Diskussion um Feuerwerks-Verkauf
Der Kunde entscheidet

warendorf -

Den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk zu begleiten, ist für viele ein Brauch und damit unverzichtbar. Das scheint sich in der Kreisstadt trotz Klimadiskussion nicht geändert zu haben. Doch es gibt Ausnahmen. Erste Märkte verzichten auf den Verkauf von Böllern und Rakaten

Dienstag, 31.12.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 01.01.2020, 13:20 Uhr
Den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk zu begleiten, ist für viele ein Brauch und damit unverzichtbar. Das scheint sich in der Kreisstadt trotz Klimadiskussion nicht geändert zu haben. Doch es gibt Ausnahmen. Erste Märkte verzichten auf den Verkauf von Böllern und Raketen.
Den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk zu begleiten, ist für viele ein Brauch und damit unverzichtbar. Das scheint sich in der Kreisstadt trotz Klimadiskussion nicht geändert zu haben. Doch es gibt Ausnahmen. Erste Märkte verzichten auf den Verkauf von Böllern und Raketen. Foto: dpa

Den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk zu begleiten, ist für viele ein Brauch und damit unverzichtbar. Das scheint sich in der Kreisstadt trotz Klimadiskussion nicht geändert zu haben. Sowohl Discounter, Supermärkte als auch Baumärkte verkauften in Warendorf ab Samstag Feuerwerkskörper. Doch es gibt Ausnahmen. Die Debatte, auf das Silvester-Feuerwerk zugunsten der Umwelt zu verzichten, ist entfacht.

Jährlich werden laut Umweltbundesamt rund 4200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern verursacht – ein Großteil davon in der Silvesternacht. Zudem landen jedes Jahr Menschen mit Verbrennungen, Augenverletzungen oder auch Hörschäden durch Feuerwerkskörper in der Notaufnahme.

Obwohl das Knallen stark in Verruf geraten ist, möchte die breite Masse darauf nicht verzichten. Für Silvesterfans hat das Feuerwerk Tradition. Die wenigsten möchten damit böse Geister vertreiben, aber viele das neue Jahr begrüßen. Ein lukratives Geschäft, wenn man sich die Zahlen ansieht, die das EHI Retail Institute veröffentlich hat. Demnach spülten Feuerwerkfans in Deutschland allein 2018 mit den Kauf von Böllern und Raketen 133 Millionen Euro in die Kassen.

Erste Edeka-Märkte und Baumärkte trotzen jedoch mittlerweile dem Profit und verkaufen aus Überzeugung keine Feuerwerkskörper mehr. So auch der Edeka-Markt Ollek in der Warendorfer Innenstadt. Nachdem das Böllerverbot in der Innenstadt verhängt wurde, hat der Supermarkt diesen Posten aus dem Sortiment gestrichen.

Raiffeisen Warendorf mit den Standorten Enniger, Sassenberg, Freckenhorst und Sendenhorst hat für dieses Jahr nur noch einige Restposten in Sassenberg im Verkauf. „Wir verkaufen alles, damit es den Tieren gut geht. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern passt nicht dazu“, erklärt Daniel Rolf, Marktleiter des Freckenhorster Raiffeisenmarktes.

Bei größeren Ketten wie Aldi , Lidl und Toom sind Fire Fantasy, Hell Boy und Co. in diesem Jahr zumindest noch zu bekommen. Wie es 2020 sein wird, ist ungewiss. „Wir sind noch in keinen direkten Planungen für das kommende Jahr, überarbeiten unser Sortiment aber regelmäßig“, betonte Saria Ezazi, Unternehmenssprecherin der Rewe-Group. Ein möglicher Ausstieg aus dem Geschäft, wie es der Konkurrent Hornbach gemacht hat, sei nicht ausgeschlossen. Man orientiere sich an den Kundenwünschen und Bedürfnissen. Auch Aldi Nord kann noch nicht konkret sagen, ob im kommenden Jahr auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern verzichtet wird. „Grundsätzlich richten wir unser Angebot nach den Kundenwünschen aus. Auch bei der Planung unseres Aktionssortiments, wozu der Verkauf von Feuerwerks-Artikeln zählt, berücksichtigen wir das Kaufverhalten unserer Kunden. Auf dieser Basis prüfen wir nicht zuletzt auch, welche Rückschlüsse wir für die Ausrichtung unseres Sortiments ziehen können“, erklärte Joachim Wehner vom zentralen Marketing bei Aldi Nord die Vorgehensweise.

Lidl hält sich noch bedeckter. „Lidl Deutschland orientiert sich bei der Sortimentsgestaltung an Kundenwünschen. Daher bieten wir auch in diesem Jahr in allen rund 3200 Lidl-Filialen seit dem 28. Dezember ein Aktionsangebot an Feuerwerksartikeln. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu unserer Sortimentsgestaltung grundsätzlich keine Angaben machen“, so Isabel Lehmann von der Pressestelle von Lidl-Deutschland.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7161463?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F
Nachrichten-Ticker