Reit- und Fahrverein: Einstaller machen sich große Sorgen
Service gekündigt: Wer versorgt jetzt die Pferde?

Warendorf -

Josef Besselmann (Gut Emstal) stellt seine Serviceleistungen für die Einstaller zum Ende des Jahres ein. Im Klartext: Wer sein Pferd bislang in den Boxen des ehemaligen Hofes Everwand gut versorgt sah (Füttern, Box ausmisten, Auslauf), muss sich jetzt selbst kümmern. Mangels Personals, so teilt Besselmann mit, könne der Service nicht mehr aufrecht gehalten werden. Stallungen und Weiden könnten aber weiter gepachtet werden – zu Konditionen, bei denen der Vorstand des Reit- und Fahrvereins, der übrigens selbst betroffen ist, nur mit dem Kopf schüttelt.

Samstag, 07.12.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 07.12.2019, 05:02 Uhr

Der Umzug des Reit- und Fahrvereins Warendorf auf den benachbarten Hof Schulze Vohren ist vom Tisch. Es bleibt alles beim Alten. Dabei gab es konkrete Pläne, Absprachen und grünes Licht seitens der Behörden. Nach Informationen unserer Zeitung sollen sich Josef Besselmann als Bauherr der neuen Reitanlage und Grundstücksbesitzer Schulze Vohren preislich nicht einig geworden sein.

Das ist die eine Nachricht. Die andere: Josef Besselmann (Gut Emstal) stellt seine Serviceleistungen für die Einstaller zum Ende des Jahres ein. Im Klartext: Wer sein Pferd bislang in den Boxen des ehemaligen Hofes Everwand gut versorgt sah (Füttern, Box ausmisten, Auslauf), muss sich jetzt selbst kümmern. Mangels Personals, so teilt Besselmann mit, könne der Service nicht mehr aufrecht gehalten werden. Stallungen und Weiden könnten aber weiter gepachtet werden – zu Konditionen, bei denen der Vorstand des Reit- und Fahrvereins, der übrigens selbst betroffen ist, nur mit dem Kopf schüttelt: 100 Euro für die nackte Box plus 20 Euro für die Nutzung der Weidefläche im Monat. „Umgerechnet auf eine zwölf Quadratmeter-Box sind das Preise wie auf dem Wohnungsmarkt“, so Georg Ettwig, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins. Wer den Futterservice in Anspruch nahm, zahlte 140 Euro mehr, Weide-Auslauf plus 58 Euro und Box ausmisten 79 Euro (jeweils Montag bis Freitag). Der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins sieht in dem Angebot Besselmanns alles andere als eine „gütliche Einigung“. Er macht sich erneut große Sorgen um die Zukunft des Reit- und Fahrvereins, vermutet, dass man auf Dauer an dieser Stelle nicht erwünscht sei. Der Vorstand äußerte sich überrascht und frustriert.

Die Einstaller wollen sich heute mit dem Vorstand treffen, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Ihnen wird nichts anderes übrig bleiben, als kurzfristig ihre Pferde selbst zu versorgen – in Stallgemeinschaften. Eine andere Lösung wäre die Einstellung von mindestens zwei hauptamtlichen Kräften – aber das kann der Verein, der ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern besteht, finanziell nicht leisten. Besselmann, der zu dem Treffen eingeladen ist, will den Einstallern Stroh und Heu weiter bereitstellen, zu marktüblichen Preisen und nur noch bei wöchentlicher Abgabe. Hier fragen sich die Einstaller allerdings wie sie die Lagerung für eine Woche meistern können.

Am Neubau von 60 Pferdeboxen auf dem Gelände der Reitanlage will Besselmann, unabhängig von der Kündigung der Serviceleistung, festhalten. Allerdings nur, wenn der Reit- und Fahrverein auch garantiere, diese zu den bekannten Preisen zu pachten. Der Vorstand denkt über eine Neuausrichtung des Vereins nach, wonach die Pferde nicht unbedingt an der Reithalle stehen müssen, sondern auch anderorts eingestallt werden könnten – hofft aber im heutigen Gespräch mit Besselmann noch auf ein Einlenken.

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