Neuer Verlauf für die Ems
Bettenmachen mit der Baggerschaufel

Warendorf -

Gut 200 Meter lang ist das neu ausgegrabene Bett der Ems nahe der Axtbachmündung. Hier hat der Fluss Platz. Die erste der drei sogenannten Schleifen führt seit Freitag Wasser. Zwei kommen noch. Und einiges andere.

Freitag, 06.12.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 20:28 Uhr
Nach dem Durchstich strömt das Emswasser in die neu ausgehobene Schleife.
Nach dem Durchstich strömt das Emswasser in die neu ausgehobene Schleife. Foto: Jörg Pastoor

Ökotourismus bei klammen sechs Grad: Fast 40 Interessenten stapften am Freitagnachmittag durch die matschige Aue unterhalb der Axtbachmündung. Seit knapp 14 Uhr hat die Ems dort gut 200 Meter zusätzliches Flussbett, nachdem ein Durchstich per Bagger den Weg frei gemacht hatte.

Das ist eine Art Reise in die Vergangenheit. Denn die Ems war vor ihrer Begradigung einmal gut doppelt so lang wie heute, erzählte Andreas Vollmer . Der Ingenieur betreut wie berichtet die Renaturierungsmaßnahme nahe der „Herrlichkeit“ für den Bauherrn, den Kreisfischereiverein.

Das Geländeprofil war noch so, dass man hier grasende Kühe nicht sah.

Andreas Vollmer über alte Berichte

Die letzte große Begradigungswelle hat der Fluss hier in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts mitgemacht, wie Vollmer den zunächst vielleicht ein Dutzend Bürgern erzählte. Noch mit Hacke und Schaufel haben die Kolonnen damals im Bereich Warendorf 900 000 Kubikmeter Boden bewegt, um den Fluss aus seinen natürlich entstandenen Mäandern in ein möglichst gerades Kunstbett zu zwängen. Ein neugieriger Warendorfer habe ihm Berichte seines Großvaters erzählt: „Das Geländeprofil war noch so, dass man hier grasende Kühe nicht sah.“

Ein neuer Arm für die Ems

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Das könnte bald wieder passieren, wenn hier Kühe stünden. Denn die künstlich geschaffene Aue ist ganz dem Einfluss der Ems überlassen. „Wir haben hier auch Bereiche, die im Sommer trockenfallen“, erklärte Vereinsvorsitzender Klaus-Peter Kranke. Solche Zonen brauchten viele Amphibien. Zudem könnten sich Fische in die Windungen mit ihren Flachwasserbereichen und durch die Ems modellierten Uferstrukturen bei Hochwasser zurückziehen. „Das sind dann natürlich auch wertvolle Laichgründe.“

Bagger macht den Weg frei

Besondere Lebensräume für Amphibien und Fische

Während die inzwischen locker verdoppelte Besuchergruppe einen möglichst schlammarmen Weg zur ausnahmsweise geöffneten Baustelle suchte, schloss ein Bagger die Ems Schaufel um Schaufel durch Erdreich mit dem ersten Zwischendamm. Kurz staute sich der Fluss auf, bis Andreas Vollmer einem anderen Baggerfahrer flussaufwärts das Signal zum Abbaggern der letzten Erdschicht vor einem aus drei großvolumigen Rohren bestehenden Durchlass gab.

Gurgelnd rauschte das Wasser in den gut 200 Meter langen, parallel zum vorherigen Bett leicht geschwungenen Seitenarm, den Fachmann Vollmer „Schleife“ nennt. Das extra dort abgelegte Totholz – u.a. Pappelstämme aus dem Wald nebenan – ist mit Ketten fixiert, damit es bei Hochwasser nicht forttreibt.

Für die Ems geht die abschnittsweise Rückkehr zum Ursprung weiter. Zwei Schleifen kommen noch.

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