meisterbrief in der Kosmetik seit erst kurzer Zeit wieder eingeführt worden war. So nahm die Warendorferin im Folgejahr neben ihrer Vollzeitarbeit in dem Oelder Kosmetik-Betrieb die Module drei und vier der Meisterausbildung an der Handwerkskammer Münster auf – immer samstags von 8 bis 17 Uhr, ein Jahr lang. Die Themen „Ausbildungseignung und kaufmännische Schwerpunkte“ standen dabei im Vordergrund.

Weil die Kammerbezirke Münster, Bielefeld, Arnsberg, Köln, Dortmund und Düsseldorf) die Module eins und zwei der Meisterausbildung mangels Teilnehmerinteresse nicht anbieten konnten, nahm die ausgebildete Kosmetikerin Anfang 2018 für rund sechs Monate eine regelmäßige Anreise nach Ulm in Kauf, um dort jeweils drei Tage pro Woche in Vollzeitunterricht die berufsspezifischen Aspekte für den Meistertitel als Kosmetikerin zu erfüllen.

Eine Zeit, in der sie dann nur noch in Selbstständigkeit arbeiten konnte. Die Abschlussprüfung der Meisterausbildung war obendrein mit einer Reise noch Chemnitz verbunden. „Wir hatten dort drei Tage Prüfung“, erläutert Olga Mantler, die ihre Mutter und auch die Freundin als „Prüfungs-Modelle“ gleich mit nach Chemnitz genommen hatte. Ohne Familie und Freunde im Hintergrund hätte ich das wohl alles nicht geschafft“, zieht die Kosmetikmeisterin Bilanz.

All die vielen Autofahrten, Zugreisen und Aufenthalte in Ulm oder Chemnitz – für die Finanzierung hat sie eine Finanzspritze aus einem Stipendium der Begabtenförderung eingesetzt.

Das nämlich erhielt die Warendorferin nach ihrem Erfolg als Landessiegerin NRW als beste Auszubildende. „Leider kampflos, weil es auch keine Mitbewerber gab“, bedauert sie. Über ihren Meistertitel freut sie sich jetzt umso mehr: „Den kann mir keiner nehmen und damit zeige ich gegenüber meinen Kunden, dass ich mich mit meinem Berufsbild beschäftigt habe, mich fortgebildet habe und Zeit und Geld dort hinein investiert habe.“ Gut aufgehoben gefühlt hat sich Olga Mantler auch bei ihrem Schritt in die Selbstständigkeit mit dem Beratungsservice der Handwerkskammer. „Ich konnte meinen Berater alles fragen. Er hat mit mir meine Ideen sortiert, einen Businessplan entworfen und am Konzept gefeilt.“

Mittlerweile stehen Businessplan und Konzept, denn Olga Mantler geht auch diesen Weg in ihrer gewohnt gerade Art und Weise. „Ich musste mich selber hineinfühlen, in das, was ich repräsentieren will und für mich steht der gesundheitliche Aspekt der Haut als unser immerhin größtes Organ immer vor der Ästhetik.“

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